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Pressemitteilungen und Medieninformationen


VCD lädt ein: Wie geht es weiter mit der Mobilität im ländlichen Raum?

veröffentlicht um 22.11.2017, 01:33 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 22.11.2017, 01:37 ]

VCD-Landesverband Niedersachsen

Pressemitteilung

VCD lädt ein: Wie geht es weiter mit der Mobilität im ländlichen Raum?

„Netzwerk Reaktivierung“ hat Verkehrsexperten der neuen Landtagsfraktionen zu Gast


22.11.2017 Hannover. Niedersachsen hat eine neue Landesregierung und mit Bernd Althusmann (CDU) einen neuen Wirtschafts- und Verkehrsminister. Der Koalitionsvertrag von SPD und CDU setzt klare Prioritäten beim Autobahnbau, aber auch die Reaktivierung von Eisenbahnstrecken und Haltepunkten soll weitergehen. Der ökologische Verkehrsclub VCD engagiert sich seit Jahren für eine zukunftsfähige Mobilität auch auf dem Lande. Er lädt nun für das “Netzwerk Reaktivierung” Interessierte zu einer Podiumsdiskussion nach Hannover ein. Thema: “Wie geht es weiter mit der Mobilität im ländlichen Raum?”

“In der zurückliegenden Legislaturperiode ist beim umweltverträglichen Verkehr einiges angefangen, aber wenig zu Ende gebracht worden. Es gibt lobenswerte Erfolge bei der Reaktivierung, die aber nur als erster Schritt zu verstehen sind. Auch das für den ländlichen Raum wichtige Landesbusliniennetz lässt viele Fragen offen”, so Hans-Christian Friedrichs, Landesvorsitzender des VCD-Niedersachsen. Folgende Themen will das Netzwerk Reaktivierung mit den verkehrspolitischen Experten der Landtagsfraktionen erörtern:

Themen:

  1. Weitere Maßnahmen der Reaktivierung von Bahnstrecken

  2. Beseitigung von Hindernissen der Standardisierten Bewertung

  3. Aufbau eines verlässlichen Landesbusliniennetzes

  4. Finanzierung von touristischen Verkehren aus Regionalisierungsmitteln

Teilnehmen werden

  • Stefan Klein, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

  • Karl-Heinz Bley, Vorsitzender des CDU-Arbeitskreises Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

  • Detlev Schulz-Hendel, Sprecher für Wirtschaft und Verkehr der Grünen-Landtagsfraktion

  • Vertreter von FDP und AfD wurden angefragt.

  • Moderation: Dr. Wolfgang Konukiewitz.

Netzwerk Reaktivierung: Wie geht es weiter mit der Mobilität im ländlichen Raum?
Dienstag, 28. November 2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Pavillon am Raschplatz, Raum 1, Lister Meile 4, 30161 Hannover
Der Pavillon am Raschplatz befindet sich neben dem Hauptbahnhof, auf der Ostseite.
Es wird um Anmeldung unter www.vcd-niedersachsen.de gebeten.

Im Netzwerk Reaktivierung setzen sich seit 2015 zahlreiche Organisationen, Initiativen, Unternehmen und Verkehrsexperten für die Reaktivierung von Eisenbahnstrecken und Haltepunkten in Niedersachsen ein. 2016 verfasste das Bündnis eine Resolution an die Landesregierung zur Finanzierung von touristischen Verkehren aus Regionalisierungsmitteln.

Rückfragen:
Hans-Christian Friedrichs • Fon 0160 5541402 • VCD-Landesverband Niedersachsen • www.vcd-niedersachsen.de

VCD benennt Forderungen an eine künftige Landesregierung

veröffentlicht um 14.11.2017, 02:00 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 22.11.2017, 01:34 ]

VCD-Landesverband Niedersachsen 

Pressemitteilung


VCD benennt Forderungen an eine künftige Landesregierung

Verkehrswende jetzt einleiten - Klimaschutzziele ernst nehmen


14.11.2017 Hannover. Der Niedersächsische Landesverband des VCD fordert von der neuen Landesregierung in der kommenden Legislaturperiode erhebliche Anstrengungen für eine ökologische Verkehrswende. Leitlinie sollte dabei das Erreichen des Klimaschutzziels sein, bis 2020 mindestens 40 Prozent der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 zu reduzieren. SPD und CDU haben jetzt die Chance, eine zukunftsfähige und nachhaltige Verkehrspolitik einzuleiten. Der VCD benennt dazu seine Forderungen für die kommenden fünf Jahre.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sieht der ökologisch orientierte VCD als zentrale Maßnahmen die Vermeidung von unnötigem Verkehr und die Einleitung einer Verkehrswende. Diese beinhaltet die Förderung des Radverkehrs, mehr öffentlichen Verkehr und eine deutliche Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene und bestehende Wasserstraßen. Weiter sollte eine wirksame Reduzierung von Stickoxiden und Feinstäuben aus Verbrennungsmotoren im Fokus stehen. “Darüber hinaus erwarten wir von der neuen Landesregierung, dass weitere gesundheitsschädliche Auswirkungen des Verkehrs deutlich zurückgefahren werden. Besonders wichtig ist uns die Reduzierung von Verkehrslärm, insbesondere auf der Straße, sowie im Flugverkehr, unter anderem durch Nachtflugverbote”, so der VCD-Landesvorsitzende Hans-Christian Friedrichs. “Um die Zahl der Unfallopfer weiter zu reduzieren, muss das Personal bei der Polizei aufgestockt werden und es müssen regelmäßig Anhaltekontrollen durchgeführt werden. Wir erwarten auch, dass Niedersachsen über den Bundesrat die Schieflage bei Verstoß-Sanktionen aktiv angeht”, erklärt Friedrichs.

Der VCD-Niedersachsen beginnt seinen Dialog mit den neuen Landtagsfraktionen mit einer Veranstaltung zur Zukunft der Reaktivierung am 28. November in Hannover, Details folgen. Auch zukünftig wird der Verband der Landespolitik bei Fragen zur Verkehrswende als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Die Forderungen des VCD an eine künftige Niedersächsische Landesregierung im Einzelnen:

  1. Schwerpunkt öffentlicher Personenverkehr

    • Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), insbesondere auf der Schiene und eines angebotsorientierten und verlässlichen Busverkehrs auch im ländlichen Raum

    • Förderung bedarfs- und anforderungsorientierter Mobilitätskonzepte, Bürgerbus und -bahn

    • Bessere Verknüpfung von Radverkehr, Schiene und Bus bis hin zu Mitfahr-Netzwerken

    • Überregional gültiger ÖPNV-Tarif mit einem einheitlichen Vertriebssystem

    • Erarbeitung neuer Finanzierungsformen für lokalen fahrscheinlosen ÖPNV

    • Unterstützung bei der Umsetzung des Deutschlandtaktes durch Niedersachsen

    • Mobilitätszentralen zur Vermittlung von Angebote für weniger internetaffine Menschen

