Zugverspätungen durch desolate Infrastruktur

veröffentlicht um 08.11.2015, 05:28 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 08.11.2015, 05:28 ]
08.11.2015
Hannover. Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Niedersachsen, beobachtet mit zunehmender Sorge die drastische Anzahl von Zugverspätungen und verpassten Anschlüssen, beispielsweise im Großraum Braunschweig, aber auch im übrigen Niedersachsen. Im Fokus befindet sich dabei besonders die Erixx Eisenbahngesellschaft. Leo Demuth, Mitglied im VCD Landesvorstand Niedersachsen, vermutet, dass in zunehmenden Maße die nicht ausreichend unterhaltene Infrastruktur - zuständig ist die Deutsche Bahn - Auslöser sein könnte. Bewuchs am Bahndamm, der "Langsamfahrstellen" erzeugt, die wiederum zu Verspätungen und dem Verlust von Anschlüssen führen, sind nicht zu akzeptieren. Noch auf keiner Autobahn wurde die Höchstgeschwindigkeit gesenkt, weil sie bewachsen wäre.

Ein besonderes Problem ist das Fehlen von Kreuzungsgleisen auf der Strecke Uelzen - Braunschweig. Diese sollen zwar ab 2017 wieder aufgebaut werden, aber der VCD fordert einen sehr zeitnahen Bau, damit die Probleme schneller zu lösen sind. Diese Gleise verschwanden aufgrund des geplanten Börsenganges der Deutschen Bahn durch Hartmut Mehdorn.

Weiterhin leiden insbesondere die "Privatbahnen" unter dem Mangel an Triebfahrzeugführern (Tf). Dieser Mangel ist wohl kurzfristig nicht zu beseitigen, jedoch sollte bei Streckenausschreibungen von der Bewerberseite der Nachweis erbracht werden, dass über die Sollzahl der benötigten Lokführer eine angemessene Reserve vorhanden ist. Offenbar ist es dringend notwendig, einen gewissen Krankenstand durch eigene oder externe Kräfte kompensieren zu können, um Zugausfälle aufgrund von erkrankten Triebfahrzeugführern zu vermeiden.