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Von der Rechenanlage bis zur Chausseestraße

Die Südpanke beginnt ihren Weg kurz nach der "Rechenanlage Panke" an der Schulzendorfer Straße in Wedding. Auf den Fotos ist gut die motorisch verschließbare Öffnung zu sehen: vier runde Rohrklappen hinter einem Gitter. Diese kleine Klappe ist also die eigentliche Fortsetzung des Flusses, während das Flussbett hier in einen Kanal übergeht, der zum Nordhafen führt und auch als Nordpanke bezeichnet wird. Irgendwann soll hier wieder mehr Wasser in die Südpanke fließen. Inwieweit das machbar ist, wurde sogar schon durch eine Diplomarbeit erforscht. Die "Rechenanlage" hat übrigens natürlich nichts mit Computern zu tun, sondern heißt so wegen der großen Rechen, die hier stehen, um den Dreck aus dem Fluss abzufischen.

Die Südpanke verläuft ab den Klappen unterirdisch durch den kleinen Südpanke-Park, der ganz früher mal ihr eigentliches Flussbett war. Der Fluss verlief ursprünglich schon etwa ab der Schönwalder Straße etwas östlicher. Ich habe den alten Verlauf in der Karte hier mal in hellrot skizziert, nach dem Vorbild einer Karte von 1884 (link). Früher war hier allerdings kein Park, sondern zunächst eine Art Biergarten des Gastwirts Liese, zu dem zeitweise sogar eine Flussbadeanstalt gehörte. 1868 kaufte die Norddeutsche Brauerei das Grundstück und überbaute die Panke mit zahlreichen Gebäuden für festliche Zwecke.

Anlässlich der Anlegung des Parks 1956 (mit Mitteln aus dem Marshall-Plan) wurde die Panke hier komplett verrohrt. Spuren ihres Verlaufs sind lediglich zwei Gullys und wohl ein weiterer durch vier rot-weiße Stäbe markierter Zugang zum unterirdischen Fluss. Außerdem gibt es hier diese etwas merkwürdige Skulptur, die genau oberhalb der Panke steht, eine Art bepflasterer Hügel mit Metallkappe. Ob das irgendwas mit der Panke zu tun haben soll, konnte ich bislang nicht herausfinden.

Die Panke verläuft hier dann also durch den Park und kreuzt kurz vor der Liesenstraße die Chausseestraße. Hier befindet sich ein sogenannter Düker (Wikipedia), also ein tiefergelegter, unterirdischer Wasserverlauf, der hier noch einige Meter unterhalb des U-Bahn-Tunnels verläuft.

Dieser Düker wurde in Zusammenhang mit dem Bau der Berliner Mauer von den DDR-Behörden wegen Fluchtgefahr verschlossen, so dass danach auch kein Wasser der Panke mehr in den weiteren Verlauf der Südpanke fließen konnte. Bei der Sanierung der Chausseestraße wurde dieser Düker 1999 aber offenbar wieder geöffnet, so dass zumindest dieses Hindernis nicht mehr besteht. Das letzte Foto auf der Karte zeigt eine steinerne Struktur am nordöstlichen Rand der Chausseestraße, genau an der Stelle, wo die Panke die Straße überquert. Ich bin mir sicher, dass diese Steine zum Pankeverlauf gehören. Ich müsste nochmal ein besseres Fotos machen.


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