Avatar-Roboter werden zunehmend in verschiedenen Bereichen des Alltags eingesetzt – etwa in Cafés, Schulen oder am Arbeitsplatz.
Doch während oft erklärt wird, welche Technologie dahintersteckt, wird nur selten darüber gesprochen, wie Menschen Avatar-Robotern begegnen, wie sie die Technologie wahrnehmen und welche Fragen dabei aufkommen.
Dieses Projekt möchte dazu einladen, die Beziehung zwischen Menschen und Avatar-Robotern nicht über Antworten, sondern über Fragen zu erkunden.
Die Fragen auf den Karten sind Gedanken, die Menschen tatsächlich in Situationen bewegt und geäußert haben, in denen sie Avatar-Robotern begegnet sind.
Es sind keine Fragen mit einer richtigen oder falschen Antwort.
Vielmehr dienen sie als Ausgangspunkt, um einen Moment innezuhalten, nachzudenken und mit anderen ins Gespräch zu kommen.
Wenn wir über neue Technologien nachdenken, beurteilen wir sie oft danach, ob sie praktisch oder nützlich sind.
Doch Technologien wie Avatar-Roboter beeinflussen auch
unsere Beziehungen zu anderen Menschen,
die Art und Weise, wie wir arbeiten,
und die Gesellschaft, in der wir leben.
Für solche Themen gibt es keine einzige, richtige Antwort.
Genau deshalb verstehen wir in diesem Projekt das Teilen von Fragen selbst als eine Form der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Avatar-Robotern.
In diesem Projekt werden Fragen zu Avatar-Robotern aus drei grundlegenden Perspektiven betrachtet.
① Begegnung
Fragen, die aufkommen, wenn jemand einem Avatar-Roboter zum ersten Mal begegnet.
„Ist das ein Roboter oder ein Mensch?“
„Ich weiß nicht, wie ich ein Gespräch anfangen soll...“
② Interaktion
Fragen, die im tatsächlichen Kontakt und Austausch entstehen.
„Wie fühlt es sich an, durch einen Avatar-Roboter zu arbeiten?“
„Was verändert sich, wenn man das Gesicht des Gegenübers nicht sehen kann?“
③ Reflexion
Fragen, die entstehen, wenn man etwas Abstand gewinnt und über das größere Ganze nachdenkt.
„Wie wird sich die Gesellschaft durch diese Technologie verändern?“
„Was sollte als selbstverständlich gelten?“
Diese Ebenen sind nicht als feste Reihenfolge gedacht.
Menschen bewegen sich zwischen ihnen hin und her und entwickeln dabei ganz unterschiedliche Fragen.
Jede Karte greift eine einzelne Frage auf.
Du kannst eine Karte auswählen, die Dein Interesse weckt, und Dir einen Moment Zeit nehmen, über die Frage nachzudenken. Über den QR-Code findest Du außerdem einen Artikel mit weiteren Hintergründen und Beispielen.
Die Karten müssen nicht in einer bestimmten Reihenfolge gelesen werden.
Jede von ihnen bietet einen eigenen Zugang zu dem Thema.
Die Karten und Artikel dieses Projekts werden unter der Creative-Commons-Lizenz (CC BY 4.0) veröffentlicht.
Unter Angabe der Quelle sind folgende Nutzungen erlaubt:
Vervielfältigung und Weiterverbreitung
Übersetzung
Bearbeitung und Anpassung
Nutzung für Bildungszwecke und kommerzielle Zwecke
Wenn Du die Materialien übersetzt oder bearbeitest und verwendest, würden wir uns freuen, wenn Du uns dies über das untenstehende Formular mitteilst. Gegebenenfalls stellen wir Dein Projekt dann auf dieser Website vor.
Für sonstige Anfragen bitte ebenfalls das untenstehende Formular nutzen.
Dieses Projekt wurde unter der Federführung des Ema Labs an der Universität Tokio im Rahmen des Forschungsprojekts „Creating an Inclusive Society through Trustworthy Human Augmentation with Cybernetic Avatars“ (Projektmanager Kouta Minamizawa) konzipiert und umgesetzt. Das Projekt ist Teil des vom japanischen Staat geförderten JST Moonshot R&D Program Goal 1: „Realization of a society in which human beings can be free from limitations of body, brain, space, and time by 2050.“
Die Inhalte dieses Projekts wurden mit dem Fokus auf Fragen erstellt, basierend auf über 200 Interviews und teilnehmender Beobachtung. Die Fragen wurden in Zusammenarbeit mit Ory Laboratory Inc. überprüft, und auch die Pilot:innen der Avatar-Roboter haben an ihrer Entstehung mitgewirkt.
Einige der Kartenillustrationen stammen von den Pilot:innen selbst. Die jeweiligen Urheber:innen werden auf den Detailseiten der einzelnen Karten genannt.
Dieses Projekt verfolgt nicht das Ziel, eine bestimmte Technologie einzuführen oder zu verbreiten. Vielmehr soll es einen Raum für den Austausch schaffen, in dem Fragen rund um Avatar-Roboter geteilt und aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert werden können.
Arisa Ema (Konzeption und Texte)
Celia Spoden (Konzeption und Texte)
Emi Okada (Webdesign)
Manaka Karino (Kartendesign)