Das kommunistische Albanien war in der Zeit des Kalten Krieges ein höchst isoliertes Land. Mit Jugoslawien hatte der Partisanenführer und nunmehrige Landesführer Enver Hodscha schon 1948 gebrochen. 1961 brach der starke Mann mit Russland und den Warschauer Pakt-Staaten. 1978 wurde dann noch die Verbindung zur Volksrepublik China gekappt. Die außenpolitische Isolation wurde mit Radio Tirana durchbrochen und gleichzeitig gefestigt. Einerseits wurde die Station mit der Zeit zum siebtgrößten Auslandsdienst der Welt. Andererseits machten die Inhalte deutlich, dass Albanien mit fast niemandem auskam. 1952/53 gab es einen ersten Versuch mit deutschsprachigen Sendungen. Im November 1964 begann Radio Tirana erneut mit Sendungen in deutscher Sprache. In diesen wurden die deutschen "Revanchisten" in eine Linie mit den US-amerikanischen "Kapitalisten" und sowjetischen "Sozialimperialisten" gestellt. Für die Mehrzahl der deutschsprachigen Hörer wird das kaum attraktiv gewesen sein, außer vielleicht für Mitglieder des Kommunistischen Bundes Westdeutschland, aus dessen Reihen angeblich viele Sprecher kamen. Namen wurden allerdings nicht genannt, so dass sie auch gut nach Westdeutschland zurückkehren konnten. Erst nach dem Tod von Enver Hodscha gab es ab 1985 moderatere Töne zu hören.
Nach den Revolutionen in Osteuropa 1991 und dem Fall des Kommunismus in Albanien 1992 begann ein wirtschaftlich bedingter Rückzug des Senders von der Weltbühne. Während die Programme in Albanisch ausgebaut wurden, fiel die Zahl der Sprachen rasch von 23 auf 9. Die deutschen Sendungen blieben zunächst unberührt, da sie mit die meiste Hörerpost bekamen.
Am 1. August 1991 kam der erste scharfe Schnitt: Die Sendezeit wurde halbiert und die Mittelwelle aufgegeben. Seit dem 23. Mai 1994 gibt es nur noch eine Sendung in deutscher Sprache. Den Sendungen spürt man die größere Freiheit und die neuen Probleme des Landes ab. Manchmal klingen noch alte Sprachregelungen durch, wenn etwa die Prinzipientreue der Albaner beschworen wird.
Derzeit arbeiten in der deutschen Redaktion Svjetllana Mihali (seit 1980 bei Radio Tirana, seit 1991 in der deutschen Abteilung) und Astrit Ibro (seit 1978 bei Radio Tirana und in der deutschen Abteilung) fest. Nachrichten und die meisten Programme werden vorgegeben. Nur die Kontaktsendungen sind werden allein von der deutschen Redaktion gestaltet. Trotz der minimalen Ausstattung der Redaktion mit Personal und Material bemüht man sich um eine schnelle Beantwortung von Hörerfragen und Hörerpost.
Auf vielfachen Hörerwunsch gründete die deutsche Redaktion von Radio Tirana zum 1. Januar 1993 einen Hörerklub. Mit dem formlosen Aufnahmeantrag waren zwei Empfangsberichte einzusenden, zur Aufrechterhaltung der Mitgliedschaft monatlich einer, da Radio Tirana über keine ausländischen Monitorstellen verfügt. Leben gab dem Hörerklub vor allem das Engagement von Werner Schubert, der aus eigenem Geldbeutel einen Klubbrief finanzierte und verschickte. Weitere Informationen gibt es gegen Rückporto bei Werner Schubert, Poststraße 8/1, DE-85567 Grafing. Tel./Fax 08092/5784 oder via e-mail unter <tirana-hk @ finkhaus.de> Der Radio Tirana Hörerklub hat eine neue QSL-Serie für deutsche Sendungen von Radio Tirana aufgelegt. Die farbigen QSLsder Serie D: Glaubensgemeinschaften (jeweils Postkartengröße 10,5x15 cm) werden ab Okt. 2008 verschickt. Der deutschsprachige Radio Tirana Hörerklub (http://www.agdx.de/rthk/) hat anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Radio Tirana“ eine neue QSL-Serie für den deutschsprachigen Dienst herausgebracht. Die Serie E von 4 Farb-QSLs in Postkartengröße zeigt vier unterschiedliche Motive unter dem Thema „Blick in die Studios“. Die neuen QSL-Karten sind auch auf der Web-Präsenz des Radio Tirana Hörerklubs zu sehen, der Direktlink ist: www.agdx.de/rthk/html/farbqsl-serie_e.html. (Dr. Anton Kuchelmeister 26.11.2008) Als „Geburtstagsgeschenk” zum 70. Geburtstag des albanischen Rundfunks hat Christian Milling vom deutschen Kurzwellensender Radio 700 am 26. Nov. 2008 einen Internetstream installiert. „In sehr guter Zusammenarbeit mit der Intendanz, den technischen Direktionen (Audio und IT) und der unschätzbaren Hilfe von Astirt Ibro konnten wir innerhalb von zwei Tagen die rechtlichen und technischen Voraussetzungen schaffen und den Mittelwellenfeed direkt im Funkhaus in Tirana anzapfen und ins Netz stellen. Läuft alles stabil, werden wir auch schnell Radio Tirana über Radio700.info als Podcast zur Verfügung stellen.“ Auf der Webseite des Radio Tirana Hoererklubs www.agdx.de/rthk ist nun auch ein Artikel von Astrit Ibro über seine 31 Jahre bei Radio Tirana nachzulesen. (klick unter "Radio Tirana" dann "Redaktion")
Am 20. August 1992 unterzeichneten Trans World Radio und Radio Tirana einen Vertrag über die Nutzung der Mittelwelle 1395 kHz von Radio Tirana. Für die Öffentlichkeitsarbeit von Trans World Radio war es eine Sensation, für die albanischen Senderbetreiber ein Geschäft: Die protestantische Radiomission sendete aus jenem Land, das einst zum ersten offiziell atheistischen Land der Erde erklärt worden war.
Trans World Radio hatte zum 1. Oktober 1992 auf zunächst zwei Jahre das Exklusivrecht für protestantische Sendungen über die 1-MW-Mittelwelle 1395 kHz. Zunächst wurde nur eine Stunde täglich gesendet. Koordiniert wurden die Sendungen von Helmut Menzel vom TWR-Büro in Wien, das in diesen Monaten den Aufbau von TWR-Zweigen in Osteuropa begleitete. So bestand auch die erste Sendestunde aus osteuropäischen Programmen: 20.30 Uhr Weltzeit in Slowakisch, 20.45 Uhr in Tschechisch, 21.00 Uhr in Ungarisch, 21.15-21.30 Uhr täglich wechselnd in jugoslawischen Sprachen. Auch wenn Trans World Radio seit Jahren Sendungen in den erwähnten Sprachen hatte, waren die täglichen Sendeleisten wichtige Aufbauhilfen für die nach der Wende in Osteuropa gegründeten TWR-Zweigvereine in der Tschechischen Republik, Ungarn (Februar 1992 e.V.) und der Slowakischen Republik. Die internationale Radiomission Trans World Radio beendete mit dem Wintersendeplan 2007/08 ihre Kurzwellensendungen aus Shijak, setzt aber die 1992 begonnenen Mittelwellensendungen fort. Die Sendungen auf der Mittelwelle Fllaka 1395 kHz (500 kW, 330°) kamen im Sommer 2008 nach folgendem Sendeplan: ................................................................................................................................................................ |






