Bemerkungen zur Welpenaufzucht




Worum es uns geht:
 
Wir wollen, dass die Welpen uns von dem Moment an, an dem sie die Augen öffnen und mehr wahrnehmen als Milchfluss, als Bestandteil ihres Rudels akzeptieren.
Daher schläft einer von uns die ganze Aufzucht über mit im Welpenzimmer und wir sitzen mit in der Wurfkiste, wenn die Welpen gesäugt werden. Wir sind Bestandteil ihrer allerersten Umwelterfahrungen. Sowie sie die Augen und Ohren öffnen sind wir, neben der Mutter, die ersten Wesen, die sie hören, riechen, erklettern und anbeißen können.

Wir wollen den Welpen vermitteln, dass wir mit der Mutterhündin eine Einheit bilden und gemeinsam wahrgenommen werden.
Sie erfahren die menschliche Stimme, die Gerüche und Berührungen als angenehm und gemütlich- immer in Verbindung mit dem warmen Milchfluss der Mutterhündin.
Spätestens wenn sie etwas über zwei Wochen alt sind, gibt auch unsere Anwesenheit im Zimmer den Welpen alle Geborgenheit, die sie benötigen und ist ein Signal zum "Fressen fassen", ob die Hündin dabei ist oder nicht.



Wir wollen, dass schon bald nachdem die Welpen mit drei bis vier Wochen von uns zugefüttert werden, 
wir als Ernährer schnell in der Position der anerkannten "Oberhunde" sind. 
Wir beginnen viel mit den Welpen zu unternehmen, damit der Mensch als derjenige, der die Rudelaktivitäten bestimmt in seiner Position gefestigt wird. Dabei finden wir es uns nicht so wichtig, welche Art der Spielerfahrung die Welpen im einzelnen machen, sondern viel mehr, dass sie immer wieder neuen Situationen und Eindrücken ausgesetzt werden, die sie befähigen sollen, souverän mit neuen Situationen umzugehen.
 
Dann spielt es später keine Rolle, ob sie den Schnee, eine Klapperbüchse oder ein schräges Brett bereits kennen gelernt haben oder nicht.
Sie werden gelernt haben, dass der Mensch derjenige ist, der sie an die Abenteuer heranführt, ihnen die Sicherheit bietet, die sie brauchen um neue Erfahrungen zu machen. Der Mensch weiss was zu tun ist und wo es Futter gibt. E scheint als "Rudelchef" durchaus geeignet zu sein.
 

Sicherlich haben wir auch das übliche Spielzeug, wie Klingeln, Planschbecken, Seile oder Bälle, 
aber vor allem haben wir das besondere Glück ein riesiges Grundstück zu besitzen, mit allem wovon ein Hundeherz träumt: Wald, Wildspuren, Wiesen, Pferdeäppel, Höhlen, Schuppen, Büsche, Tümpel, "Berge", Furchen und vielem mehr. Alles dürfen sie irgendwann kennenlernen und erobern. Wir sind immer dabei mit unserem Glöckchen, das irgendwann zum Sammeln und Fressen ruft.
 
Wir fühlen uns verantwortlich dafür, den Ablösungsprozess der Welpen von der Mutter, hin zum Menschen zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern. 
Wir wollen, dass die Welpen sich mit acht Wochen mehr an uns, den Menschen orientieren, als an ihrer Mutter. Das erleichtert es ihnen sich auf ein neues Leben in einer neuen Familie einzulassen.
 
Wenn unsere Welpen frühestens mit acht Wochen zu ihren neuen Familien umziehen, haben sie vieles kennen gelernt - nur keinen Zwinger - denn 
da kann ein Welpe nicht viel Erfahrungen machen.
Es ist klar, dass wir diesen Aufwand in der Welpenaufzucht nicht betreiben, damit der Hund später sein Leben in einem Zwinger oder in einer reiner Aussenhaltung fristet. Damit sind unsere Welpen überfordert.


 
Was heißt das für die Abgabe der Welpen?

Weil es dem Sosalisierungsprozess unserer Welpen nicht entspricht, geben wir keine Welpen an Menschen ab, bei denen sie später im Zwinger oder ausschließlich in Hof und Garten leben müßten, sondern nur in eine reine Familienhaltung. Das impliziert, dass die Hunde auch nach ihrer Abgabe in und mit der Familie - also auch mit im Haus leben.
Unsere Kaufverträge sind entsprechend ausgelegt!
 
Wir erwarten von unseren Welpenkäufern, dass sie den Sozialisierungsprozess der Welpen weiterhin intensiv begleiten, für ausreichend menschliche und artspezifische Sozialkontakte sorgen und wie wir davon überzeugt sind, dass Sozalisation nicht in Schulen, sondern nur in gemeinsamem Leben und Aktivitäten gelernt werden kann, bei denen der Hund seine Grenzen und Freiräume erfahren kann.
Darin unterscheiden sich Hundekinder nicht von Menschenkindern.
Kein Hund wird als sozialverträglicher Familienhund geboren !


Wir erwarten von unseren Welpenkäufern aber auch, dass sie sich über die artspezifischen Eigenschaften des Hovawarts informiert haben und sich bewußt sind, dass der Hovawart weder als Schoss-, noch als Jagd- oder Hütehund sondern als kraftvoller Wachhund gezüchtet wurde, der immer das Interesse haben wird seinen Job zu machen, dafür eine natürliche Dominanz benötigt und nicht bereit ist, bedingungslos jeden Menschen zu lieben, dem er begegnet.
 
Entsprechend erwarten wir auch von unseren Welpenkäufern, dass sie sich genau erkundigen und überlegen, ob so ein Hund in Ihrem näheren und weiteren Umfeld akzeptiert werden wird.
Ohne diese Akzeptanz kann keine erfolgreiche artspezifische Sozialisation stattfinden.

 
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