Wir hoffen, unsere gemeinsame Zen-Praxis bald wieder aufnehmen zu können.

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Regelmäßige Abend-Praxis:
derzeit ausgesetzt / sonst jeden Donnerstag (20 h)

Nächster Zen-Sonntag:
... hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab!


onZENdung

Wir können uns gerade nicht treffen, um gemeinsam zu üben. Doch wir üben weiter, denn wir sind der Auffassung, dass es wichtig ist, einen klaren Geist und Mitgefühl zu entwickeln und zu bewahren. Gerade heute ist es von entscheidender Bedeutung. In einem Podcast, der sich mit der Zen-Praxis beschäftigt, versuche ich, aus meiner eigenen Erfahrung heraus ein paar Schlaglichter zu werfen und für unsere Übung zu werben.

Hier geht es zu unserem ZenCast:


Das Sterben der Anderen

Italien ist derzeit am meisten - am schwersten von der Corona-Krise betroffen. Ich glaube, die genaue Zahl ist gar nicht bekannt. Aber unsere südlichen Nachbarn haben bereits mehrere Tausend Tote zu beklagen. - Wenn ich das "Kwan Seum Bosal" rezitiere, (...)


Aufregung - Ruhe

Ich habe das Glück, noch arbeiten zu dürfen. Es gibt Menschen, die träumen davon, irgendwann nicht mehr jeden Tag in die Arbeit gehen zu müssen. (...)


Im Ausnahmezustand

Auch ich war gestern Abend in einem Supermarkt und habe die leeren Regale gesehen. Ich wollte nach der Arbeit noch ein paar Dinge für den Haushalt einkaufen und musste feststellen, dass die meisten Milchprodukte und viele Sanitärartikel nicht mehr zu haben waren. (...)


In der Stille

Ich kann die Stille erfahren, wenn ich gerade einmal nichts mache. Ich sehne mich nach dieser großen Stille - ich glaube, die meisten Menschen sehnen sich danach. Endlich die Stille erfahren. Hinter diesem Wort scheint sich etwas Unerhörtes zu verbergen. (...)


Zen am Sonntag

Wir nutzen die Stunden des Vormittags zu einer intensiven Übung in der Stille. Wir meditieren im Sitzen und Gehen, und das heißt maßgeblich: Wir kommen in der Gegenwart an, lassen unsere Wünsche, unsere Projektionen, unsere Deutungen und unsere vielen Erwartungen los und gehen ganz im lebendigen Augenblick auf.

Wie das Herz-Sutra sagt: Es gibt nichts zu erreichen. Das heißt: Wir dürfen einfach nur sein, müssen keine Hürden nehmen und nichts erlangen - außer, was bereits da ist. Wenn wir überhaupt etwas erreichen, dann eine Einsicht: Es ist alles bereits vorhanden. Wir müssen es nur wahrnehmen. Nur sehen und hören. Wir müssen es nicht erreichen, nur zulassen.

Und wenn am Ende dieses Weges eine Erkenntnis steht, dann diejenige, dass wir mit allem auf eine wundersame Weise verbunden sind. Diese Verbundenheit können wir direkt erfahren - wir können uns einerseits getragen und andererseits verpflichtet fühlen. Doch es kommt nichts von außen hinzu. Es handelt sich um unsere natürliche Situation als Menschen in dieser Welt, um unsere conditio humana.

Wir tragen alles in uns, unsere Chancen und unsere Hindernisse.

Sven Precht


Regelmäßige Zen-Praxis

Abendpraxis:

  • WANN? Jeden Donnerstag, 20:00 - 21:30 h

  • WO? Lichthof, Friedach 15, Grünkraut

  • KOSTEN? Spende (5 € - für laufende Kosten)


Programm:

  • Rezitation von Sutren (Abendgesang, Herzsutra, Große Dharani)

  • Meditation im Sitzen (3 x 25 Minuten) und Gehen (je 10 Minuten)

  • 4 Gelöbnisse

  • Fragen und Antworten

  • Je nach Teilnehmer und Bedarf auch geführte Meditationen



Zen am Sonntag

Intensive Praxis:

  • WANN? monatlich

  • WO? Lichthof, Friedach 15, Grünkraut

  • KOSTEN? (Spende)

