Montag 14. : Bücher

In der Kellerbar der Danziger50 werden am Montag, dem 14. Dezember, ab 19.30 Uhr fünf Esperanto-Bücher vorgestellt, um die Literatur zu beleuchten, die sich aus der und die die Sprache entwickelt hat. Für Gäste, die noch nicht so gut Esperanto können, wird es eine Zusammenfassung auf Deutsch geben.

Vorgestellt werden die Bücher

"La infana raso" - William Auld

La infana raso ist ein lyrisches Werk von William Auld, einem schottischen Autor, der bereits für den Literaturnobelpreis nominiert war. La infana raso gilt als einer der besten Gedichtbände, der bisher auf Esperanto geschrieben wurde. Nach einer kurzen Zusammenfassung des Inhalts und einer Vorstellung des Autors wird ein Teil des Gedichts rezitiert werden.

"Kiel akvo de l'rivero" - Raymond Schwartz

Schwartz galt in der Zwischenkriegszeit als das enfant terrible der Esperantisten, weil er alle Auswüchse esperantistischer Schwärmerei aufs Korn nahm und für seine Satiren verwandte. Dabei war seine Darstellung nie verletzend, so dass schließlich auch die etwas zu 'grünen' samideanoj über sich selbst lachen konnten. „Ein Volk, das sich nicht traut, sich über sich selbst lustig zu machen, ist noch nicht reif“ war einer seiner Lieblingssprüche.

Seit dieser Zeit hat Schwartz den Ruf des großen Humoristen, der ein wenig den Blick verstellt auf seine ernsten Seiten, die in der Novellensammlung Vole… Novele und vor allem in seinem Roman Kiel Akvo de l' Rivero zu finden sind. Aber auch hier blitzt sein Schalk immer wieder in absurden Nebenfiguren auf. Sein Gespür für Wort- und Lautspiele im Esperanto und sein Talent, mit ihnen auf intelligente und lustige, aber niemals verletzende Weise manch seltsame Umtriebe in der Esperantobewegung auf seine Feder zu spießen, gilt bis heute als einzigartig. (Quelle: Wikipedia)

"Metropoliteno" - Wladimir Warankin

Warankins Roman „Metropoliteno“ spielt im Milieu klassenbewusster Arbeiter in Moskau und Berlin. Ein junger sowjetischer Ingenieur wird nach Berlin geschickt, wo er sich über den Bau von U-Bahnen sachkundig machen soll. Als überzeugter Kommunist verbringt er seine Freizeit mit den deutschen Genossen und auch den Genossinnen, was Anlass für eine Liebesgeschichte bietet. Politische Ereignisse der Jahre 1927 bis 1929 sind in die Handlung eingeflochten.

Der Roman war 1933 fertig und sollte im Verlag EKRELO erscheinen. Dieser Verlag im Umfeld der KPD versorgte die proletarische Esperanto-Bewegung mit Literatur, musste aber nach der Machtübernahme durch die Nazis nach Amsterdam umziehen. Warankin fiel später der Verfolgung Stalins zum Opfer, er wurde verhaftet und ermordet, seine Aufzeichnungen vernichtet. Erst 1975 wurde der Roman „Metropoliteno“ wieder auf Esperanto veröffentlicht, war aber praktisch nur im Westen erhältlich. Eine russische Ausgabe konnte schließlich 1989 erscheinen.

Warankin wurde als Esperanto-Autor hoch geschätzt und sein Roman gilt als bedeutender Beitrag zur Esperanto-Literatur. Er schrieb ihn in einem eigenwilligen, expressionistischen Stil und integrierte reale Ereignisse und Schilderungen von konkreten Örtlichkeiten in Berlin. Da es noch keine deutsche Ausgabe gibt, sind diese bisher kaum bekannt und werden deshalb in der in der Berlin-Literatur nicht erwähnt. Nur kleine Ausschnitte, die eine Szene auf dem U-Bahnhof Hermannplatz und den Bau der U-Bahn betreffende Passagen, sind in der Zeitschrift „Signal“ veröffentlicht worden.

„Esperanto – Sprache und Kultur in Berlin“

Dieses Buch ist ein Mosaik des Berliner Esperanto-Lebens 1903 bis 2003, zu dem es auch eine Rezension auf Deutsch auf Deutsch gibt.

„Die gefährliche Sprache“ - Ulrich Lins

Die gefährliche Sprache schließlich von Ulrich Lins schildert die Verfolgungen der Diktatoren Hitler und Stalin gegenüber der internationalistischen, friedensorientierten und basisdemokratischen Esperanto-Bewegung, die bis zur Niederschlagung durch Hitler und Stalin ihren ersten Höhepunkt in den zwanziger und dreißiger Jahren hatte - ein interessanter und ungewöhnlicher Blickwinkel auch auf die beiden großen totalitären Systeme der Jahrhundertmitte überhaupt.

Durch den Abend führt Fritz Wollenberg.

Ort: Danziger Str. 50, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg) wo ist das?
Beginn: 19.30 Uhr
Ende: gegen 22 Uhr