  2. Schwerpunkt Radverkehr

    • Attraktive Fahrradinfrastruktur fördern, beispielsweise Bau von Radschnellwegen in Ballungsräumen oder Markierung von Rad- und Schutzstreifen auf Straßen

    • Fahrradmitnahme in Bus und Bahn fördern

    • Ausreichend sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Raum schaffen

    • Fahrradstraßen, Shared Space und Gemeinschaftsstraßen fördern

    • Fahrradstellplatzpflicht im Wohnungsneubau umsetzen

    • Verkehrsregeln mehr am Radverkehr als am Autoverkehr ausrichten

    • Umsetzung von Kampagnen für gleichberechtigte Straßennutzung von Rad- und motorisiertem Individualverkehr

  3. Schwerpunkt Verkehrssicherheit

    • Politische Verpflichtung zu “Vision Zero” (null Verkehrstote angestrebt, Vorbild Schweden)

    • Unfallfluchten stärker entgegenwirken und die Aufklärungsquote erheblich steigern

    • Personalabbau bei der Polizei stoppen und unter anderem Anhalte-Kontrollen ausweiten

    • Angemessene Sanktionierung von Verkehrsverstößen, wie dem gefährlichen Falschparken

    • Einsatz für bundesweite Halterhaftung

    • Die Präventionsarbeit viel stärker täterorientiert anstatt opferorientiert ausrichten

    • Automatisiertes Fahren für mehr Verkehrssicherheit konstruktiv begleiten

    • Mobilitätserziehung in den Schulen verbessern und unabhängig von Sponsoren gestalten

  4. Schwerpunkt Infrastruktur

    • Bau einer zweigleisigen Eisenbahnverbindung Hamburg - Hannover in einem Korridor mit der Autobahn 7 im Rahmen des Bahnprojekts Hamburg/Bremen - Hannover

    • Verzicht einer Eisenbahn-Neubaustrecke Ashausen - Suderburg (“Ortsumfahrungen”)

    • Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken voranbringen

    • Ertüchtigung der Knotenpunkte, insbesondere in den Metropolregionen

    • Nichtbundeseigene Schieneninfrastruktur rekommunalisieren und Erhalt sichern

    • Reaktivierungsprozess für Bahnstrecken und -stationen fortsetzen und intensivieren

    • Alternativen zur “Standardisierten Bewertung” für Reaktivierungsprojekte entwickeln

    • Förderung touristischer Schienenverkehre zur Reaktivierung und Raumentwicklung, unter anderem durch Finanzierung aus Regionalisierungsmitteln

    • Gewerbliche Gleisanschlüsse proaktiv fördern

    • Sanierung von bestehenden Bundesstraßen und Autobahnen, insbesondere Brücken, statt in neue Autobahnen zu investieren

    • Einstellung der Planung des Baus und Ausbaus der Autobahnen 20, 33, 39 und der E 233

    • Rücknahme des streckenbezogenen Regelbetriebs für Lang-Lkw (“Gigaliner”)

    • Einrichtung von eBike- und eCar-Sharing-Stationen mit Ladeinfrastruktur, insbesondere an Bahnhöfen, auch im ländlichen Raum

    • Integrierte Stadt- und Raumplanung in den Bereichen Mobilität, Wohnen, Arbeiten, Bildung

    • Bei Bauvorhaben autofreie Siedlungen gezielt fördern

    • Abschaffung der Stellplatzpflicht in der niedersächsischen Bauordnung

    • Keine weiteren Flussvertiefungen für die Schifffahrt

  5. Schwerpunkt Effizienzsteigerung

    • Förderung alternativer Antriebssysteme für Schiene, Straße, Schifffahrt und Luftverkehr

    • Förderung von Carsharing-Angeboten, z. B. durch privilegiertes Parken

    • Lieferverkehre der „letzten Meile“ verstärkt mit Elektrofahrzeugen und Lastenrädern

    • Konversion in der Automobilindustrie vorantreiben


Rückfragen:
Hans-Christian Friedrichs • Fon 0160 5541402 • VCD-Landesverband Niedersachsen • www.vcd-niedersachsen.de

VCD: Niedersachsens Bahnstrecken weiter elektrifizieren

veröffentlicht um 24.07.2017, 13:58 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 24.07.2017, 14:01 ]

VCD-Landesverband Niedersachsen

Pressemitteilung

VCD: Niedersachsens Bahnstrecken weiter elektrifizieren

Windstrom auch für Eisenbahn nutzen


24.07.2017 Hannover. Der ökologische Verkehrsclub VCD schlägt vor, die Bahnstrecken im nördlichen Niedersachsen verstärkt zu elektrifizieren. Damit kann Erdöl gespart und überschüssiger Windstrom sinnvoll verwendet werden.

Elektrolokomotiven und -triebwagen sind leiser als Dieselfahrzeuge und verbreiten vor Ort keine Abgase. Im Gegensatz zum Auto- und Lkw-Verkehr gibt es beim elektrischen Schienenverkehr bereits seit Jahrzehnten ausgereifte Techniken mit hoher Leistung und Reichweite.

„Es kommt leider immer wieder vor, dass die Stromnetzbetreiber Windkraftanlagen herunterregeln oder abschalten lassen, weil die elektrische Energie keine Abnehmer findet. Gleichzeitig wird nebenan Diesel verbrannt, um Züge zu betreiben.“ kritisiert Martin Mützel, Vorstandsmitglied im VCD Niedersachsen. Er weist darauf hin, dass im Alpenraum auch kleine Nebenbahnen seit Jahrzehnten elektrisch betrieben werden, weil dort billige Wasserkraft existiert. „Nun haben wir den Stromüberschuss im Norden und nicht einmal alle Hauptbahnen sind durchgehend elektrifiziert“, so Mützel.

Beispiele sind die Strecken von Cuxhaven nach Hamburg und von Cuxhaven nach Bremerhaven. Auf der Strecke nach Hamburg ziehen Diesellokomotiven stündlich über 370 t schwere Doppelstockzüge die etwa 120 km zum Hamburger Hauptbahnhof und zurück. Nur etwa die Hälfte der Strecke ist ist bereits elektrifiziert. Mützel: „Da aber ein Lokwechsel zu lange dauern würde, wird komplett mit Diesel gefahren“. Richtung Bremerhaven fehlt der Fahrdraht sogar gänzlich.

