Themen


Verkehrspolitik



Verkehrswende


Im Rahmen der Energiewende geht es ums Ersetzen ökologisch fragwürdiger Energiequellen durch zukunftsfähige. Analog dazu erfordert die Verkehrswende die Abkehr von der Dominanz des Autoverkehrs sowie vom Flugverkehr zugunsten des Zufußgehens, Radelns und des Nutzens von Linienbussen und Bahnen. Parallelen zwischen Energie- und Verkehrswende sind auch bei manchen Details auszumachen:

Dezentrale Strukturen spielen für die Energiewende eine große Rolle. Wenn die Lebensbereich Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit wieder näher zusammenrücken, kann viel überflüssiger Verkehr vermieden oder auf ökologisch vorteilhafte Verkehrsmittel verlagert werden. Weitere verkehrsvermeidende Effekte löst das Fokussieren der Nachfrage auf regional erzeugte Produkte aus, bei Lebensmitteln zusätzlich auf saisonal leicht verfügbare.

Manche für die Energiewende nötige Technik steht schon lange zur Verfügung (beispielsweise Wasserkraftwerke), andere noch nicht ganz so lange (beispielsweise Solarzellen). Ähnlich die Verkehrswende: Fahrräder und Eisenbahn gibt es schon lange, Niederflurbusse und Pedelecs können als eher moderne Errungenschaften gelten.

Auch manche allenfalls als Übergangstechnologien akzeptablen oder gar fragwürdige Innovationen kommen im Rahmen von Energie- und Verkehrswende auf, beispielsweise Biogasanlagen und elektrisch angetriebene einachsige Stützen, die Fußgängern das Gehen ersparen.


In der Haltung der Bevölkerung, der Interessenverbände und der Politik werden Parallelen deutlich: Manche interessierten Kreise forcieren die jeweilige Wende, andere versuchen sich noch dagegen zu stemmen. Der VCD verschafft der Verkehrswende Rückenwind: Durch Pressemitteilungen, Interviews, Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Verbraucheraufklärung, Beratung, Gespräche mit Entscheidungsträgern aus Politik, Verbänden, Wirtschaft, durch Vernetzung mit örtlichen Initiativen, durch Mitwirkung an Autofreien Sonntagen, durch Rundmails an Mitglieder und Interessierte, durch Beiträge in Foren, Blogs und anderen Facetten sozialer Netzwerke und nicht zuletzt durch diese Internetseiten.

Eine Übersicht über den Einsatz des VCD-Landesverbandes Niedersachsen bietet auch das Faltblatt "Ökologisch mobil in Niedersachsen mit dem VCD".

Auch der PARK(ing) Day, ein internationaler Aktionstag, bietet einen Perspektivwechsel: Menschen erobern vorübergehend die oft so grauen Parkbuchten zurück und füllen sie mir Leben. Sie entdecken die sonst wie selbstverständlich von Autos besetzten Flächen neu und gestalten sie vorübergehend um. Die BürgerInnen wollen damit zeigen, dass die Flächen, die gerade in verkehrsreichen Städten knapp und in denen Erholungsräume um so nötiger sind, auch anders genutzt werden können.

Der PARK(ing) Day Hannover wurde in diesem Jahr vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) e. V. in Kooperation mit dem Wissenschaftsladen Hannover e. V. und Wandelwerte e. V. ausgerichtet. Auch das VCD-Projekt klimaverträglich mobil 60+ war mit dabei und lud besonders auch die Älteren zum Verweilen ein.

Am 19. September von 14:00 bis 19:00 Uhr konnte der öffentliche Raum an der Marktkirche in der Hannoverschen Innenstadt einmal anders erlebt werden. Viele Passanten nutzten die Gelegenheit für eine Pause, ließen sich zu einem Kaffee mit Parkplätzchen einladen, interessierten sich für das Projekt, spielten, strickten und nahmen am Slow Race teil. Weitere Impressionen gibt es hier.

Die Veranstalter freuen sich über eine erfolgreiche, erfreuliche und gut besuchte Aktion und auf das nächste Jahr am dritten Freitag im Monat September.




Perspektivwechsel


Wer gewohnt ist, seine Umgebung durch die Windschutzscheibe zu sehen, kommt bezüglich verkehrspolitischer Fragestellungen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu autofreundlichen Einschätzungen als diejenigen, die in erster Linie zu Fuß, per Fahrrad, Linienbus und Bahn unterwegs sind.

