Stimme der Islamischen Republik Iran
IRIB External Serice, German Programme
P.O. Box 19395-6767, Teheran germanradio @ irib.ir www.irib.ir/worldservice/germanRADIO/default.htm „Im August [1968] nahm der Auslandssender Radio Iran seine Kurzwellensendungen in deutscher Sprache wieder auf. 1958 waren diese Sendungen eingestellt worden. Das halbstündige Programm wird täglich um 20.00 MEZ über zwei 100-kW-Sender auf den Frequenzen 11730 und 15135 kHz ausgestrahlt. - Außer in Deutsch sendet Radio Iran in Arabisch, Englisch, Französisch, Persisch, Russisch und Türkisch.“ [Chronik (1.7.-30.9.1968), in: Rundfunk und Fernsehen 16,1968,4, S. 429-447, S. 445.] Der iranische Rundfunk verfügt über sehr umfangreiche Kurzwellenkapazitäten, die er allerdings ab Ende 2003 kaum noch für Westeuropa nutzte. Neben weiteren Sendern geringerer Leistung sind Sender mit einer Leistung von 250 bzw. 500 kW in Kamalabad bei Teheran (16 Sender), im nahe der Grenze zum Irak gelegenen Ahwaz (zwei Sender), in Mashad im Nordosten des Landes (vier Sender), in Zahedan nahe des Dreiländerecks mit Afghanistan und Pakistan (zwei Sender) sowie im etwa 250 km nördlich der Straße von Hormus gelegenen Sirjan (zehn Sender) installiert. Die 1990 in Betrieb genommene Station Sirjan wurde dabei von der Berliner Firma Telefunken errichtet. Entgegen den nach einer Mitte September 2003 von der technischen Abteilung erstellten Unterlagen für die Winterperiode schränkte der staatliche iranische Rundfunk IRIB seine Ausstrahlungen auf Kurzwelle am 26. Oktober 2003 massiv ein und strahlte nur noch einen kleinen Teil der Sendungen aus. Bereits im Juli 2003 hatte es geheißen, die Leitung von IRIB erwäge einen Verzicht auf die Kurzwelle. Betroffen waren neben Farsi und Englisch, die gar nicht mehr zu hören waren, vor allem europäische Sprachdienste, insbesondere auch Deutsch. Zunächst wurden nur ein Sender aus Ahwaz und je drei aus Kamalabad und Sirjan gehört. Wegen der Nichtausstrahlung auf Kurzwelle verbreitete die deutsche Redaktion der Stimme der Islamischen Republik Iran ihren Hörerbriefkasten auch per e-Mail. Er sei im Folgenden vollständig zitiert, weil er nicht nur die Reaktion auf die Entscheidung des Managements deutlich macht, sondern auch die generelle Ausrichtung des Programms illustriert. Wir und unsere Hörer (ZITAT) Wir begrüßen Sie herzlich und bedanken uns bei Ihnen für die netten E-Mails, die wir von Ihnen erhalten haben. Wir bedauern uns, dass die Kurzwelle zurzeit außer Betrieb ist und bitten Sie hiermit, unser Wir und unsere Hörer per E-Mail zu lesen. Heute an diesem kühlen regnerischen ersten Wochenende im November dieses Jahres, in dieser Stunde, die die Stunde von Wir und unsere Hörer, ist, in diesem Augenblick, in dem wir nur schon seit Jahren vor dem erwartungsvoll lauschenden Publikum den Hörerpostkasten zu öffnen pflegen, fällt Ihrer ergebenen Ansprechpartnerin und Moderatorin am Mikrophon, Ursula Zangeneh, zum ersten Mal das Sprechen schwer. Nicht, dass ich meine alte Beredsamkeit und den Rest des Humors, der dem Ernst des Lebens noch abzuringen war, im Fastenmonat Ramadan vor Hunger und Schwäche eingebüßt hätte! So ist es nicht, und auch mit dem Verdacht, eine erneute Grippe hätte mir die Stimme verschlagen, liegen sie falsch! Nein. Das, was mir heute die Sprache verschlägt, ist die Unsinnigkeit meines Tuns! Die Perversität meiner Situation! Ich möchte zu Ihnen sprechen über Dinge, die sie angehen, aber ich weiß, dass meine Stimme Ihr Ohr nicht erreichen kann. Im Prinzip rede ich also gegen die Wand. Es gibt keine Frequenz im Kurzwellennetz, die sie zu Ihnen hinübertragen könnte. Alle Ihre verzweifelten Versuche, auf dem Wellenempfänger die Stimme der Islamischen Republik Iran zu finden, werden umsonst sein. Umsonst haben Sie sich eine Woche lang auf diese gemeinsame Stunde mit dem Hörerkasten gefreut. Im Äther schwingt keine Frequenz mehr für Radio Teheran, seit dem die Sommerfrequenzen abgeschaltet worden sind. Für die Kurzwellenfreunde eine Katastrophe! Der unvorhergesehene, plötzliche Ausfall sämtlicher Frequenzen, zu dem es bis dato keine befriedigende Erklärung für uns gibt, hat uns und unsere Hörer wohl im gleichen Maß schockiert. Tatsache ist, dass dieser Vorfall nicht