Nächster Termin: 8. März 2020, 8:30 - 12:30 h

Programm:

  • Rezitation von Sutren (Morgengesang, Herzsutra, Große Dharani)

  • Meditation im Sitzen und Gehen

  • Pause

  • Meditation im Sitzen und Gehen

  • 4 Gelöbnisse

  • Austausch

Im Lichthof, Friedach 15, Grünkraut

Im neuen Jahr

Ich blicke dankbar auf das vergangene Jahr zurück: 2019 war ein gutes Jahr. Nicht nur weil jedes Jahr ein gutes Jahr ist. Auch darüber hinaus hatten sich privat und beruflich einige Dinge wunderbarerweise gefügt und mir Gelegenheit gegeben, mich zu engagieren. Ich wünsche mir für das kommende Jahr 2020, dass ich auf dem eingeschlagenen Pfad weiter gehen und meine Projekte vertiefen kann.

Ich hoffe, dass wir unseren Planeten Erde nicht gänzlich herunterwirtschaften. Dass wir ein Einsehen haben und auf Dinge verzichten, von denen wir sicher wissen, dass sie uns schaden - und die wir auch nicht unbedingt brauchen: unter anderem Feuerwerkskörper, tonnenschwere SUVs, Plastikverpackungen, Billigfleisch und Urlaubsflugreisen in vermeintliche Traumziele.

Wir müssen unser Leben verändern - diese Nachricht pfeifen "die Spatzen von den Dächern". Es wäre besser, wenn wir alle das möglichst schnell einsehen.

Es muss auch gar nicht so schlimm sein, denn wir werden trotzdem keinen echten Mangel leiden. Statt Kriege zu führen, Erdöl zu fördern und Wälder abzuholzen, könnten wir (als Menschheit) uns auf andere Ziele besinnen:

  • Den Frieden in uns und um uns herum suchen.

  • Den Hunger in der Welt besiegen.

  • Den Müll reduzieren.

  • Die Meere sauber halten.

  • Das Leben und Leiden der Tiere respektieren.

  • Nach alternativen Energiequellen suchen.

  • Einen zivilen Umgang miteinander anstreben.

  • Eine Politik ohne Parteien und ohne Polemik anstreben und realisieren.

  • Soziale und ökologische Probleme nüchtern aufzeigen und beschreiben und parteienübergreifend nach Lösungen suchen.

Das wäre mein Traum. Je länger ich darüber nachdenke, auch während meiner Zen-Praxis, umso mehr frage ich mich, warum wir das nicht längst schon tun.

Warum nehmen wir keine Rücksichten? Warum akzeptieren wir die Tatsache, dass in unserer Zeit weltweit immer noch Kriege geführt werden? Was haben wir (als Menschheit) noch nicht verstanden? Was habe ich noch nicht verstanden? Zen Meister Wu Bong pflegte gerne zu sagen: "More practice is necessary!" Bitte lasst uns an unserer Zukunft arbeiten.

Lasst uns jeder und jede klar werden und das Nötige tun! Lasst uns jeder in ihrem oder seinem Umfeld wirken! Jeder im Kleinen. Denn das Kleine ist groß.

Sven Precht


Weihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit ist jedenfalls nicht besinnlich. Im Gegenteil. Ich habe den Eindruck, als würde die Zeit selbst sich beschleunigen. Aber die Zeit - das bin ich selbst. Ich möchte noch so vieles erledigen, bis zu den Feiertagen erledigt haben, möchte Freunde treffen und abends an Weihnachtsfeiern teilnehmen. Die Zeit rast, weil ich selbst unruhig bin. Diese Ruhe, von der wir alle träumen und für die Weihnachten auch steht, diese Ruhe kann ich nur in mir selbst finden.

In der größten Hektik gibt es immer einen Punkt, an dem Stille herrscht, an dem keinerlei Hektik möglich ist. Dieser Punkt ist der jetzige Augenblick, den ich erfahren kann, indem ich loslasse. Loslassen heißt immer: das Denken loslassen, die Sorgen und Ängste, die Bedenken loslassen, das Wollen aufgeben - um anzukommen. Ich kann nirgends ankommen als im Hier und Jetzt.