Der VCD-Landesverband Niedersachsen unterstützt Fahrschulen, die dem praktischen Fahr-Unterricht einige Stunden vorschalten, während derer die Fahrschüler den Verkehr auf kritischen Abschnitten aus der Fahrrad- und der Fußgängerperspektive erleben.

Einen Perspektivwechsel bietet der VCD Mitgliedern von Automobilclubs an: Wechseln Sie einfach zum VCD. Falls Sie in erster Linie wegen bestimmter Serviceleistungen oder Schutzbriefe Mitglied eines Automobilclubs waren, lassen Sie sich von der breiten Palette vom VCD vorgehaltener Leistungen überzeugen.



Schienenverkehr



Ähnlich wie bei der Energiewende der Netzausbau forciert wird, muss auch das Bahnnetz dichter und leistungsfähiger werden.


Bahnstrecken erhalten und reaktivieren


Der Verkehrsclub Deutschland setzt sich für zukunftsfähige Verkehrskonzepte ein, zu denen unter anderem das Reaktivieren von Bahnstrecken für Personen- und Güterverkehre zählt. Dazu gehören auch Bahnstrecken, die nur noch sporadisch im Güterverkehr benutzt werden, von der Stilllegung bedrohte und bereits stillgelegte Bahnstrecken. Damit die Bahnstrecken dem zunehmenden Bahnverkehr zur Verfügung stehen, müssen sie erhalten werden. Dazu tragen Zwischennutzungen bei, beispielsweise sporadischer Güterverkehr, Museumsbahnen und touristische Angebote wie saisonale Triebwagenfahrten und Draisinen.


Der VCD unterstützt auch touristische Zugfahrten, beispielsweise den Einsatz eines MAK-Triebwagens zwischen Winsen (Luhe) und Hützel in die Lüneburger Heide.

Dem Verfall muss Einhalt geboten werden.

Stillgelegte Trassen müssen für späteres Reaktivieren gesichert werden. Keinesfalls dürfen sie entwidmet und bebaut werden.


Nähere Informationen zu einigen ausgewählten Strecken gibt es hier.


Haltepunkte und Bahnhöfe reaktivieren



Auch diese Maßnahme kann zum Verlagern von Fahrten auf die umweltfreundliche Bahn führen. Eine Auswahl eventuell in Frage kommender Haltepunkte und Bahnhöfe samt Bewertungen ist hier zu finden (pdf, 67 kB).


Bahnkunden guten Service bieten



Wenn sich Bahnkunden wohl fühlen und weitere gewonnen werden sollen, muss auch der Service stimmen. Bei in höheren Maße von Konkurrenz geprägten Dienstleistungszweigen stehen Tugenden wie Freundlichkeit, Achtsamkeit und Geduld hoch im Kurs.

Sowie ganz praktische Aspekte wie gute Informationen, Erreichbarkeit und Zugänglichkeit auch für Mobilitätseingeschränkte und Radelnde.


Netzausbau



Im Netz bestehen Engpässe, die den gewünschten steigenden Anteil der Eisenbahn am Gesamtverkehr bremsen können. Manche teure aber prestigeträchtige Neubaustrecke quer durch die Landschaft wurde vorgeschlagen, die solche Engpässe angeblich hätte entlasten können, die jedoch vorwiegend dem ressourcenfressenden Hochgeschwindigkeitsverkehr gedient hätte. Der VCD-Landesverband Niedersachsen setzt stattdessen auf den Ausbau bestehender Strecken, aufs Reaktivieren stillgelegter Strecken, auf intelligente Laufwege für Güterzüge und andererseits aber auch auf eine zunehmende Regionalisierung, die nach und nach manche Fernverkehrsleistung unnötig machen könnte.



Seehafenhinterlandverkehr/Y-Trasse


Zu diesen miteinander zusammengehörenden Themen finden Sie hier einen Überblick.


Bahnkongress


Seit 2002 bringt der VCD-Landesverband am Bahnverkehr Interessierte und Entscheider im Rahmen von Bahnkongressen zusammen. Rahmendaten der bislang durchgeführten Bahnkongresse stehen hier zur Verfügung.


Fernbusse


Seit einiger Zeit sind Fernbuslinien auch parallel zum Bahnfernverkehr erlaubt. Nun wurde wissenschaftlich untersucht, welche Verkehrsmittel die Fahrgäste genutzt hätten, gäbe es für ihren Fahrtwunsch keine Fernbus-Angebot. Fazit: Viele hätten sonst die Bahn benutzt, einige wären per Auto gefahren und einige hätten sonst die Dienste einer Mitfahrzentrale in Anspruch genommen. Näheres auf der Seite "Bahnkunden und Autofahrer lassen Fernbusmarkt wachsen" der IGES Institut GmbH.



Öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV)



Was die Eisenbahn attraktiv macht, ist natürlich auch für Straßenbahnen und Linienbusse sinnvoll. Unter anderem ein einladendes Erscheinungsbild, leicht verständliche Tarife

und ebenengleicher Ein- und Ausstieg sollten selbstverständlich sein.



Straßenbau



Geplante Autobahnen und Ortsumfahrungen


Straßenbau ist oft Symbol. Kaum eine Gemeinde, in der keine (weitere) Umfahrung gefordert wird, kaum eine Region, in der nicht der Ruf nach einer (weiteren) Autobahn ertönt. Baulobbyisten und Spediteure versprechen die Erlösung von (fast) allen verkehrlichen, strukturellen und wirtschaftlichen Problemen – oft sekundiert von (Provinz-)Politikern und Teilen der Medien.

Diese Hoffnungen lassen sich wissenschaftlich kaum begründen – auch wenn von Autobahnbefürwortern in Auftrag gegebene Studien und Gutachten das meist versuchen. Unabhängige Experten sind sich hingegen einig: Der massive Bau insbesondere von Autobahnen seit den dreißiger Jahren hat oft erst zu genau den Problemen geführt, die seit Jahrzehnten in einem immer schneller drehenden Karussell angeblich stets mit den Mitteln "gelöst" werden können, die jedoch die Probleme kontinuierlich weiter verschärfen und verschärft haben: mit dem Bau zusätzlichen Trassen.

Hier können Sie einen Blick auf die andere Seite der Medaille werfen – Stichworte: Kosten, Wirtschaft, Region, Umwelt, Natur und Verhindern solcher Projekte.


Fähren oder Brücken?



Auch diese Diskussion wird dominiert von Pro-Brücken-Argumenten, die offenbar aus der "Freie-Fahrt-für-freie-Bürger"-Mentalität gewachsen sind. Die andere Seite der Medaille wird hier exemplarisch anhand der Fährverbindung zwischen Neu Darchau und Darchau über die Elbe dargestellt.



Güterverkehr



Eine noch relativ neue Fehlentwicklung sind überlange Lastkraftwagen, die das bislang zulässige Gesamtgewicht und die bislang zulässige Länge erheblich überschreiten. Diese Lkw werden von Befürwortern gern Gigaliner genannt, von Gegnern hingegen eher Monstertrucks. Diese Fahrzeuge sind in vielfacher Hinsicht ein Schritt in die falsche Richtung – nicht nur, weil sie der umweltfreundlichen Bahn im Güterverkehr noch mehr Konkurrenz machen. Eine Argumentations-Sammlung ist hier verfügbar.



Mobil im Alter



Mobilität ist ein Stück Lebensqualität, besonders im Alter. Um ältere Menschen dabei zu unterstützen, im Alltag und auf Reisen möglichst klimaschonend unterwegs zu sein, hat der VCD zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und dem Deutschen Mieterbund das Projekt Klimaverträglich mobil 60+ ins Leben gerufen.



Fuß- und Radverkehr





Fahrräder mit elektrischer Unterstützung




Fahrräder sind bezüglich der Gesamt-Reisezeit je nach Voraussetzungen für Entfernungen von 1,5 bis 5 Kilometer dem Auto meist überlegen. Werden Fahrräder mit elektrischer Unterstützung genutzt, steigt dieser Break-even-Point noch deutlich an. In mittelgroßen Städten ist solch ein Fahrzeug in puncto Reisezeit dem Auto auf fast allen Strecken überlegen. Somit spielt es für die Verkehrswende eine wichtige Rolle. Der VCD-Landesverband Niedersachsen unterstützt Schritte zum weiteren Verbreiten elektrisch angetriebener Fahrräder und der zugehörigen Infrastruktur mit dem Ausleihangebot elektisch unterstützter Fahrräder (auch Lastenfahrräder) Pedsblitz.


Radschnellwege


Damit das Radfahren mit und ohne elektrische Unterstützung attraktiver wird, brauchen wir mehr gut ausgebaute und gepflegte breite und möglichst kreuzungsfreie Wege mit großen Kurvenradien, sogenannte Radschnellwege. Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg hat untersuchen lassen und im Rahmen eines Fachdialogs vorgestellt, auf welchen Relationen solche Radschnellwege zuerst angelegt werden sollten. Auch die Region Hannover hat Planungen von Radschnellwegen vorangetrieben, die ausgewählte Umlandgemeinden mit dem Zentrum der Stadt Hannover verdingen könnten.