Ein weiteres Beispiel ist die Verbindung Lüneburg – Lübeck (– Kiel). Mützel: „Mit einer Elektrifizierung käme man nicht nur sauber und leise von Lüneburg nach Lübeck oder sogar weiter bis Kiel. Es könnten auch Fernzüge von Hamburg Richtung Hannover über Büchen umgeleitet werden, wenn es zwischen Hamburg und Lüneburg Probleme gibt. Derzeit wird der Fernverkehr bei Streckensperrungen nördlich Lüneburg über Rotenburg und Verden umgeleitet. Celle, Uelzen und Lüneburg sind so regelmäßig vom Fernverkehr abgehängt.”

Beide Strecken sind im Bundesverkehrswegeplan als „Potentieller Bedarf” enthalten, werden also ohne politischen Druck vom Land und aus der Region in absehbarer Zeit nicht umgesetzt.

Derzeit wird in Niedersachsen die Bahnstrecke Oldenburg – Wilhelmshaven ausgebaut und soll nach derzeitigem Stand ab 2022 auch elektrisch betrieben werden. Diese Maßnahme war bereits 2003 in den „Vordringlichen Bedarf” des Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Planung und Umsetzung dauern aus Sicht des VCD Niedersachsen zu lange. Ebenfalls im „Vordringlichen Bedarf” befindet sich die „Amerikalinie” Bremen – Uelzen (– Berlin), hierfür werden noch keine Termine genannt.

Mit gutem Beispiel könnte das Land Niedersachsen vorangehen und endlich die Strecken der landeseigenen Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) elektrifizieren. Das wäre ein großer Schritt zur Optimierung des Seehafenhinterlandverkehrs und würde gleichzeitig den Knoten Bremen entlasten.

Rückfragen:
Martin Mützel, VCD-LV Niedersachsen • Fon 0171 9335381 • www.vcd-niedersachsen.de

VCD beschließt Resolution zu touristischen Schienenverkehren

veröffentlicht um 24.04.2017, 06:08 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 24.04.2017, 06:34 ]

Hans-Christian Friedrichs
VCD-Landesverband Niedersachsen

Pressemitteilung

Verkehrspolitische Podiumsdiskussion zu Landtagswahlen war voller Erfolg

VCD beschließt Resolution zu touristischen Schienenverkehren

Vorstand neu gewählt


24.04.2017 Bremervörde. Auf der Jah­res­hauptver­sammlung des VCD-Landesver­ban­des Nieder­sach­sen stand am 21. und 22. April in Bremervörde ne­ben ei­ner span­nen­den verkehrspoliti­schen Podiumsdiskussi­on ei­ne Re­soluti­on zu touristi­schen Schienenverkeh­ren auf der Ta­ges­ord­nung. “Klei­ne Bahnen leis­ten in Nieder­sach­sen ei­nen wichtigen Bei­trag zum Erhalt von Stre­cken und his­tori­schem Wa­genmate­ri­al. Damit das auch so bleibt, soll­ten sie vom Land gefördert wer­den, so wie das auch in an­de­ren Bundes­ländern funktioniert”, sagt Hans-Christi­an Fried­richs, Landesvorsitzen­der des VCD Nieder­sach­sen.

Resolution:

Längst ist im Südwes­ten die Förde­rung von touristi­schen Schienenverkeh­ren Realität. In Baden-Württemberg gibt es im Rah­men des Landeseisenbahnfi­nanzierungs­geset­zes ein Schienenwege­si­cherungs­programm bei dem auch Eisenbahnstre­cken gefördert wer­den, die Poten­zi­al besit­zen, selbst wenn dort derzeit kein regelmäßi­ger Personen- oder Güterverkehr stattfindet. Auch Rhein­land-Pfalz fördert seit 2016 mit 26 Mil­lionen Eu­ro sol­che Bahnstre­cken, die künftig für Tourismus- und Güterverkehr zur Verfügung stehen können. Fried­richs: “Nieder­sach­sen braucht das Rad also nicht neu zu erfin­den. Wenn der Landesregierung aber der umwelt­freundli­che und zukunfts­fähige Schienenverkehr am Her­zen liegt, dann sollte sie noch in die­ser Legislaturpe­riode handeln und ein wirkungs­vol­les Gesetz auf den Weg brin­gen.””

Mit touristi­schen Schienenverkeh­ren hatte sich be­reits im Dezember 2016 ein vom VCD ins Le­ben geru­fenes Netz­werk aus In­itiativen, Ver­bän­den, Touristik- und Muse­umsbahnen befasst und ei­ne Re­soluti­on verfasst, die nun auch von der Jah­res­hauptver­sammlung des VCD-Nieder­sach­sen ein­stimmig bestätigt wurde. Der Re­soluti­ons­text ist im Anhang zu fin­den.

Podiumsdiskussion:

Die niedersächsi­schen Landtagswah­len am 14. Janu­ar 2018 kündigen sich an. Die Partei­en be­nennen Ihr Spitzen­perso­nal, stel­len Lis­ten auf und ver­ab­schieden Wahl­programme. Der niedersächsi­sche Landesver­band des VCDs wollte von den im Land­tag vertre­tenen Partei­en wis­sen, wie ihre Verkehrspolitik denn ab 2018 aus­se­hen könnte. Der öko­logi­sche Verkehrsclub hatte daher zu sei­ner Jah­res­hauptver­sammlung zu ei­ner Podiumsdiskussi­on nach Bremervörde ein­gela­den. Nach den Impuls-Refe­ra­ten aus Umwelt- und Natur­schutz (Su­san­ne Grube, BUND), Verkehr­s­wirt­schaft (Dr. Marcel Frank, EVB) und Wis­senschaft (Prof. Dr. Uwe Höft, TH Bran­denburg) hatte die Politik das Wort.

Für die Grünen stand Maa­ret Westphely, Spre­che­rin für Wirt­schaft, Regio­nal­entwicklung, Tourismus und Ei­ne-Welt-Politik, dem Publikum Rede und Antwort. Sie wurde ge­fragt, wel­che Bedeu­tung Verkehrspolitik für die Grünen habe und wie man sich zukünftig bes­ser gegenüber ei­nem domi­nan­ten Koaliti­ons­partner durch­set­zen will. Der VCD hatte sich im Vorwege auch die jeweiligen In­ternet­auftritte der Diskutan­ten an­gese­hen und markante Aus­sa­gen the­matisiert. So schreibt Gerd Will, SPD-Frakti­ons­spre­cher für Wirt­schaft, Arbeit und Verkehr, “VW braucht Kraft und Un­ter­stützung für die Zukunft.” Er wurde ge­fragt, wie er sich denn für die Op­fer der Automobil­indus­trie einsetzt, die über Jah­re in ih­rer Gesundheit ge­schädigt und be­trogen wur­den. Für ihn ist auch das Dia­logforum Schiene Nord “ein gutes Bei­spiel für gelun­gene Bürgerbe­teiligung.” Den VCD in­ter­es­sier­te, ob er denn auch das erzielte Ergebnis im Sinne der Wirt­schaft für gelun­gen hält. Auf der Seite von Karl-Heinz Bley, Vorsitzen­der des Arbeits­krei­ses Wirt­schaft, Arbeit und Verkehr der CDU, prangt das Foto ei­ner lee­ren acht-spurigen Autobahn und dem Ti­tel “Rot-grüne Blockade be­en­den – Infra­struktur aus­bauen” sowie weite­rer Kri­tik an der aktuel­len Landesregierung. Hier fragte man sich, wa­rum sich die CDU so stark über die vermeintli­chen Schwäc­hen an­de­rer defi­nier­te und wo denn die ei­genen Stärken zu fin­den sind. Zuletzte wollte der VCD von Bley wis­sen, wer wohl der nächste Wirt­schafts- und Verkehrsmi­nis­ter in ei­ner CDU-geführ­ten Landesregierung wäre. Alle drei wur­den ge­fragt, wie sie denn die Mobilitätswen­de schaffen woll­ten.

