Themen‎ > ‎

Seehafenhinterlandverkehr und Y-Trasse

Etliche Bahn-Hauptstrecken sind gut ausgelastet bis überlastet, insbesondere Bahnknoten in Ballungsräumen erweisen sich als kaum noch aufnahmefähig für weitere Züge. Somit liegt es nahe, diejenigen Züge um Knoten herumzuführen, die dort weder Ziele noch Quellen haben. Das trifft insbesondere für den Güterverkehr zwischen Seehäfen und dem Hinterland zu, also beispielsweise für den Transport von der Nordseeküste in die südlichen und östlichen Bundesländer sowie ins angrenzende Ausland und andersherum.

Engpässe können natürlich grundsätzlich auf mehrere Arten entschärft werden:
  • durch mehr parallele Gleise bestehender Strecken,
  • durch Brücken, die das ebenengleiche Queren von Bahngleisen durch andere Bahngleise vermeiden (in der Fachsprache: Überwerfungsbauwerke),
  • durch das Führen von Güterzügen über noch aufnahmefähige Nebenstrecken – insbesondere wenn dadurch Umwegfahrten vermieden werden,
  • durch Wiederinbetriebnahme nicht mehr durch Eisenbahnfahrzeuge genutzter Strecken,
  • durch Anpassen der Infrastruktur für höher beladene Güterwaggons,
  • durch das Elektrifizieren bislang nur für Diesel-Traktion geeigneter Streckenabschnitte,
  • durch das Begradigen enger Kurven, die die Höchstgeschwindigkeit begrenzen,
  • durch innovative Signaltechnologie, die dichtere Zugfolgen ermöglicht sowie
  • durch neu zu bauende Strecken
Diese Maßnahmen lassen sich geschickt miteinander kombinieren, damit möglichst geringer Aufwand eine möglichst hohe Kapazitätssteigerung erzielt. Dabei gilt es abzuwägen, welche Maßnahmen am besten zu Anforderungen beispielsweise des Lärmschutzes, der Landschaftszerschneidung, des Naturschutzes und des sparsamen Mitteleinsatzes passen. Dabei ist stets mitzubedenken, dass mehr Eisenbahngüterfernverkehr zu weniger Belastungen durch Straßengüterfernverkehr führt, dessen Auswirkungen ja ebenfalls nicht unbeträchtlich sind.

Mehrere Konzepte wurden bereits vorgeschlagen, die den Seehafenhinterlandverkehr durch Niedersachsen optimieren könnten. Eine kleine Auswahl findet sich in folgenden Dokumenten:

öffentliche Dokumente zur Y-Trassen-Diskussion



Der VCD-Landesverband Niedersachsen hat zur Validierung des Konzepts von Dr. Breimeier durch das Büro "heinrail consult" eine Vertiefungsstudie erstellen lassen, die mögliche Kapazitäten und die Machbarkeit des Projekts beleuchtet. Zur Langfassung der Hein-Studie.

Im Dialogforum Schiene Nord sollen Konzepte mit dem Ziel miteinander bewertend verglichen werden, um zu einer guten Lösung zu kommen. Dabei soll ein innovativer Diskussions- und Beteiligungsprozess geführt werden, und in einem transparenten, fairen und ergebnisoffenen Verfahren Kriterien für die weitere Planung zu erarbeiten. Die Treffen finden bis Anfang November 2015 in Celle statt.