Zen Meister Seung Sahn (Korea : Chogye Orden : Kwan Um Zen Schule) hat immer gefordert und gelehrt, wenn du etwas tust, dann tue es 100 Prozent. Ich finde das einen sehr nützlichen Hinweis. Wenn ich die Dinge halbherzig angehe, nur so nebenher, dann bekomme ich Stress, und die Tage fühlen sich schwer an. Wenn ich aber ganz bei der Sache bin (100 Prozent), dann merke ich die Zeit und auch die Mühe nicht mehr und bekomme sogar etwas zurück. Was? Energie.

Ich habe mal einen Zen-Mönch aus Litauen kennen gelernt. Das ist schon ein paar Jahre her. Er praktiziert ein besonders strenges Zen in Korea - mehrere Wochen quasi ohne Schlafen. Ich fragte ihn: Wie machst du das? Brauchst du keinen Schlaf? Er schaute mich nur an, lächelte und sagte: You just do it!

Es einfach tun. Ohne groß nachzudenken. Ohne Zweifel und Bedenken. Das heißt Handeln aus einer großen Ruhe heraus. Wie finden wir diese Ruhe? Es gibt sicher viele Wege. Doch ich weiß nicht, ob alle diese Wege ans Ziel führen. Ruhe finden oder in die Stille gehen, das heißt für mich: in mich gehen. Und mit dem In-mich-Gehen ist gemeint: mich selbst als den leuchtenden Punkt wahrnehmen, als den Fluchtpunkt, der sich im Unendlichen verliert. Das eigene Selbst ist dann eins mit der Welt. In mich gehen heißt zugleich: alles in mich aufnehmen.

Es gibt ein bekanntes Weihnachtslied mit dem Titel "Stille Nacht, heilige Nacht". Die meisten Weihnachtsabende hierzulande sind alles andere als still. Vorbereitung, Essen, Bescherung, Messe - oder andersherum. So kann Stille schwer entstehen. Das Einfachste wäre, einfach nichts zu tun. Zur Besinnung kommen. Dann würde aus dem Abend eine Stille Nacht. Und aus der Stillen Nacht würde von selbst eine Heilige Nacht.

Es ist eigentlich so einfach.

Sven Precht


Worauf es ankommt

Ich glaube, es ist vor allen anderen Dingen wichtig, dass wir zur Besinnung kommen. Das heißt, angesichts der nicht enden wollenden Konflikte und Kriege im Nahen Osten, in Afrika und in Südamerika, angesichts der politischen Wirren in einigen Ländern Europas, angesichts der Probleme vor unserer eigenen Haustür kommt es verstärkt darauf an, dass wir ruhig und klar werden und uns auf das besinnen, was wirklich entscheidend und tragend ist.

In den Traditionen, denen ich mich verpflichtet fühle, sprechen die Menschen von Weisheit und Mitgefühl. Mitgefühl ist nicht nur ein Gefühl, sondern Ausdruck unserer Verbundenheit. Wir leben in EINER Welt, ob wir das wollen oder nicht. Wir kommen da nicht raus. Und wir leben GEMEINSAM in dieser Welt. Wenn es unseren Nachbarn schlecht geht, geht uns das etwas an. Wenn sich unser Klima langsam dahin gehend wandelt, dass unser Leben ernsthaft gefährdet ist, geht uns das etwas an.

Es geht uns alle etwas an. Der einzelne Mensch kann vielleicht nicht die Welt retten. (Das wäre eine megalomane Vorstellung!) Ich kann leider nicht dafür sorgen, dass bestimmte Kriege sofort aufhören. Doch ich kann dafür sorgen, dass mein eigenes Leben auf Mitgefühl und Weisheit ausgerichtet ist. Damit rette ich einen Teil dieser Welt - um mich herum. Und das kann jeder andere Mensch ebenfalls.

Ich kenne kein besseres Mittel, um zur Besinnung zu kommen, als die Praxis von Achtsamkeit und Meditation. Es gibt viele große Traditionen, in denen Einkehr und Meditation empfohlen und praktiziert wird. Ich für meinen Teil praktiziere Zen und biete diese Praxis auch für andere interessierte Menschen an.

Ich kann Ihnen versichern, dass diese Praxis Ihr Leben nachhaltig verändern wird.

Sven Precht