Westphely und Will wa­ren sich oft einig und verwiesen auf den Koaliti­ons­ver­trag und ei­ne klare Abgrenzung in den Auf­ga­ben. Auch wenn die grüne Verkehrspolitik kein Top-The­ma ist, so findet sie doch im Wahl­programm brei­ten Raum, sagte Westphely. Will be­antworte­te die Fra­ge zu den Opfern der Automobil­indus­trie erst spä­ter auf Nach­fra­ge. Er wies dar­auf hin, dass bei VW in Nieder­sach­sen 120.000 Arbeits­plät­ze auf dem Spiel stün­den. So ist auch das Ergebnis des Dia­logforums Schiene Nord für Will aus­rei­chend. Bley sagte, dass be­stimmte Vor­gänge in der Landesregierung auch deutlich kommentiert wer­den müss­ten. Beim Verkehrsmi­nis­ter wurde Bley deutlich: Bei Schwarz-Gelb könnte es gut sein, dass die FDP wieder An­spruch auf das niedersächsi­sche Super­mi­nisterium erhebt. Bei ei­ner großen Koaliti­on ist es wahr­scheinlich, dass der Kollege Lies im Amt bliebe, so Bley. Westphely hat bei der Mobilitätswen­de ei­nen besonde­ren Schwerpunkt auf dem Radverkehr, der Ab­schaffung von Dieselmo­to­ren sowie zahlrei­chen Ein­zelmaßnah­men. Will sah VW im Vor­dergrund und den Umbau der Automobil­indus­trie, hin zur Her­stellung von Elek­tro-Pkws. Aber auch der Aus­bau des ÖPNV und das Stich­wort Bürger­bus spiel­ten ei­ne Rolle. Bei Bley stand auch die Verla­gerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene im Fokus, aber auch der schnel­le Aus­bau der Straßeninfra­struktur. Alle drei ta­ten sich schwer, Fra­gen aus dem Publikum zu be­antwor­ten. Bei­spielsweise wa­rum denn nicht aus­rei­chend in die Schiene inves­tiert würde, indem un­ter an­de­rem statt ei­nes Straßentunnels im Zuge der A 20 ein Eisenbahntunnel un­ter der Elbe hindurch ge­baut würde. Den Schluss­satz “Für mich war der Abend ein Erfolg, wenn die A 20 …” vervollständig­ten die Landtagsabge­ordne­ten wie folgt. Bley: “... schnell ge­baut wird.” Will: “Wir sa­gen nicht, niemand plant ei­ne Mauer, bzw. Autobahn zu bauen. Wenn wir planen, dann bauen wir auch, sobald die Planun­gen be­endet sind”. Westphely: “... nicht ge­baut wird”.

Vorstandswahl

Die JHV bestätigte Hans-Christi­an Fried­richs aus Reppenstedt bei Lüneburg im Amt als Vorsitzen­den, Wilfried Jankow­ski aus Oldenburg und Ha­rald Walsberg aus Braun­schweig als Stellvertre­ter sowie Mar­tin Zimmermann als Schatzmeis­ter. Als Beisitzer wurde Dr. Wolfgang Ko­nukie­witz wiedergewählt. Mar­tin Mützel kam nach ei­ner Pause wieder in den Vor­stand.

Rückfragen:
Hans-Christian Friedrichs, VCD-LV Niedersachsen • Fon 0160 5541402 • www.vcd.org/nds




Re­soluti­on des Netzwerks aus In­itiativen, Ver­bän­den, Touristik- und Muse­umsbahnen sowie des VCD-Landesver­ban­des Nieder­sach­sen zur Förde­rung touristi­sche Schienenverkehre


Im Dezember 2016 trafen sich die Vertre­ter von Touristik- und Muse­umsbahnen auf Ein­ladung des öko­logi­schen Verkehrsclubs VCD, Landesver­band Nieder­sach­sen, in Hannover.

In Nieder­sach­sen en­gagie­ren sich etwa 15 Or­ganisationen mit dem Angebot „Touristi­scher Schienenverkehre“ auf Stre­cken, die teilweise gekauft, gepach­tet oder auf der Basis von Trassen­entgel­ten genutzt wer­den.

Die­se Stre­cken verfügen in der Regel über kei­nen regelmäßigen Personenverkehr. Sie erschließen für den Tourismus wichtige Regionen. Weg­en des teilweise nicht aus­rei­chen­den ÖPNV Angebo­tes übernehmen die Bahnen teilweise sogar SPNV-Funktionen.

Alle Bahnen eint, dass sie mit großem persön­li­chem En­gagement betrie­ben wer­den, aber chronisch un­terfi­nanziert sind! Einnah­men wer­den überwiegend aus dem Verkauf von Fahrkar­ten erzielt. Gelegentlich wer­den in geringem Umfang Zu­schüsse von Kommu­nen gewährt. Der Zugbetrieb un­terliegt der Kontrolle der Landeseisenbahn­aufsicht. Die kosten­in­ten­siven Vor­ga­ben der Eisenbahnbau- und Betriebs­ord­nung gel­ten auch für die Muse­ums- und Touristikbahnen.

Nach­halti­ger Tourismus wird von diesen Angebo­ten auf der Schiene erzeugt, weil bei­spielsweise Radfah­rer und Wande­rer in Regionen gelan­gen, die sonst nur mit dem Pkw zu errei­chen sind.

Es be­steht ei­ne drin­gen­de Notwendigkeit in Nieder­sach­sen zeitnah ei­ne neue Form der Fi­nanzierung einzufüh­ren, wie sie z. B. schon lange mit gu­ten Ergebnis­sen in Rhein­land-Pfalz oder Baden-Württemberg praktiziert wird.

Die Un­terzeich­ner bit­ten die niedersächsi­sche Landesregierung, noch in die­ser Legislaturpe­riode aus Regio­nalisierungs­mit­tel touristi­sche Schienenverkehre zu be­stel­len.

