Schnee
Mein ganzes Leben lang
verstrickt in richtig und in falsch
mit dem Mond spielend
den Wind verspottend
den Vögeln zuhörend
so viele Jahre vergeudet
beim Anblick von Schnee auf den Bergen
diesen Winter erkenne ich plötzlich
dass Schnee einen Berg macht
Berg-Einsiedelei
Noch nicht einmal
am Wildbach werde ich anhalten
aus Angst
mein Schatten
könne in die Welt fließen
Formale Verbeugung
Ein weißer Fischreiher
auf einem verschneiten Feld
dort wo des Winters Gras
unsichtbar
versteckt er sich
in seiner eigenen Gestalt
Beim Anblick von Pfirsichblüten den Weg erkennen
Beginnende Pfirsichblüte
in des Frühlings lauer Brise
kein Platz
für des Zweifels
Geäst oder Blattwerk.
Über die Nichtabhängigkeit des Geistes
Wasservögel
gehen und kommen
ihre Spuren verschwinden
aber ihren Weg
vergessen sie nie.
Der vor den Eltern geborene Leib
Das Dorf endlich erreichend
tiefer als tief in den Bergen
wohl wahrlich
die altehrwürdige Hauptstadt
in der ich einst lebte!
Über den Schatz des wahren Dharma-Auges
Wellen weichen zurück.
nicht einmal der Wind
macht ein kleines verlassenes Boot fest
der Mond
ein klarer Fixpunkt
der Mitternacht
Ursprüngliches Antlitz
Kirschblüten im Frühling
Kuckuck im Sommer
der Mond im Herbst
Schnee nicht vergehend
wie kalt es ist
Wach oder schlafend
in einer Grashütte,
worum ich bete:
andere hinüberzubringen
vor mir
Selbst wenngleich
diese unwissende Person
niemals ein Buddha werden wird
gelobt sie andere hinüberzubringen
weil dies hier ein Mönch ist
Wie wundersam!
Den echten Silas
der Sieben Buddhas zu folgen
befreit uns von
den sechs Bereichen
Ich verlasse das Kissen
auch im Jahre des Affen nicht
wenn Du nach dem Wege fragst
so hebe ich nur die Faust
am Ende-
wie verstehst Du das?
Wenn Dein Körper und Geist stumpf sind
dann übe kein Zazen.
Salz und Sauce hineinstreuend, versuche ich zu kochen.
Zufrieden mit Reissuppe wasche ich meine Schale.
Jedoch sagt nicht. „Die Welt in einem Finger“, oder“ „Zahllose Dinge in einem Pferd“.
Wie ist es also?
Was das Auge trifft, ist die Faust,
den Himmel einschlagend, tropft Blut.
Was die Faust trifft, ist das Auge, die gesamte Welt durchdringend.
Muskelstränge ziehen Seite an Seite aneinander entlang.
Shinsan 2
Nach sechs Jahren der Askese
kam er in einem einzigen Sitzen
zur Erleuchtung
mit einem Augenschlag
ward das Lachen vollendet
was ist dieser zerbrochene Holzlöffel?
Baika
Wenn Gautamas Auge verschwindet,
Pflaumenblüten im Schnee
nur ein Ast wird Dornengeäst überall gerade jetzt
Pflaumenblüten lachen über den Frühlingswind
der die Blüten hinwegtreibt.
Über die Anstrengung von Zazen
Der Mond
klar
inmitten von stillem Geiste
Wogen brechen ans Licht
Im achten Monat/fünfzehnter Tag (Herbstmond) im Jahre von Dōgens Tod:
Im Herbst
obschon er
wieder gesehen werden mag
wie können wir schlafen
mit dem Mond heute Abend?
übersetzt von Kazuaki Tanahashi und Friederike Boissevain, © 2007
Mein ganzes Leben lang
verstrickt in richtig und in falsch
mit dem Mond spielend
den Wind verspottend
den Vögeln zuhörend
so viele Jahre vergeudet
beim Anblick von Schnee auf den Bergen
diesen Winter erkenne ich plötzlich
dass Schnee einen Berg macht
Berg-Einsiedelei
Noch nicht einmal
am Wildbach werde ich anhalten
aus Angst
mein Schatten
könne in die Welt fließen
Formale Verbeugung
Ein weißer Fischreiher
auf einem verschneiten Feld
dort wo des Winters Gras
unsichtbar
versteckt er sich
in seiner eigenen Gestalt
Beim Anblick von Pfirsichblüten den Weg erkennen
Beginnende Pfirsichblüte
in des Frühlings lauer Brise
kein Platz
für des Zweifels
Geäst oder Blattwerk.
Über die Nichtabhängigkeit des Geistes
Wasservögel
gehen und kommen
ihre Spuren verschwinden
aber ihren Weg
vergessen sie nie.
Der vor den Eltern geborene Leib
Das Dorf endlich erreichend
tiefer als tief in den Bergen
wohl wahrlich
die altehrwürdige Hauptstadt
in der ich einst lebte!
Über den Schatz des wahren Dharma-Auges
Wellen weichen zurück.
nicht einmal der Wind
macht ein kleines verlassenes Boot fest
der Mond
ein klarer Fixpunkt
der Mitternacht
Ursprüngliches Antlitz
Kirschblüten im Frühling
Kuckuck im Sommer
der Mond im Herbst
Schnee nicht vergehend
wie kalt es ist
Wach oder schlafend
in einer Grashütte,
worum ich bete:
andere hinüberzubringen
vor mir
Selbst wenngleich
diese unwissende Person
niemals ein Buddha werden wird
gelobt sie andere hinüberzubringen
weil dies hier ein Mönch ist
Wie wundersam!
Den echten Silas
der Sieben Buddhas zu folgen
befreit uns von
den sechs Bereichen
Ich verlasse das Kissen
auch im Jahre des Affen nicht
wenn Du nach dem Wege fragst
so hebe ich nur die Faust
am Ende-
wie verstehst Du das?
Wenn Dein Körper und Geist stumpf sind
dann übe kein Zazen.
Salz und Sauce hineinstreuend, versuche ich zu kochen.
Zufrieden mit Reissuppe wasche ich meine Schale.
Jedoch sagt nicht. „Die Welt in einem Finger“, oder“ „Zahllose Dinge in einem Pferd“.
Wie ist es also?
Was das Auge trifft, ist die Faust,
den Himmel einschlagend, tropft Blut.
Was die Faust trifft, ist das Auge, die gesamte Welt durchdringend.
Muskelstränge ziehen Seite an Seite aneinander entlang.
Shinsan 2
Nach sechs Jahren der Askese
kam er in einem einzigen Sitzen
zur Erleuchtung
mit einem Augenschlag
ward das Lachen vollendet
was ist dieser zerbrochene Holzlöffel?
Baika
Wenn Gautamas Auge verschwindet,
Pflaumenblüten im Schnee
nur ein Ast wird Dornengeäst überall gerade jetzt
Pflaumenblüten lachen über den Frühlingswind
der die Blüten hinwegtreibt.
Über die Anstrengung von Zazen
Der Mond
klar
inmitten von stillem Geiste
Wogen brechen ans Licht
Im achten Monat/fünfzehnter Tag (Herbstmond) im Jahre von Dōgens Tod:
Im Herbst
obschon er
wieder gesehen werden mag
wie können wir schlafen
mit dem Mond heute Abend?
übersetzt von Kazuaki Tanahashi und Friederike Boissevain, © 2007
