Schon früh war ich ein sensibler Beobachter von Beziehungen und Gefühlen auch wenn mir das lange nicht bewusst war. Mein ursprünglicher Weg führte mich in die Schule. Ich wollte Lehrer werden, weil ich gerne mit jungen Menschen gearbeitet habe. Gleichzeitig merkte ich dort etwas Entscheidendes: Meine Sensibilität war Stärke und Herausforderung zugleich. Ich wollte für die einzelnen SchülerInnen da sein nicht nur für die Klasse als Ganzes.
Während meiner Zeit im Schulbereich absolvierte ich eine Ausbildung im Lerncoaching und Legasthenie Training. Dort wurde mir klar, wie sehr mich das Einzelsetting fasziniert: gemeinsam hinschauen, verstehen, neue Möglichkeiten entdecken, Entwicklung begleiten. Dieser prozessorientierte Zugang hat mich nachhaltig geprägt und letztlich in die Psychotherapie geführt.
Heute arbeite ich mit Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Erwachsenen, im Einzel wie auch im Gruppensetting. Was mich bis heute begeistert, ist die Einzigartigkeit jedes Menschen. Keine Geschichte gleicht der anderen. Selbst wenn Diagnosen ähnlich erscheinen, sind Lebenswelten, Erfahrungen und Strategien zutiefst individuell. Diese Vielfalt zu entdecken und neugierig zu bleiben, ist für mich ein zentraler Kern meiner Arbeit.
Menschen kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen in Therapie.
Manche fühlen sich erschöpft oder traurig.
Manche stehen vor wichtigen Entscheidungen.
Manche merken, dass sich bestimmte Muster immer wiederholen, in Beziehungen, im Beruf oder im Umgang mit sich selbst.
Es muss nicht „dramatisch genug“ sein, um darüber sprechen zu dürfen.
In der Therapie entsteht ein Raum, in dem nichts bewertet wird.
Kein richtig oder falsch. Kein gut oder schlecht.
Manchmal geht es darum, etwas zum ersten Mal laut auszusprechen.
Manchmal darum, Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Manchmal auch darum, einfach innezuhalten.
Ich sehe mich dabei als Begleiter auf Zeit.
Wir gehen ein Stück gemeinsam. Wir können stehen bleiben, zurückschauen oder vorsichtig neue Schritte ausprobieren. Mit Ernsthaftigkeit und manchmal auch mit Humor.
Ich bin überzeugt:
Jeder Mensch trägt Fähigkeiten und Ressourcen in sich. Manchmal geraten sie nur aus dem Blick. Therapie kann helfen, sie wiederzuentdecken.
In meiner Arbeit unterscheide ich klar zwischen einem Menschen und seiner Diagnose.
Symptome sind oft Ausdruck von Strategien, die einmal sinnvoll oder sogar notwendig waren. Manchmal haben sie sich im Laufe der Zeit jedoch verfestigt und sind nicht mehr hilfreich.
Ich arbeite mit einem bio-psycho-sozialen Verständnis:
Der Mensch steht immer im Zusammenspiel von biologischen Faktoren, innerer psychischer Dynamik und seinem sozialen Umfeld. Probleme entstehen selten isoliert, sie sind Teil eines größeren Zusammenhangs.
Deshalb versuche ich, gemeinsam mit meinen KlientInnen verschiedene Perspektiven einzunehmen:
Fakten, Emotionen, Bedürfnisse, Beziehungsmuster, Werte, Ziele und Träume.
Geduld und Wertschätzung sind dabei für mich zentrale Elemente.
Viele Menschen warten lange, bevor sie Unterstützung in Anspruch nehmen.
Wir sind erstaunlich leidensfähig.
Ich denke dabei oft an eine persönliche Geschichte:
Ich spiele seit 11 Jahren Rugby und hatte über Jahre hinweg Nackenschmerzen. Immer dieselbe Stelle. Mal stärker, mal schwächer, aber eigentlich nie ganz weg. Ich wusste, dass ein paar Stunden Physiotherapie wahrscheinlich helfen würden. Aber ich habe es immer wieder hinausgeschoben. Zu teuer, dachte ich. Das geht schon.
Vier Jahre später hatte ich immer noch Schmerzen. Ich schonte ständig meinen linken Nacken und brachte mich dadurch in ungünstige und riskante Situationen, denn man kann eben nicht immer mit rechts ins Gerangel.
Ein Freund fragte mich irgendwann:
„Du willst mir sagen, dass du vier Jahre lang gelitten hast, anstatt ein paar Stunden in dich zu investieren?“
Dieser Satz ist hängen geblieben.
So ähnlich ist es manchmal mit psychischen Belastungen.
Man gewöhnt sich daran. Man funktioniert weiter. Man hält durch.
Aber man muss nicht alles alleine tragen.
Therapie bedeutet nicht, dass „etwas nicht stimmt“.
Sie kann bedeuten: Ich nehme mich ernst. Ich darf mir Unterstützung holen. Ich darf etwas verändern.
Und manchmal beginnt Veränderung genau in dem Moment, in dem man sich entscheidet, nicht mehr alles auszuhalten.
Bei welchen Themen ich Sie in deutscher, englischer und rumänischer Sprache unterstützen kann
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