Bremervörde, 22. April 2017

Jahreshauptversammlung VCD Landesverband Niedersachsen

veröffentlicht um 05.04.2017, 12:59 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 05.04.2017, 13:29 ]

Hans-Christian Friedrichs
VCD-Landesverband Niedersachsen 

Pressemitteilung

verkehrspolitische Podiumsdiskussion zur Landtagswahl.

VCD lädt ein: 21./22. April ab 19:00 Uhr in Bremervörde.


05.04.2017 Hannover. Der Verkehr in Niedersachsen soll bis 2030 erheblich zunehmen und dazu braucht es laut Bundesverkehrswegeplan neue Autobahnen, wie zum Beispiel die A 20. Nur wie sinnvoll ist dies? Welche Alternativen gibt es? Werden diese Alternativen überhaupt diskutiert?

Diese und weitere Fragen zum Seehafenhinterlandverkehr und Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) will der VCD Landesverband Niedersachsen im Rahmen seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung in Bremervörde mit Gästen, Vertretern der Landtagsfraktionen und Experten diskutieren.

Wann?

Freitag,

21. April 2017
19:00 – 21:00 Uhr

Wo?

Hotel Daub
Bahnhofstraße 2
27432 Bremervörde

Teilnehmen werden:

  • Karl-Heinz Bley (CDU)
    Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

  • Maaret Westphely (Grüne)
    Sprecherin für Wirtschaft, Regionalentwicklung, Tourismus, Eine-Welt-Politik

  • Gerd Ludwig Will (SPD)
    Fraktionssprecher für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

sowie

  • Dr. Marcel Frank
    Geschäftsführer EVB

  • Susanne Grube
    Vorsitzende Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e. V.

  • Prof. Dr. Uwe Höft
    Technische Hochschule Brandenburg, Fachbereich Wirtschaft

Die eigentliche Jahreshauptversammlung beginnt am Sonnabend um 11:00 Uhr im Hotel Daub in Bremervörde. Auf der Tagesordnung steht neben Vorstandswahlen auch eine Resolution zur Förderung touristischer Verkehre. Um Anmeldung wird unter www.vcd-niedersachsen.de gebeten.

Rückfragen:
Hans-Christian Friedrichs, VCD-LV Niedersachsen • Fon 0160 5541402 • www.vcd.org/nds

VCD: Einsatz für straffällige Autofahrer steht im Gegensatz zu unzureichendem Engagement für Mobilität auf dem Lande

veröffentlicht um 02.02.2017, 04:54 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 09.02.2017, 02:09 ]

Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz lehnt Vorschlag aus Berlin ab.

02.02.2017

Hannover. Der ökologische Verkehrsclub VCD zeigt sich verwundert über den Einsatz der Landesregierung für straffällige Autofahrer bei gleichzeitig unzureichendem Engagement für soziale und umweltfreundliche Mobilität auf dem Lande. “Der Kontrast könnte nicht größer sein: Die Justizministerin sorgt sich um straffällige Autofahrer, für die ein Fahrverbot existenzgefährdend sein könnte, während von der Landespolitik völlig unbeachtet Haltepunkte an Bahnstrecken aufgegeben werden sollen. Diese sind besonders für Personen von Bedeutung, die über gar kein Auto verfügen”, so VCD-Landesvorsitzender Hans-Christian Friedrichs.

Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) lehnt ein Fahrverbot ab, weil es im ländlichen Raum wegen unzureichendem Öffentlichen Personennahverkehr, ÖPNV, existenzbedrohend und in der Stadt wirkungslos sein könnte. “Bezeichnend ist ihr Eingeständnis einer oft desolaten Situation des ÖPNV auf dem Lande. Es verwundert doch sehr, wie nun reflexartig mögliche Sanktionen für Autofahrer - in diesem Fall autofahrende Straftäter - beanstandet werden, Einschränkungen des öffentlichen Verkehrs auf dem Lande aber unkommentiert bleiben”, kritisiert Friedrichs.

Für den VCD ist ein Anspruch auf sozial- und umweltverträgliche Mobilität gegeben, es gibt jedoch kein Grundrecht auf ein Auto für Straftäter. So gehört die Stärkung des öffentlichen Verkehrs auf dem Lande zu einer der wichtigsten Forderungen des VCD. Als Teil einer staatlichen Daseinsvorsorge sollte der Erhalt und der Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs das Rückgrat einer nachhaltigen Verkehrspolitik bilden. “Der Einsatz der Landesregierung für straffällige Autofahrer steht in krassem Gegensatz zum spärlichen und bereits abgeschlossenen Reaktivierungsprogramm für die Schiene oder beispielsweise die geplante Schließung von mehreren Stationen der Wendlandbahn Lüneburg - Dannenberg, die von der Landespolitik gänzlich unbeachtet vollzogen werden soll”, so Friedrichs abschließend.

Der VCD fordert von der Landesregierung mehr Maß beim Einsatz für die verschiedenen Verkehrsträger. Die umweltfreundliche Schiene hat auch in Niedersachsen gegenüber dem Auto das Nachsehen. So setzt sich der Umweltverband weiter für mehr Reaktivierungen und Erhalt von Haltepunkten und Bahnstrecken ein.

VCD: Verkehrsunfall-Vorsorge grundlegend neu aufstellen

veröffentlicht um 25.01.2017, 04:11 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 01.02.2017, 06:11 ]

VCD fordert entschieden mehr Einsatz der Politik und Finanzmittel, um präventiv Menschenleben zu retten.


25.01.2017

Hannover. Der heute startende 55. Verkehrsgerichtstag in Goslar präsentiert ein breites Spektrum von Verkehrssicherheitsthemen. Vor einigen Jahren ist die Verkehrsopfer-Kurve aus dem Abwärtstrend nach oben ausgeschert. Somit stellen sich für die staatliche Sicherheits-Arbeit neue Herausforderungen. Der Verband für verantwortungsbewussten Verkehr VCD (Landesverband Niedersachsen) fordert die politisch Verantwortlichen auf, kraftvoll Impulse zu setzen, um den vormals positiven Trend wiederherzustellen. „Warum liegt in Deutschland weiterhin ein breites Instrumentarium ungenutzt brach, während es in anderen Ländern gang und gäbe ist und dort wirksam Opferzahlen und viel Leid mindert?“ fragt Harald Walsberg, Verkehrssicherheitsfachmann und stellvertretender Landesvorsitzender des VCD Niedersachsen.


Wie groß der Nachholbedarf hierzulande ist, kann eine vergleichende Analyse einiger Faktoren verdeutlichen.

