Medien‎ > ‎Kurzmeldungen‎ > ‎

Fährverbindung Cuxhaven – Brunsbüttel wiedereröffnet, A 20 jetzt noch überflüssiger

veröffentlicht um 19.08.2015, 10:42 von Hans-Christian Friedrichs   [ aktualisiert 20.08.2015, 09:38 von VCD Landesverband Niedersachsen ]
Ab sofort gibt es nach einer 15-jährigen Pause wieder eine Fährverbindung mit zwei neuen Schiffen von Cuxhaven nach Brunsbüttel. Der VCD begrüßt die Einrichtung dieser neuen alten Linie, zeigt sie doch auf, wie mit moderatem Aufwand die länderübergreifende Mobilität an der Küste verbessert werden kann. Insofern können wir der Politik diesseits und jenseits der Elbe auch nur gratulieren, dieses norddeutsche Verkehrsprojekt mit Worten und Steuermitteln geplant und unterstützt zu haben. Auch von offizieller Seite wird diesem Seeweg eine Bedeutung bis hin zum Hamburger Elbtunnel beigemessen.

Mit Erstaunen nehmen wir allerdings wahr, wie die verkehrspolitischen Akteure Schleswig-Holsteins und Niedersachsen quasi im gleichen Atemzug nicht müde werden, die Wichtigkeit der parallel zur Fähre angedachten Autobahn 20 zu betonen und den Weiterbau derselben zu fordern. Die A 20 würde einmal als transeuropäische Asphalt-Magistrale die Niederlande mit Dänemark und Polen verbinden, durch Niedersachsen, unter der Elbe hindurch, durch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Wozu? Nach wie vor ist der Bedarf weder nachgewiesen noch in der Zukunft prognostiziert. Größter Knackpunkt ist die sündhaft teure Elbquerung. Der Pkw-Verkehr kann schon heute mit einer Fähre bewältigt werden und würde den Bau eines Tunnels in keiner Weise rechtfertigen. Bleibt der Güterverkehr. Hier sehen die Prognosen seit Beginn der Planungen so schlecht aus, dass das Verkehrsaufkommen den Bau nicht ansatzweise finanzieren könnte – geplant ist ein privater Bau, refinanziert durch Lkw-Maut-Einnahmen. Folglich findet sich kein Investor, kein Konsortium, das ein so großes finanzielles Risiko eingehen würde.

So bleiben die A-20-Rufe der Politik heiße Luft in die Ohren derer, die es hören wollen. Güter gehören zwischen Polen, Skandinavien und den ZARA-Häfen Zeebrügge (Belgien), Amsterdam, Rotterdam (beide Niederlande) und Antwerpen (Belgien) ohnehin aufs Schiff, der Seehafenhinterlandverkehr in Deutschland auf die Schiene, und für Pkw sind wir nun im Unterelberaum mit zwei Fähren gut bedient. Wir wünschen den neuen Schiffen allzeit die berühmte Handbreit Wasser unter dem Kiel!  (hcf)