Hintergrund Führung

Inhalt dieser Seite

    1. Kollektive Führung von Leadership³
    2. Historischer Abriss zu Shared Leadership

Kollektive Führung nach Leadership³

Leadership³ inspirierte uns in der Entwicklung unserer Arbeits- und Führungsstruktur. Auszug aus ihrem Führungsverständnis:

Leadership is action not position

Viele Menschen verbinden mit Führung eine Führungsposition in einem Wirtschaftsunternehmen. Jemand mit dem Auftrag andere Menschen zu führen. Unser Führungsverständnis geht weiter, sowohl von der Rolle, als auch vom Kontext.

Führung kann jeder Mensch unabhängig der Rolle oder Position übernehmen. Führung ist für uns Aktion und nicht eine Rolle oder Position. Ob ich Führung in einer Situation übernehme, liegt daran, ob ich für die Situation kompetent bin. Mancher denkt vielleicht, dass jemand kompetent ist, aber ihm/ihr fehlt das „Standing“. Und auch dies wahrzunehmen ist eine Kompetenz. Kommen die richtigen sozialen und fachlichen Fähigkeiten in einer Situation zusammen, so übernimmt jemand Führung, unabhängig von der Position.

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Historischer Abriss von Shared Leadership

Geteilte Führung und kollektive Führung sind nicht neu. Wir stehen, wie mit dem Grundeinkommen, in einer langen Tradition. Wir sehen, dass Selbstorganisation nicht nur für die kreativen, gebildeten, jungen oder privilegierten Menschen sinnvoll ist. Schon die Bergarbeiter im 19. und 20. Jahrhundert organisierten sich selbst.

Heute fragen wir: Was würdest du tun, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? Wir erleben, dass Menschen mit Arbeit zur Gesellschaft beitragen wollen. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen erhalten sie nur mehr Freiheit "nein" zu sagen. Die gleiche Fähigkeit braucht es in kollektiver Führung. Durch die Erkundung der Vergangenheit glauben wir noch stärker, dass kollektive Führung die Führung der Grundeinkommensgesellschaft sein wird.

Afrikanisches Ubuntu als Shared Leadership

Shared Leadership? Gemeint ist damit die Idee, Führungsverantwortung in einem Team aufzuteilen und nicht nur einer Führungsposition zu überlassen.

Wer Shared Leadership für ein Konzept der heutigen Zeit hält, liegt falsch. Gemeinschaftliche Führung finden wir bspw. längst in Afrika, der Wiege der Menschheit. Während sich in der westlichen Welt der Individualismus als Identitätskonzept positioniert, frei nach Descartes Cogito ergo sum (ich denke, also bin ich), finden wir in Afrika den Glaubenssatz Ubuntu (ich bin, weil wir sind).

Die Denkweise von Ubuntu, welche bei den Stämmen der Bantu seit Jahrhunderten gebräuchlich und mündlich überliefert wird, geht von einer gemeinsamen Welt aus. Nicht das Individuum steht im Mittelpunkt, sondern die Verbindung zum „Ganzen”. Das zeigt sich im Umgang mit Eigentum und Gemeingütern (commons) und erstreckt sich bis auf das Führungsverständnis.

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Der Bergbau als Lichtblick gemeinschaftlicher Führung

Während der Industrialisierung war Fabrikarbeit geprägt von strenger Hierarchie. Doch tief unter der Erde entstanden neue Wege, Führungsrollen zu verteilen. Sind die Minenarbeiter von damals die Vorbilder gemeinschaftlichen Führung von heute?

Ausbeutung die Normalität im Bergbau des 19. Jahrhundert

Das Leben in der industriellen Zeit war hart. Ein normaler Arbeitstag dauerte etwa 16 Stunden. Durch den geringen Schutz und die Ausbeutung der arbeitsuchenden Landbevölkerung, gründete sich im 19. Jahrhundert die Arbeiterbewegung. Während Mitbestimmung und die fundamentalsten Grundlagen des Arbeitnehmerschutzes noch entwickelt werden mussten, konnten Macht- und Kapitalinteressen über Hierarchien durchgesetzt werden …

Ein Lichtblick in der schwarzen Mine

In diesem historischen Kontext kündigte sich eine Krise des Bergbaus an. Doch auch in dieser Zeit gibt es Lichtblicke der gemeinschaftliche Führung. Im britischen South Yorkshire befand sich eine Grube, die Prinzipien aus einer Zeit vor der Industrialisierung übernommen hatte. Diese Prinzipien übertrug man dort auf die damalige Zeit und die damaligen technischen Möglichkeiten. Die Arbeiter organisierten sich in überwiegend autonomen Arbeitsgruppen von acht Männern, die ihre Schichten und Rollen selbstverantwortlich untereinander aufteilten.

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Die Agile Revolution des 21. Jahrhunderts

Monopole und Größenvorteile von Konzernen werden zunehmend durch Innovationen und Technologien herausgefordert. Doch jede Organisation, jedes Unternehmen kann nur so gut sein, wie die eigene agile Rollenverteilung.

Die Arbeitsprinzipien der Minenarbeiter sind eine Selbstverständlichkeit im Silicon Valley. Junge Technologieunternehmen wie Google verdrängen Konzerne mit einer langen Tradition in der Güterproduktion. Ehemals kleine Start-ups wie Tesla bringen etablierte Branchen ins Wanken. Ihr Erfolgsmodell: Agilität.

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Eine aufgeteilte Ganzheit – Leadership im Jahr 2030

Gemeinsam eine Führungsrolle übernehmen, nicht durch Aufgabenverteilung, sondern durch ein neues Gemeinschaftsgefühl. Das „Wir“ wird zum „Ich“ des Unternehmens.

Die öffentlichen Anfänge hat Frederic Laloux mit seinem Buch Reinventing Organizations 2014 gemacht. Ein massentaugliches Werk, das selbst in den Führungsetagen traditioneller Unternehmen wie eine Bombe eingeschlagen ist. Ein Aspekt ist wholeness. Wie können wir als Menschen ganzheitlich bei der Arbeit sein?

Hier entstehen Unternehmen und Organisationen, denen es nicht nur wichtig ist einen Sinn, statt lediglich ein Ziel zu verwirklichen, sondern auch die eigenen Kollegen in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern.

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