Für jedes Jahr ein Buch nach Białystok
erschienen am 27.11.09 im
Nachrichtenportal für Berlin und Brandenburg
Pressemitteilung
Esperanto-Verband Berlin-Brandenburg e.V.
13. bis 20. Dezember 2009 in Berlin
Eine Woche Zamenhof satt
Ein gemeinsames Frühstück in einem Szenecafé im Prenzlauer Berg
markierte am Sonntag, den 13. Dezember 2009 den Beginn einer Woche, in
der sich alles um Ludwig L. Zamenhof dreht. Seinen 150. Geburtstag
würde der Initiator der internationalen Sprache Esperanto in diesem
Jahr feiern und in Berlin werden mit unterschiedlichen Veranstaltungen
die verschiedenen Aspekte seines Wirkens beleuchtet. Zwei Dutzend
Mitwirkende, die als Künstler, Referenten, Organisatoren oder Helfer im
Catering mitwirken, haben sich vor einer arbeitsreichen Woche einen
letzten Augenblick der Ruhe gegönnt.
Ein Fest für Zamenhof mit internationalen Gästen am 18. Dezember
2009
Höhepunkt der Zamenhofwoche in Berlin wird das Zamenhof-Fest am
Freitag, den 18. Dezember 2009 sein. Der Deutsche Esperanto-Bund als
nationale Dachorganisation hat die Veranstaltung in der Hauptstadt als
"zentrales Zamenhof-Fest" beworben und ihm damit den Vorrang vor den
unzähligen kleineren Festen eingeräumt, die in diesen Tagen überall
dort stattfinden, wo Esperanto gesprochen wird. Leitmotiv des Abends
wird das friedliche Miteinander von Deutschen und Polen sein. Ein
Anliegen, das nicht nur das Leben und Wirken von Ludwig Zamenhof
bestimmt hat, sondern auch in seiner Familie über alle Generationen
weiter getragen wird. Louis Christoph Zaleski-Zamenhof, der Enkel, hat
ein Grußwort übermittelt, in dem er seiner Freude Ausdruck verleiht,
daß die "1000-jährigen Mauern zwischen Deutschen und Polen" durch die
wunderbare Erfindung seines Großvaters überwunden werden konnten.
Für jedes Jahr ein Buch nach Białystok - Unterstützung für das
Kulturzentrum
Eine Delegation der Stadtverwaltung Białystok unter der Leitung des
Vizebürgermeisters Alexandr Sosna wird während des Zamenhoffests den
Beitrag der deutschen Esperanto-Freunde zum Aufbau eines Kulturzentrum
entgegennehmen, das den
Namen des bekanntesten Sohns dieser ostpolnischen Stadt erhielt und auf
polnisch
“
Centrum im.
Ludwika Zamenhofa” heißt. Für jedes Lebensjahr von Ludwig Zamenhof
wurde ein Buch aus der mehrere 10.000 Titel umfassenden
Esperanto-Literatur ausgewählt: Sachbücher, Romane, Gedichtbände,
sowohl Übersetzungen, als auch Literatur, die direkt auf Esperanto
verfaßt wurde. Die deutsche Literatur ist durch die "Germana Antologio"
mit Übersetzungen aus 10. Jahrhunderten, aber auch mit der
Esperanto-Fassung von "Max und Moritz" oder dem "Struwwelpeter" gut
vertreten.
Das Zamenhof-Fest
Ort: findet in der
Max-Taut-Aula, Fischerstr. 36 (Ecke
Schlichtallee), 10317 Berlin (Lichtenberg, S-Bahnhof Rummelsburg) statt
und beginnt um 19:00 Uhr. Es wird ein abwechslungsreiches
Kulturprogramm geboten. So trägt der polnische Barde Georg Handzlik
Balladen auf Polnisch und Esperanto vor, Martin Wiese vertritt den
Esperanto-Rock- und -Pop und die
Gruppe Querbeet spielt
Klezmer-Musik. Für den Festvortrag über das Trachten und Schaffen von
Ludwig Zamenhof konnte Prof. Martin Haase (Universität Bamberg)
gewonnen werden.
Grußworte sprechen Marek Prawda, Botschafter der Republik Polen
und Christina Emmrich, Bürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg.