von ungefähr kommt, und dass es sich auch nicht um eine technische Panne dabei handelt. Die Nicht-Inbetriebnahme des Kurzwellennetzes für die Ausstrahlung der Sendungen für das europäische Ausland im Winter ist beabsichtigt. Nur weiß keiner genau, was hinter dieser Absicht steht, und wie lange man meint, ohne das Kurzwellennetz auskommen zu können. Die einzigen Möglichkeiten für den Empfang der Stimme der Islamischen Republik Iran Funk in Deutsch, bieten zurzeit nur das Internet und der Satellit Hotbird Three, über den neben dem IRIB-TV-Programm auch die deutschsprachige Sendung aus Teheran gehört werden kann. Wohl dem, der zu diesen Möglichkeiten Zugang hat! Von unserem Kurzwellenhörerstamm werden es die wenigsten sein. Allerdings geben wir, d.h. sämtliche Redaktionen, die in europäischen Sprachen senden, uns mit diesem Zustand nicht zufrieden. Eigentlich rechnen wir alle damit, dass es bald doch neue Frequenzen für unsere Stationen geben. Allein die Vorstellung, dass der Abbruch der Kurzwellenära für IRIB endgültig sein könnte, lässt mich erbeben, wo doch die ganze Sender-Hörer-Freundschaft, der gesamte Verkehr über den Hörerpostkasten, unsere jahrelange Korrespondenz primär auf dem Kurzwellenempfang basiert. Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht: Eines davon ist der Kurzwellenäther ohne Radio Teheran Mag sein, dass er heute ohne uns auskommt, morgen vielleicht auch noch- aber auf die Dauer wird man IRIB vermissen im Meer der Signale und Stimmen, und irgendwann wird IRIB wieder auf den Bändern sein, dort wo es im Oktober 2003 plötzlich spurlos verschwand. Herr Przybylla im erzgebirgischen Limbach-Oberfrohna ist einer von denen, bei dem wir genau wissen, wie enttäuscht er sein wird, wenn heute „Wir und unsere Hörer“ nicht aus seinem Radio kommt. Noch am 7. Oktober 2003 hatte er uns 24 Empfangsberichte geschickt und dazu geschrieben: „Ihr werdet bereits gemerkt haben, dass ich immer die Sendung am Sonntag höre. Es tut gut zu hören, dass es Kollegen gibt, die der gleichen Meinung sind wie ich, wobei ich annehme, dass sich Amerikahörige kaum bei Euch melden werden.“ Und dann bedankt er sich für unsere Post vom 28. September und die Beilagen, die als Lesestoff für die nun immer länger werdenden Abende gedacht waren, und dabei fällt ihm ein, dass er neulich im Fernsehen eine interessante Sendung gesehen hatte, von der er uns berichten wollte. „Der Sender Arte strahlte am 3.September eine Sendung über die ‚Gesichter des Terrors‘ aus. Darin wurde aufgezeigt, dass die Erfinder des Terrorismus die Zionisten sind. 1946 wurden von ihnen im Hotel David in Jerusalem 350 kg Sprengstoff gezündet. Dabei gab es 90 Tote. 40 davon waren Araber. Diese Tat, so Arte, wurde von Menachim Begin unterstützt. Auch der Attentäter Izhak Zadok wurde in diesem Fernsehbeitrag am Tatort gezeigt, ein Mann, der heute als angesehener Bürger in Israel lebt. Oft frage ich mich: Wer ist eigentlich auf die Wahnsinnsidee gekommen, den zionistischen Kuckuck in das arabische Nest zu legen. Ein Kuckuckjunges hat ja immer das Bestreben, alle anderen Nestinsassen aus dem Nest zu werfen. Ich vermute, die Engländer waren daran beteiligt. Unter dem Motto ‚Teile und herrsche‘?, an das sie sich in der Geschichte immer gehalten haben. -Wie dem auch sei: Es ist schon lobenswert, dass sich hier TV-Sender wie arte finden, die über Tatsachen berichten, die von anderen unter den Tisch gekehrt werden. Mit freundlichen Grüßen, Heinz Przybylla.“ Auch in den vergangenen Monaten hatte Heinz Przybylla unsere deutschsprachige Sendung mit großem Interesse verfolgt. „Da erfahre ich einiges, was hier nicht veröffentlicht wird. Besonders war ich schockiert über das Attentat auf Ayatollah Mohammad Bagher al Hakim. Da stellte ich mir die Frage, wem nützte dieser Tod. Es werden dieselben sein, die mit allen ihren Kräften verhindern wollen, dass im Irak ein Gottesstaat entsteht. Es gibt ja genügend Beispiele in der Geschichte, wie unliebsame Gegner umgebracht wurden. Hoffentlich bleibt unsere Regierung dabei, den Herrn Bush nicht bei seinem schmutzigen Kampf gegen die sich gegen die amerikanische Militärpräsenz im Irak aufbäumende Bevölkerung zu unterstützen. Dieser würde nämlich sofort Lust bekommen, sich über das nächste Land herzumachen.