Brückenschaden in Weener: Fahrgäste und Radfahrer sind die Leidtragenden

veröffentlicht um 13.12.2015, 02:17 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 13.12.2015, 02:40 ]

VCD appelliert an Verantwortliche, schnell und umfassend zu handeln. 

13.12.2015 
Hannover. Die Brückenhavarie in Weener über die Ems verursacht für die Eisenbahnstrecke Leer – Groningen einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen – wahrscheinlich für Jahre. Ist damit alles ausreichend geregelt? Mitnichten, meint der Landesverband Niedersachsen des ökologischen Verkehrsclubs VCD.

Durch den SEV verlängert sich z. B. die Fahrzeit zwischen Oldenburg und Groningen um eine Stunde, weil der Anschluss in Leer um wenige Minuten verpasst wird. Organisierte man den SEV statt zwischen Bad Nieuweschans und Leer zwischen Weener und Leer, würden sich die Fahrzeiten so verändern, dass ab bzw. bis Weener die planmäßigen Züge genutzt werden könnten und in Leer der Anschluss in und aus Richtung Oldenburg erreicht würde“, erklärt Wilfried Jankowski, stellvertretender Landesvorsitzender des VCD-Niedersachsen.

Gelöst ist damit jedoch nicht das Problem, dass die Busse des SEV keine Fahrräder mitnehmen. Hierfür muss nach Ansicht des VCD eine Lösung gefunden werden. Es ist nicht einzusehen, dass hier über Jahre keine Fahrradmitnahmemöglichkeit besteht. Bei kurzfristigen Streckensperrungen ist dies gerade noch hinzunehmen, aber nicht bei einem langfristigen Ersatzverkehr.

Handlungsbedarf besteht auch, weil die kombinierte Eisenbahnbrücke nicht mehr für den Radverkehr zur Verfügung steht. Die Rad-Verbindung über die Eisenbahnbrücke ist Teil von diversen radtouristischen Radrouten, ganz zu schweigen vom Zwischenortsverkehr z. B. zwischen Weener und Ihrhove. Umwege von 16 Kilometern sind die Folge. „Es sollte ernsthaft geprüft werden, ob zur nächsten Saison hier eine Personen- und Fahrrad-Fähre eingerichtet werden kann. Zwischen den Ortschaften Kamp und Karnin auf Usedom beispielsweise, funktioniert das seit Jahren ausgezeichnet“, so Jankowski.

Kurzfristig gelöst werden muss auch das Informationsdefizit für die Bahnfahrgäste. Die Deutsche Bahn macht auf ihrer elektronischen Fahrplanauskunft nur einen kleinen Hinweis auf die Internetseite des niederländischen Bahnunternehmens ARRIVA – eine DB-Tochter! Folgt man diesem Hinweis gibt es Informationen zum SEV nur in niederländischer Sprache. Eine zusätzliche Ansage auf deutsch wäre hier sehr wünschenswert.

Der VCD appelliert daher an alle Verantwortlichen, bei Ihren Planungen die Interessen der Fahrgäste und Radfahrer nicht aus dem Blick zu verlieren und kurzfristig das Informationsdefizit zu beseitigen.