Radwegweisung



Insbesondere der Außerorts-Radverkehr kann attraktiv abseits des Autoverkehrs geführt werden. Dort können die Vorteile des Radfahrens ungestört genossen werden – manchmal hört es sich besser an als Motorengebrumm, manchmal duftet es schöner als von abgasangereicherter Luft gewohnt, manchmal bietet die Landschaft einfach eine Augenweide. Aber bei allem Genuss wollen auch Radelnde nicht unbedingt Umwege fahren oder sich gar verirren. Da hilft ein durchdachtes Wegweisungs-System.


Fußgänger



Attraktive Voraussetzungen für mehr Fußverkehr speisen sich in erster Linie aus bundesweiten Vorschriften und Empfehlungen sowie aus regionalen oder örtlichen Initiativen. Die Landesebene ist hierbei eher nur am Rande gefragt. Daher unterstützt der VCD-Landesverband Niedersachsen gern Vorstöße, unternimmt sie aber eher nicht selbst. Nähere Informationen: Projektliste des FUSS e. V. - Fachverband Fußverkehr Deutschland mit zahlreichen weiterführenden Links sowie die Aktionen und Kampagnen anregende und unterstützende Seite www.gehwege-frei.de/.



Autofahren ohne eigenes Auto


Auch wer sich mit den klassischen Verkehrsmitteln des Umweltverbundes fortbewegt (zu Fuß, per Fahrrad, per Linienbus und Bahn), braucht vielleicht gelegentlich mal ein Auto. Anlässe können Transporte oder Umzüge sein, größere Einkäufe oder Besuche in mit anderen Verkehrsmitteln kaum erreichbaren Gegenden. Der Trend geht weg vom Besitz, hin zum Teilen bzw. Leihen. Neben die seit Jahrzehnten bekannten Mietwagen und Fahrgemeinschaften sind weitere Angebote getreten, beispielsweise Car-Sharing und Nachbarschaftsautos. Beide Angebote können zum Verringern der Anzahl vorgehaltener Autos sowie zum Kürzen der per Auto zurückgelegten Strecken beitragen.

Car-Sharing-Anbieter halten Fahrzeuge für ihre Kunden vor. In den meisten größeren und in einigen kleineren niedersächsischen Städten wird Car-Sharing angeboten. Näheres dazu finden Sie beim Dachverband der deutschen Car-Sharing-Anbieter, dem Bundesverband CarSharing e. V. (bcs).


Beim Nachbarschaftsauto stehen wie der Name schon sagt selten genutzte Privat-Kfz Interessierten aus der Nachbarschaft zur Verfügung. Diese finden sich entweder durch ohnehin bestehende Kontakte oder über via Internet verfügbare Vermittler-Seiten. Eine vertragliche Grundlage fürs nachbarschaftliche Autoteilen bietet der dem VCD-Bundesverband zur Verfügung gestellte Nachbarschaftsauto-Vertrag. VCD-Mitglieder können diesen kostenlos in passwortgeschützten Mitgliederbereich des VCD-Bundesverbandes herunterladen.


Auto-Umweltliste



Für den Fall, dass es doch ein eigenes Auto sein muss, hält der VCD-Bundesverband die Auto-Umweltliste bereit. Sie bewertet aktuelle Automodelle unter anderem nach Verbrauch, Abgasen und Lärm. Der VCD-Landesverband Niedersachsen präsentiert die bestplatzierten Modelle einmal pro Jahr "zum Anfassen".


Tourismus




Für den Tourismus gilt ähnliches wie für den Lebensmitteleinkauf: Je regionaler orientiert, desto weniger Verkehr ist damit verbunden. Und ebenso wie bei Lebensmitteln müssen regionale Angebote mindestens so attraktiv sein wie weit entfernte. Ein Schritt in diese Richtung ist das Gemeinschaftsprojekt "Fahrtziel Natur": Mit Bahn, Linienbus und Fahrrad gut erreichbar und erkundbar sind niedersächsischen Fahrtziele Harz, Wattenmeer und Flusslandschaft Elbe.

Die folgenden bei einer langen Radtour nördlich Niedersachsens entstandenen Fotos machen Lust aufs Radeln und darauf abseits des Autoverkehrs interessante verkehrliche Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr, idyllische Umgebungen und lauschige Plätzchen zu entdecken.