Reflexion Nr. 3 „Wie werden Avatar-Roboter wahrgenommen?“
Reflexion Nr. 3 „Wie werden Avatar-Roboter wahrgenommen?“
Illustration: Yui (Portfolio-Website: https://yuihigashikawa.myportfolio.com/)
Zum Nachdenken
Was entscheidet darüber, ob sich eine Technologie durchsetzt?
Ist das dasselbe wie die Frage, ob es sich um eine „gute“ Technologie handelt?
Avatar-Roboter werden bereits im Alltag eingesetzt. Menschen können sie fernsteuern, um sich zu unterhalten, zu arbeiten, zu lernen und mit der Gesellschaft in Kontakt zu treten.
Dennoch sind Avatar-Roboter noch nicht zu etwas geworden, das jede/r überall nutzen kann, wie Computer oder Smartphones. Woran liegt das?
Eine gängige Erklärung lautet: „Die Technologie ist noch nicht ausgereift.“
Betrachtet man jedoch die aktuelle Situation rund um Avatar-Roboter, wird deutlich, dass dies allein die Situation nicht vollständig erklärt.
Die Fernsteuerungstechnologie ist bereits auf einem praxistauglichen Niveau.
Auch Audio-, Video- und Steuerungsschnittstellen sind stabil.
Es gibt Menschen, die sie tatsächlich zum Arbeiten, Lernen und für Interaktionen nutzen.
Dennoch sind die Einsatzorte begrenzt, ebenso wie die Personen, die sie nutzen können.
Mit anderen Worten: Das Problem sind nicht nur die Roboter selbst.
Damit Avatar-Roboter eingesetzt werden können, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein.
Es gibt es infrastrukturelle Probleme, wie etwa die Frage, ob Strom- und Internetverbindungen stabil sind, sowie Kostenfragen, wie zum Beispiel, wer die Anschaffungskosten oder Leihgebühr übernimmt.
Hinzu kommt die gesellschaftliche Akzeptanz – ob klare Nutzungsregeln vorhanden sind und ob sich die Menschen in der Umgebung von Avatar-Robotern wohl fühlen.
Fehlt auch nur eine dieser Voraussetzungen, werden Avatar-Roboter zu einer Technologie, die nicht genutzt werden kann.
„Wenn ich [Freunde über] einen Avatar-Roboter an Orte wie ein Aquarium oder zu Ausstellungen mitnehmen möchte und vorher Kontakt mit der Einrichtung aufnehme, werde ich oft abgewiesen mit Sätzen wie ‚Einen solchen Fall hatten wir bisher noch nicht‘ oder ‚Wir sind uns nicht sicher, wie wir damit umgehen sollen‘.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine Gesellschaft schaffen könnten, in der jede Person einen Avatar-Roboter nutzen kann, wenn Avatar-Roboter an noch mehr Orten zum Einsatz kämen.“
Auch Smartphones waren nicht von Anfang an eine Selbstverständlichkeit.
Mit der Entwicklung der Kommunikationsinfrastruktur wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst, es bildeten sich gemeinsame Verhaltensregeln heraus, und das Gefühl der Unbeholfenheit beim Umgang mit ihnen verschwand. Durch diesen schrittweisen Prozess entwickelten sie sich von Spezialgeräten zu Alltagsgegenständen.
Das Gleiche gilt für Avatar-Roboter.
Nicht die Frage, ob eine Technologie fortschrittlich ist, sondern die Frage, ob die Gesellschaft darauf ausgelegt ist, bestimmt, was als „selbstverständlich“ gilt.
Ist es zwangsläufig schlecht, wenn sich Avatar-Roboter nicht rasch verbreiten?
Man könnte argumentieren, dass ein vorsichtiges Vorgehen unsachgemäßen Gebrauch verhindert, Sicherheit und Vertrauen gewährleistet und es uns ermöglicht, Wege zu finden, um sicherzustellen, dass sie diejenigen erreichen, die sie wirklich brauchen.
„Sich nicht verbreiten“ ist nicht gleichbedeutend mit „scheitern“.
Vielmehr könnte man sagen, dass wir uns derzeit in einem Prozess befinden, in dem wir uns ständig fragen, wie wir ihren Einsatz ausweiten können. Die Tatsache, dass sie manchmal nicht genutzt werden, ist kein Mangel, sondern vielmehr ein Raum für Wachstum.
Und gerade weil sie sich noch nicht weit verbreitet haben, können auch diejenigen, die gerade erst etwas über Avatar-Roboter lernen, an Diskussionen darüber teilnehmen, wie diese Technologie genutzt werden kann und vor welche Herausforderungen sie uns stellt.
Lass uns noch einmal darüber nachdenken
Was entscheidet darüber, ob sich eine Technologie durchsetzt?
Ist das dasselbe wie die Frage, ob es sich um eine „gute“ Technologie handelt?
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