Bei folgenden Punkten lebensrettender Maßnahmen und Regelungen etwa ist Deutschland noch überhaupt nicht dabei:

  • Halterhaftung;
  • Section Control (Ausnahme: Projektversuch Niedersachsen);
  • Höchstgeschwindigkeit (30/80/120);
  • Entziehen (und verwenden für Crashtests) von Fahrzeugen bei Rasern, Profilierungsfahrern (Posern, Schock-Lärmern), illegalen Straßenrennen;
  • Bekämpfung von Rechtsabbiegeunfällen Lkw gegen Radfahrer (Spezial-Spiegel am Fahrzeug,  an Ampelmast etc., Abbiegeassistenzsysteme, Kameras).

Und hier ist Deutschland nur sehr schlecht aufgestellt:

  • Fast kein Polizeipersonal für Kontrollen mehr geblieben (schon in einem Bundesland polizeiliche Verkehrsüberwachung wegen Personalnot temporär total eingestellt);
  • Anzeigen können von Behörden wegen Personalnot z. T. nicht mehr bearbeitet werden;
  • Sanktionen (EU-weit am unteren Ende);
  • Tempo-Blitzer (in einem großen Bundesland stehen z. B. an nur zwei von sehr vielen Autobahn-Verkehrsbeeinflussungsanlagen Tempo-Blitzer);
  • Medien benutzen eine negativ wertende Sprache in Berichterstattung: statt RadarFALLEN wäre z. B. Tempo-Blitzer/Radar oder – positiv wertend – Lebensretter-Blitzer/Radar sehr wünschenswert;
  • Auto-TV-Werbung ist teilweise psychologisch geschickt so durchkomponiert, dass sie zum Bruch der Verkehrsregeln und zu gefährlichem Fahren animiert.

„In aller Regel beschränken sich Erneuerungs-Aktivitäten seitens Politik und Behörden lediglich auf Verbesserungen von Infrastruktur und Regelungen, während die (mangelnde) Umsetzung durch die Verkehrsteilnehmer anschließend völlig aus dem Blick gerät. Überall braucht es Personal, das schlicht nicht (mehr) vorhanden ist. Hier muss sich das Blatt dringend wenden. Wir fordern, massiv in den Aufbau von zuvor weggespartem Personal bei der Polizei und anderen beteiligten Behörden für wirksame Überwachungskonzepte zu investieren, damit im alltäglichen Verkehr die gelebte Umsetzung der unfallpräventiven Regelungen wieder gewährleistet ist“, so VCD-Mann Walsberg. „Hohe Wirksamkeit und guter Erfolg mit einem weitaus besser gelebten Miteinander statt dem derzeitigen gefährlichen Gegeneinander ist der zweifelsfrei garantierte Ertrag – mit dem Zugewinn einer erheblich gesteigerten Lebensqualität.“

Kontakt: Harald Walsberg, Tel. 0171 202 9333

VCD: Etikettenschwindel um Neubaustrecke nicht hinnehmbar

veröffentlicht um 14.01.2017, 10:23 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 01.02.2017, 06:19 ]

Umfahrungen der Orte Lüneburg, Deutsch Evern, Bad Bevensen und Uelzen.
Umweltverband fordert weiter alternative Prüfung einer A-7-Variante.


14.01.2017

Hannover/Lüneburg. Nach dem Willen des Bundesministeriums für Verkehr und der Deutschen Bahn soll entgegen dem Beschluss des Dialogforums Schiene Nord nun doch zwischen Hamburg und Celle eine Neubaustrecke entstehen. Diese Planung stellte die Deutsche Bahn am 12. Januar in Lüneburg vor, bezeichnete die Neubaumaßnahmen allerdings als aufeinanderfolgende “Ortsumfahrungen”. VCD-Landesvorsitzender Hans-Christian Friedrichs: “Es ist erfreulich, dass auch das Niedersächsische Verkehrsministerium seine Verweigerungshaltung gegenüber Alternativen zur unzureichenden und belastenden “Engpasslösung” Lüneburg – Uelzen aufgibt. Inakzeptabel ist aber neben mangelnder Transparenz, dass nun wieder eine Neubaustrecke quer durch die Ostheide umgesetzt werden soll. Die in der Region geforderte Streckenführung entlang der A 7 wird dagegen kategorisch vom Land abgelehnt und nicht geprüft.”

Hintergrund: Was bis vor Kurzem im Projektinformationssystem “PRINS” des Bundesverkehrsministeriums als “optimiertes Alpha” unter anderem mit “ABS Lüneburg – Uelzen” beschrieben wurde, heißt nun in der Version 2-003-V03 “ABS/NBS Hamburg – Hannover”, also nicht mehr nur Ausbaustrecke, sondern auch Neubaustrecke. Genau so ist das wichtigste und umfangreichste Teilprojekt des “Alphas” dann auch am 23. Dezember im Bundesschienenwegeausbaugesetz festgeschrieben worden. Dabei hatte das Niedersächsische Verkehrsministerium doch stets betont, dass es den Auftrag des Dialogforums umsetzen und am Prinzip “Ausbau vor Neubau” festhalten wolle.

Im PRINS findet sich auf der Streckenkarte zwischen Hamburg und Celle keine Trassenführung, sondern nur ein grober Suchkorridor, der in seiner gekrümmten Form an eine Wurst erinnert. In der schriftlichen Begründung der Dringlichkeit ist etwas konkreter die Rede von “Umfahrungen der Orte Lüneburg, Deutsch Evern, Bad Bevensen und Uelzen”.

Nach gut anderthalb Stunden kam es dann bei der Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn in Lüneburg fast zum Eklat, als klar wurde, dass keine weiteren Details zu einer Trassenführung genannt werden sollten. Die Deutsche Bahn veröffentlichte noch während der Veranstaltung in einer Pressemitteilung, dass “Lüneburg und Deutsch Evern intensiv an den Planungen zum Bahnprojekt Hamburg/Bremen-Hannover beteiligt werden”. Tatsächlich sollen die Städte und Gemeinden von Lüneburg bis Uelzen nun an runden Tischen unter Regie der Deutschen Bahn selbst festlegen, wo denn ihre “Ortsumfahrungen” gebaut werden sollen.

“Die Veranstaltung entsprach überhaupt nicht den Erwartungen der meisten Teilnehmenden. Denn wer ein exakt berechnetes Nutzen-Kosten-Verhältnis NKV von genau 1,0 und viele Faktoren bis auf Nachkommastellen genau benennen kann, muss auch eine halbwegs genaue Trassenführung zugrunde gelegt haben. Diese den zahlreichen Gästen aus der Region vorzuenthalten ist nicht hinzunehmen”, so Friedrichs. Weiteren Streit gab es um die Definition der Bauvorhaben. Frank Limprecht von der Deutschen Bahn sprach dabei von “Ortsumgehungen”, die lediglich eine Ausbaumaßnahme der bestehenden Strecke darstellten, insbesondere wenn die Entfernung von der Bestandsstrecke nur gering wäre. Vorteil für die Planer wäre ein vermeintlich verzichtbares Raumordnungsverfahren. Die Frage nach den für die Ortsumfahrungen vorgesehenen Kurvenradien blieb unbeantwortet.