“ Über das schreckliche Bombenattentat vor der heiligen Grabmoschee des Imam Ali (Friede sei mit ihm) in Nadjaf, dem neben vielen Dutzend anderen unschuldigen Menschen auch der oberste schiitische Geistliche der irakischen Nation, Ayatollah Hakim, zum Opfer fiel, berichteten damals, glaube ich, alle Nachrichtenagenturen und, wie wir durch unseren Hörer Helmut Lesser in Gebesee wissen, auch die Thüringer Landeszeitung. Sie widmete am 30. August ihr Thema des Tages dieser Gewalttat und ließ durchblicken, wie weit und wie steinig der Weg bis zur Verwirklichung des Friedens und einer Ordnung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in einem Irak, in dem sich unter den Augen der wachhabenden amerikanischen Demokratiebringer an helllichtem Tage eine solche Schandtat hatte ereignen können, auch jetzt nach der Beseitigung der Saddamdiktatur weiterhin geblieben ist. Für den betreffenden Zeitungsartikel dankt die deutsche Redaktion seinem freundlichen Absender in Gebesee, Herrn Helmut Lesser, recht herzlich. Zu den Entwicklungen im Nachkriegsirak hat sich dieses Mal auch unser Hörer Bernd Bickelhaupt in Seeheim einmal wieder seine Gedanken gemacht; die füllen die Seiten seines Juli- und seines Septemberbriefes, und heute ist die Gelegenheit günstig, dass wir ihrem Gang einmal in aller Ruhe folgen, ein Ding, das bei Bernd Bickelhaupt manchmal gar nicht so einfach ist. „Wie lange ist es her, als ich meine Besorgnis über die Situation eines drohenden Krieges äußerte?“, fragt unser Cottbuser Hörer Ralf Ladusch nach einem Jahr Schreibpause. In der Zwischenzeit ist aus den Drohungen von damals bittere Wirklichkeit geworden, und nun ist es nicht nur der Anblick der gestürzten Statuen vom irakischen Diktator, sondern auch des materiellen und geistigen Scherbenhaufens im Land, der dem Außenstehenden mit jedem erleichterten Seufzen zugleich auch Bedauern abverlangt. Ralf Ladusch, der nachdenkliche Verfasser dieses langen Hörerbriefes, macht uns am Schluss einen Vorwurf, mit dem er- wenn ich es mir echt überlege, nicht Unrecht hat. Neben den Vorgängen im Nachbarland Irak würden ihn als Hörer der Stimme der Islamischen Republik Iran nämlich noch mehr Meldungen aus dem iranischen Alltag interessieren, Themen, die neben Israel und Irak auch wichtig sind und derzeit in den Medien der Islamischen Republik Iran diskutiert werden. „Ich wünschte mir mehr Meldungen über die innenpolitische Situation im Iran. Man hört zuviel in den deutschen Medien, und ich kann Eure Meinung dazu nicht wahrnehmen. Ich glaube zu Alltagsfragen des Iran habt Ihr kaum etwas gebracht. Es gibt doch bestimmt täglich mehr Meldungen aus dem Inland, Meldungen, die ich will.“ „Die Islamische Republik Iran“, hakt der Schreiber noch ein abschließendes Mal mit Nachdruck nach, „ist ein sehr interessantes Land, sei es die Geschichte oder auch Gegenwart. Ich weiß, dass eine Wertung der derzeitigen innenpolitischen Lage in einem staatlichen Sender wie IRIB immer schwierig ist. Darum vertraut auf Eure Hörer! Sie wollen Information! Die heutige Gesellschaft ist eine Informationsgesellschaft. Natürlich ist es für uns gut zu erkennen, welche Haltung Ihr zu den einzelnen Meldungen einnehmt, und wie die öffentliche Meinung dazu ist. Dass die Regierung Euch beauftragt und finanziert, genauso wie es die meisten Regierungen mit ihren staatlichen Radiosendern tun, akzeptiere ich natürlich. Trotzdem interessiert mich, welche wichtigen Themen derzeit in Euren Medien und in den Reihen der Bevölkerung diskutiert werden. Auch diese Stimmen sollte Euer Radioprogramm wiedergeben.“ Soweit unser heutiger Versuch, einen Teil der Meinungen und Anregungen, die von Seiten der Hörer geäußert worden sind, zu Gehör zu bringen. Wieweit uns ein Erfolg beschieden sein wird, liegt bei der Technik. Wie schön wäre es, wenn unsere Stimme gar kein Medium benötigen würde. Dann bräuchten wir uns um die verlorenen Kurzwellen nicht so zu grämen. Na ja! Tschüss und ade!“ ---------------------------
http://www.radiomuseum.org/dsp_audio_station.cfm?station_id=403
http://www.kurzwelle-historisch.de/radios/iran.ra
http://www.radio700.eu/podcasts/iran/iran.xml
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