Programm der Zamenhof-Woche
An jedem Tag der Zamenhof-Woche vom 13. bis 20. Dezember 2009 gibt es
an verschiedenen Orten in Berlin Veranstaltungen mit sehr
unterschiedlichem Charakter. Am 15. Dezember stellt Felix Zesch im
Esperanto-Haus, Einbeckerstr. 36, 10317 Berin-Lichtenberg die Biografie
von Ludwig Zamenhof vor und geht vor allem auf die politischen und
religiösen Aspekte ein. Am Donnerstag wird am selben Ort über die
Funktion von Städtepartnerschaften diskutert. Hier gibt es zahlreiche
Beispiele, wie mit der gemeinsamen Sprache Esperanto ein direkter
Austausch an der Basis erreicht werden kann. Bei der Stadt Białystok
steht eine Städtepartnerschaft mit Lichtenberg auf dem Wunschzettel und
Gemeinsamkeiten im kulturellem Bereich wurden schon bei einem Besuch im
Sommer 2009 entdeckt.
Montag, 14. Dezember 2009: Bücherschau
Der Geburtstag Zamenhofs wird traditionell auch als "Tag des
Esperanto-Buches" mit gut bestückten Büchertischen begangen. Am Montag,
den 14. Dezember 2009 werden in der Danzigerstr. 50 (Prenzlauer Berg)
ausgewählte Bücher präsentiert. Zwei dieser Bücher spielen in Berlin
und haben das Leben in der Kaiserzeit bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieg
("Kiel akvo de l'rivero" - Raymond Schwartz), bzw. die politischen
Kämpfe gegen Ende der 1920. Jahre ("Metropoliteno" - Wladimir Warankin)
als Hintergrund einer spannenden Romanhandlung. Als Sachbuch knüpft
„Die gefährliche Sprache“ von Ulrich Lins daran an der die Verfolgung
von Esperantisten unter Stalin und Hitler dolumentiert hat. Aktuelle
Esperanto-Literatur kann vor Ort eingesehen und erworben werden.
Entspannter geht es am Wochenende zu. Die auswärtigen Besucher können
an geführten Rundgängen in Berlin und Frankfurt/Oder teilnehmen und die
Weihnachtsmärke besuchen. Am Abend des 19. Dezember sind alle in die
Kellerbar in der Danzigerstr. 50 eingeladen, wo nochmal Martin Wiese
auftritt.
Die Veranstaltungen sind kostenlos. Lediglich für das Zamenhof-Fest am
Freitag, den 18. Dezember 2009 wird ein Unkostenbeitrag von 9 € erhoben.
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Berliner und Brandenburger Esperanto-Freunde helfen beim Aufbau eines Kulturzentrums in der ostpolnischen Stadt Białystok
- 150 Bücher nehmen Vertreter der Stadtverwaltung von Białystok am 18. Dezember als Beitrag aus Berlin in Empfang.
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Anlaß ist der 150. Geburtstag von Ludwig L. Zamenhof, der am 15.12.1859 in Białystok geboren wurde
Urwüchsige Wälder, in denen der Bison grast, sind das Markenzeichen
des Białowieża-Nationalparks in Polen kurz vor der Grenze zu
Weißrußland, einem von vier Nationalparks rund um Białystok. Als
Gegenpol zum Naturerlebnis durch sanften Tourismus positioniert sich
die ostpolnische Metropole zunehmend als Zentrum für Kultur, Bildung
und Wissenschaft.
Im Sommer diesen Jahres wurde ein Kulturzentrum eingeweiht, das den
Namen des bekanntesten Sohns der Stadt erhielt und auf polnisch
“Centrum im. Ludwika Zamenhofa” heißt. Es erinnert damit an Ludwig L.
Zamenhof, den Initiator der internationalen Sprache Esperanto, einer
Plansprache, die heute auf der ganzen Welt verwendet wird. Zu seinem
Geburtstag hatte sich die Stadt Białystok 2009 um die Ausrichtung des
Esperanto-Weltkongresses beworben und mit großzügiger Unterstützung der
Kommune wurde daraus ein einzigartiges Festival für internationale
Kultur und Verständigung.
Unterstüzung beim Aufbau des Kulturzentrums Ludwig Zamenhof
Mehr als ein Dutzend Esperanto-Freunde aus Berlin und Brandenburg
genossen die heitere Atmosphäre in der ersten Woche des August 2009.
Umgekehrt hatte Vize-Bürgermeister Alexandr Sosna Ende August in Berlin
den Zamenhofpark besucht, der kurz vor dem Białystoker
Esperanto-Kongress in Lichtenberg feierlich eingeweiht worden war. In
einem Gespräch mit der Lichtenberger Bürgermeisterin Christina Emmerich
übermittelte er den Wunsch seiner Stadt nach einer intensiveren
Zusammenarbeit mit Berlin, etwa in Form einer Städetpartnerschaft. Ein
erster Schritt wird die Unterstützung beim Aufbau des Zamenhof-Zentrums
sein.