Siehe auch unten “Exkurs Kurvenradien und Ortsumfahrungen”

Friedrichs: “Für uns entsteht der Eindruck, dass zum Einen den zahlreichen Anliegern an der Bestandsstrecke mit sogenannten Ortsumgehungen ein Angebot gemacht werden soll, wie sie von den Belastungen des drei- bzw. viergleisigen Ausbaus verschont werden könnten. Andererseits sollen und müssen die Gemeinden angesichts der geografischen Faktenlage an runden Tischen offensichtlich selbst darauf kommen, dass für sie eine der ursprünglichen Bypass-Lösungen die beste wäre.

Der VCD geht davon aus, dass neben den Hansestädten Hamburg und Lüneburg auch die Gemeinde Deutsch Evern und weitere an ihrer Forderung nach einer alternativen Trasse in einem Korridor mit der Autobahn 7 festhalten werden. Die neuen alten Planungen der Deutschen Bahn schafften nicht nur Gewinner, sondern auch neue Betroffenheiten, die von den jeweiligen Gemeinden nicht hingenommen werden. Aus Sicht des VCD ist eine neue Auseinandersetzung zwischen Anliegern der Bestandsstrecke und solchen, die von einem Bypass betroffen wären, unbedingt zu vermeiden. Der Bau der Strecke wäre zeitraubend und auch im Sinne guter nachbarschaftlicher Beziehungen kontraproduktiv. “Mit unserem eigenen Vorschlag beim Dialogforum ging es uns darum, wenig genutzte und ehemalige Trassen wiederzubeleben und auf Flächenverbrauch und Zerschneidung weitgehend zu verzichten und mit innovativen Ideen die Anzahl der Züge zu minimieren. Auch wenn diese Variante am Raumwiderstand gescheitert ist, hält der ökologische Verkehrsclub weiter an den Prinzipien für eine möglichst umweltverträgliche und effiziente Lösung zur Stärkung der Schiene im Norden fest. Der VCD fordert daher weiter die ernsthafte und zügige Prüfung einer Trassenführung entlang der A 7 auf ihre Eignung und Umweltverträglichkeit. Einen eingehenden Vergleich aller Trassenvorschläge ist das Dialogforum schuldig geblieben. Die als “Ortsumfahrungen” getarnte Neubaustrecke quer durch die Ostheide lehnt der Umweltverband auch wegen erheblicher zu erwartender Umweltschäden ab. Der Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn, die unzureichende Kapazität der bisherigen Ausbauplanungen des Alphas anzuerkennen und durch weitere Maßnahmen zu verbessern wird grundsätzlich begrüßt.

Rückfragen:
Hans-Christian Friedrichs, VCD-LV Niedersachsen • Fon 0160 5541402 • www.vcd-niedersachsen.de

Exkurs Kurvenradien und Ortsumfahrungen

In allgemein zugänglichen Quellen wird bei 250 km/h ein minimaler Kurvenradius von 2.800 m genannt. Durch eine entsprechende Überhöhung ist eine solche Strecke aber nur für schnell fahrende Personentriebzüge (z. B. ICE) geeignet. Für langsam fahrende Güterzüge ist nur eine geringere Überhöhung möglich, was bei Mischbetrieb zu größeren Kurvenradien führt. So ist bei Mischbetrieb ein Kurvenradius von mindestens 4.000 m erforderlich.

Legt man für die Neu- bzw. Ausbaustrecke Hamburg – Hannover ähnliche Anforderungen wie für andere Neubaustrecken zugrunde, die für Mischbetrieb und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h vorgesehen sind, dann müsste die erste “Ortsumfahrung” vereinfacht ca. vier Kilometer vor Lüneburg abzweigen, um etwa vier Kilometer südlich der Hansestadt wieder die Hauptstrecke zu erreichen. Für die explizit genannten Orte Deutsch Evern, Bad Bevensen und Uelzen gilt das gleiche. Beim jeweiligen Ein- und Ausfädeln wären dann auch noch insgesamt acht aufwendige Überwerfungsbauwerke (Brücken) erforderlich.

Tatsächlich beträgt die Entfernung zwischen den Ortslagen Lüneburg und Deutsch Evern auf der Schiene aber nur etwa drei Kilometer. Eine bzw. zwei Ortsumfahrungen mit den genannten Maßen sind hier, von den weit nach Süden reichenden Lüneburger Ortsteilen Rettmer und Häcklingen mal ganz abgesehen, nicht machbar. Südlich von Deutsch Evern schließt sich nach etwa sieben Kilometern die Gemeinde Bienenbüttel an, nach weiteren sieben Kilometern kommen Medingen und Bad Bevensen, nach neun Kilometern Uelzen und weitere neun Kilometer südlich von Uelzen Suderburg. Das Prinzip einzelner Umfahrungen der genannten Ortschaften scheint also bei angestrebten Geschwindigkeiten von 250 km/h bereits im Norden des Suchraums nahezu ausgeschlossen. Mit Bienenbüttel käme ein weiterer Kandidat für eine Ortsumfahrung hinzu. Zudem würde sich die Streckenlänge nicht reduzieren, sondern erhöhen, was die angestrebte Reisezeitverkürzung im Fernverkehr erschwerte.

Anders sieht es aus, wenn mehrere Ortslagen mit einer einzigen westlich gelegenen Trasse umfahren werden. Sie brächte eine insgesamt kürzere Strecke zwischen Hamburg und Hannover und machte deutliche Reisezeitverkürzunge möglich. So werden Parallelen zu den im Dialogforum vorgestellten Varianten Ashausen – Unterlüß und Ashausen – Suderburg deutlich. Diese hatten in der Bewertung nach dem klassischen “Y” mit den Bestnoten “++” und “+” abgeschnitten.

Touristische Verkehre als erster Schritt zur Reaktivierung

veröffentlicht um 28.11.2016, 05:04 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 28.11.2016, 05:05 ]

Das „Netzwerk Reaktivierung“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD lädt ein. 


28.11.2016

Hannover. Die Niedersächsische Landesregierung betrachtet ihre Bemühungen für die Reaktivierung von Eisenbahnstrecken als abgeschlossen. Wie bekannt, sollen drei Strecken für den Personennahverkehr wieder eröffnet werden. Landesvorstandsmitglied Leo Demuth aus Lüneburg vertritt die Auffassung, „dass die Leistung des Wirtschaftsministerium auf diesem Gebiet grundsätzlich anzuerkennen ist, aber keinesfalls ausreicht.“

Vor einer Reaktivierung könnten aber touristische Angebote auf der Schiene die Wiederaufnahme des regulären Personen- und Güterverkehrs erleichtern. In Niedersachsen führen 15 Organisationen auf landschaftlich reizvollen Strecken Fahrten mit historisch wertvollen Fahrzeugen durch. Dies geschieht in Bezug auf Fahrgeldeinnahmen in der Regel eigenverantwortlich, was für die Betreiber oft ein erhebliches wirtschaftliches Risiko darstellt.

Um ein anderes Finanzierungsmodell zu erarbeiten und einen allgemeinen Erfahrungsaustausch anzubieten, lädt der VCD zu einer öffentlichen Veranstaltung mit interessanten Vorträgen aus dem Teilnehmerkreis nach Hannover ein:


Netzwerk Reaktivierung - Touristische Verkehre

Wann?

Freitag, 2. Dezember 2016
19:00 – 21:00 Uhr

Wo?

Pavillon am Raschplatz, Raum 1
Lister Meile 4
30161 Hannover

Der Pavillon am Raschplatz befindet sich fast direkt neben dem Hauptbahnhof, auf der Ostseite.


Rückfragen:
Leo Demuth, VCD-LV Niedersachsen • Fon 04131 58136 • www.vcd.org/nds

Nur noch eine Woche bis zum »8. VCD-Bahnkongress Niedersachsen«

veröffentlicht um 25.10.2016, 02:15 von VCD Landesverband Niedersachsen   [ aktualisiert: 14.01.2017, 10:19 ]


Bahn-Experten diskutieren am 1. November in Hannover auch über das neue Fernverkehrsangebot von »Locomore« und die Entwicklung des Fernbuslinienverkehrs. 


25.10.2016 
Hannover. Das Programm des »8. VCD-Bahnkongress Niedersachsen« ist in diesem Jahr mit acht Vorträgen und viel Raum zum Austausch wieder prall gefüllt. Im Fokus stehen der Fernverkehr auf der Schiene und mit dem Bus, die Vorstellung des ersten wasserstoffgetriebenen Regionalzuges der Welt, sowie der Fahrkartenvertrieb im Schienenpersonennah- und fernverkehr. „Besonders freuen wir uns auf die Vorträge zweier weiterer Referenten zum Fernbuslinienverkehr und eines neuen Anbieters von Fernverkehr auf der Schiene. Wir erwarten eine spannende Diskussion“, erklärt der VCD-Landesvorsitzende Hans-Christian Friedrichs.


Mit Derek Ladewig konnte der ökologische Verkehrsclub VCD nun den Geschäftsführer des bereits 2007 gegründeten Eisenbahnverkehrsunternehmens »Locomore« für einen Vortrag gewinnen. Der private Anbieter wird ab 14. Dezember auf der Eisenbahnstrecke Stuttgart – Hannover – Berlin verkehren. Ab 2017/2018 soll Köln – Hannover – Berlin – Rügen hinzukommen. Wie Niedersachsen von dem Angebot profitieren kann, wird Ladewig auf dem diesjährigen Bahnkongress vorstellen.

Aus dem Bereich Fernbuslinienverkehr steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 8. Bahnkongresses Kai Neumann vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) Rede und Antwort. Der Konzentrationsprozess im Ferbuslinienverkehr läuft auf Hochtouren, das Angebot wächst noch immer: Hamburg – Berlin wird jetzt im 20-Minuten-Takt gefahren und die Deutsche Bahn kontert mit attraktiven Preisen und schnellen Verbindungen. Wie es im Spannungsfeld zwischen Fernlinienbus und dem Fernverkehr auf der Schiene weitergehen wird, erläutert uns neben Dipl.-Ing. Christoph Marquardt nun auch Kai Neumann in seinem Vortrag.

Der »8. VCD-Bahnkongress Niedersachsen« beginnt am Dienstag, 1. November 2016 um 9:30 Uhr im Novotel Hannover-List, Podbielskistraße 21/23. Die detaillierte Agenda ist am Ende dieser Nachricht zu finden, Anmeldungen sind noch online über die Homepage des VCD unter www.vcd.org/nds möglich. Zur besseren Planung werden auch Medienvertreter um eine Anmeldung gebeten.

Agenda
8. VCD-Bahnkongress Niedersachsen
1. November 2016
09:30UhrRegistrierung und Begrüßungskaffee
10:00UhrEröffnung und Einführung
Hans-Christian Friedrichs
VCD-Landesvorsitzender
10:10UhrGrußwort
Hans-Peter Wyderka
Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Referat 40: Verkehrspolitik, Mobilität, Logistik
Eisenbahnfernverkehr in Niedersachsen Teil I
10:25UhrDie Entwicklung des Fernverkehrs in Niedersachsen
Robert Ohler und Lorenz Wünsch
Angebotskommunikation Fernverkehr, DB Fernverkehr AG
11:05UhrNeues Fernverkehrsangebot - auch für Niedersachsen
Derek Ladewig
Geschäftsführung/CEO Eisenbahnverkehrsunternehmen Locomore GmbH & Co. KG
11:25UhrDiskussion und Fragen an die Referenten
Fernbuslinienverkehr Teil I und Eisenbahnfernverkehr in Niedersachsen Teil II
11:40UhrDie Entwicklung des Fernbuslinienverkehrs in Deutschland -
erst dauerte es lange, dann ging alles ganz schnell.
Dipl.-Ing. Christoph Marquardt
MOBILE ZEITEN, Verkehrsplanung und -beratung
12:15UhrEntwicklung des Bahnfernverkehrs: Potenziale und politischer Entscheidungsbedarf
Diplom-Biologe Christoph Schaaffkamp
Geschäftsführer KCW
12:50UhrDiskussion und Fragen an die Referenten
13:05UhrMittagspause
13:15UhrPressekonferenz
Fahrkartenvertrieb und SPNV in Niedersachsen
14:05UhrZugang zum Fahrkartenkauf
Stefan Mader
Geschäftsentwicklung (V.DVE), DB Vertrieb GmbH
14:35UhrFahrscheinvertrieb in Niedersachsen
Susanne Wecken
Bereichsleiterin Verkehrswirtschaft, Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH
15:05UhrDiskussion und Fragen an die Referierenden
Innovative Antriebstechniken und Fernbuslinienverkehr Teil II
15:20UhrWasserstoff als Schlüssel zum emissionsfreien Schienenverkehr
Jens Sprotte
Leiter Geschäftsentwicklung, Alstom Transport Deutschland GmbH
15:50UhrFernbuslinienverkehr Teil II
Kai Neumann
Referent Fernbus, Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) e. V.
16:20UhrDiskussion und Fragen an den Referenten
16:35UhrZusammenfassung und Bewertung
Hans-Christian Friedrichs
VCD-Landesvorsitzender
16:45UhrGet-together
Moderation:
Hans-Christian Friedrichs
VCD-Landesvorsitzender

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