“Für jedes Jahr seit der Geburt von Ludwig Zamenhof im Jahr 1857
haben wir ein Buch ausgesucht” erläutert Johann Pachter aus dem
Vorstand der Esperanto-Liga Berlin. “Wir zeigen damit unsere
Hochachtung vor seiner einmaligen Leistung, eine Sprache zu schaffen,
mit der wir uns mit unseren Nachbarn in Polen viel besser verständigen
können”.
Seit vielen Jahren funktioniert der Austausch zwischen Brandenburg
und den angrenzenden Woywodschaften. Auch zum diesjährigen
Zamenhof-Fest am 18. Dezember 2009 in der Max-Taut-Aula in Lichtenber
sind Esperanto-Freunde aus Polen als Gäste, aber auch als Mitwirkende
dabei.
Es wird unter anderem Georg Handzlik auftreten, der als “Bardo sen
barbo” (Barde ohne Bart) bekannt ist und durch seine 1999 erschienene
CD “Ni tostu la verdan fortunon” bekannt ist.
Repräsentativer Querschnitt durch die Esperanto-Literatur für Białystok
Es ist keine leichte Aufgabe 150 aus der mehrere 10.000 Titel
umfassenden Esperanto-Literatur auszuwählen. Natürlich sollen die
Bücher dabei sein, die eine Bezug zu Berlin haben. Dazu gehört etwa das
2006 erschienene Kompendium “Esperanto: Sprache und Kultur in Berlin”,
das auf 368 Seiten auf Deutsch und Esperanto einen umfassenden und
reich illustrierten Überblick über die Höhen und Tiefen des
Esperanto-Lebens in Berlin zwischen 10ß3 und 2003 bietet.
Dazu gehören auch belletristische Werke, wie etwa der Roman “Kiel
akvo de l’rivero”, der das deutsch-französiche Verhältnis im Vorfeld es
1. Weltkriegs zum Thema hat oder der Roman “Metropoliteno”, in dem die
sozialen und politschen Kämpfe im Berlin der Zwanziger Jahre den
Hintergrund für eine deutsch-russische Liebesgeschichte bilden. “Wir
haben den Vorteil” sagt Johann Pachter “daß wir in Berlin eine der
weltweit größten Esperanto-Bibliotheken haben, die laufend durch
Ankäufe und Spenden erweitert wird. Mit den Dubletten seltener und oft
lange vergriffener Titel können wir Białystok beim Aufbau einer
repräsentativen Sammlung der Esperanto-Literatur einen Dienst erweisen.”
Mit in die Kiste der 150 Bücher müssen auch Esperanto-Bücher von
Berliner Autoren. Etwa der Kriminalroman “Mr. Tot aĉetas mil okulojn”
von Jean Forge, der später den Stoff zu einem Dr. Mabuse-Film geliefert
hat oder die Gedichte von Karl Vanselow, der schon in der Kaiserzeit
als Herausgebern des Lifestyle-Magazins “Die Schönheit” populär war.
Er hat sich mit ganzem Herzen für Esperanto engagiert und als
Kuriosität ein Lehrbuch des Esperanto verfaßt, das von vorne bis hinten
in Reimen geschrieben ist.
Auch in fachlicher Hinsicht hat Berlin einiges zu bieten. So gilt das Buch “Internationale Plansprachen. Eine Einführung”
von Detlev Blanke aus dem Akademie-Verlag heute als Standardwerk der
Interlinguistik, einer Disziplin der Sprachwissenschaften.
Neben vielen privaten Spendern will sich auch der Deutsche-Esperanto
Bund beteiligen, der seinen Sitz in Berlin hat. Er legt die “Germana
Antologio” mit der Esperanto-Übersetzung deutscher Literatur aus 10
Jahrunderten sowie die Übersetzungen von “Max und Moritz” und dem
“Struwwelpeter” dazu.
Übergabe beim Zamenhof-Fest am 18. Dezember in Lichtenberg
Die wertvolle Fracht wird am 18. Dezember in Lichtenberg von einer
Delegation der Stadtverwaltung aus Białystok unter der Leitung von
Vize-Bürgermeister Aleksandr Sosna in Empfang genommen, der von einem
Aufnaheteam des lokalen Fernsehsenders TV Białystok begleitet wird. Die
offizielle Eröffnung der Bibliothek wird dann im April 2010 sein und es
ist jetzt schon klar, daß sich dann viele aus Berlin und Brandenburg
persönlich davon überzeugen werden, daß die Bücher unter optimalen
Bedingungen untergebracht sind und helfen, daß sich Białystok zu einem
neuen Zentrum der Esperanto-Kultur entwickelt.