![]() Die Gründung der Dōgen-Gruppe geht zurück auf einen Sangha-Abend mit Kazuaki Tanahashi im Sommer 2005. Aus gemeinsamen Gesprächen entstanden kleinere Übersetzungen, zunächst gedacht nur zur Verwendung in seinen deutschen Kalligraphiekursen. Seit 2007 übersetzen wir gemeinsam ausgewählte Kapitel aus dem Shōbōgenzō und verwenden diese als Vorlage zu unseren Diskussionen in der Dōgen-Gruppe. Wir bedanken uns bei Zen Mountain Monastery, Mt. Tremper, NY, für die Bereitstellung der Arbeitsunterlagen. Übersetzungen sind lebendige Wesen, sie bedürfen ständiger Aufmerksamkeit und Überarbeitung. Aus diesem Grunde werden manche Kapitel in aktualisierten Versionen veröffentlicht werden. Die Jahreszahl der Übersetzung am Ende des jeweiligen Kapitels kann daher variieren. Alle Schriften Dōgens, die wir hier veröffentlichen, sind Werkzeuge, um uns das Verständnis von Dōgen zu erleichtern. Sie sind gedacht als Ergänzung zu den bereits in Deutsch erhältlichen Übertragungen, insbesondere der Gesamtausgabe des Shōbōgenzō von Gudo Wafu Nishijima Roshi. Links auf dieser Webseite: ausgewählte Kapitel aus Dōgen Zenjis Shōbōgenzō: Genjōkōan
Das Kapitel Genjōkōan wird häufig als das Schwierigste im ganzen Shōbōgenzō bezeichnet. Dieses Kapitel ist das hiniku kotsuzui, ist Haut, Fleisch, Knochen und Mark von Dōgen. Alle folgenden fünfundneunzig Kapitel sind seine Knospen. So, wie „Eine leuchtende Perle“ des Xuansha oder der „Zypressenbaum“ von Zhaozou, ist Genjōkōan die Essenz, „der eine Satz“, von Dōgens Lehre. Daher stand Genjōkōan auch in der noch von Dōgen überwachten und von Meister Ejō herausgegebenen Version am Anfang des Shōbōgenzō.
In sorgfältig geordneten vierzehn Abschnitten legt Dōgen hier sein destilliertes Lebenswerk vor, das regelmäßig in Form eines melodischen Sprechgesangs während eines Sesshins rezitiert wird. Shōji
Shoji gehört zu den undatierten Kapiteln Dōgens und ist ungewöhnlich in seiner einfachen Sprache, mit vielen Anlehnungen aus der „Reine Land Schule“. Wahrscheinlich war es eine Rede an seine Laienschüler.
Zazen-Gi
Zazengi beinhaltet Dōgens Anleitungen für Zazen. Als Mittelstück ist es in weiten Teilen in dem für Sōtō Zen-Buddhisten so bedeutsamen Kapitel Fukanzazengi enthalten.
Zenki
Dieser Text, der sich ausdrücklich auch an Dōgens Laien-Schülerinnen und Schüler richtet, zeigt uns, wohin dieser Weg führen kann und was sich alles hinter dem Namen "Buddha-Natur" verbirgt.
Hachi Dai Nin Gaku
SansuikyōDieser wichtige, kurze Text wird oft im Monat Februar rezitiert. Er ist von bestechender Einfachheit und unmissverständlicher Klarheit. Es ist sowohl Buddhas letzte Lehrrede als auch Dōgen Zenjis letztes Schreiben. Beider Vermächtnis deutet wiederum auf etwas hin, was wir alle schon gut kennen: den Achtfachen Pfad. Der Text ist überwiegend in Chinesisch geschrieben und bis auf einen Kommentar Dōgens am Schluss Zitat der Rede Buddhas.
Sansuikyo, das Sutra der Berge und Wasser ist sehr poetisch, relativ lang und recht bekannt. Wer jedoch hofft, nun endlich ein handliches Kapitel Dōgen genießen zu können, wird enttäuscht werden. Der Grund liegt unter anderem darin, dass sich Dōgen mit den Begriffen „Berge“ und „Wasser“ uns allen bekannten Anschauungsobjekten widmet und sie auf vieldeutige Weise verwendet. Es ist ein sehr schönes Kapitel, dessen Wasserseite auch sehr gut in unseren Norden passt.
Baika "Baika"- Pflaumenblüten. In den
schneereichen Gebieten Chinas waren sie die Vorboten des Frühlings für
die oft vom Winter hart betroffenen Mönche. In diesem sehr poetischen
Kapitel benützt Meister Dogen dies auch als Metapher für die
Verwobenheit aller Dinge, veranschaulicht hier auch durch seine tiefe
Verehrung und Verbundenheit mit seinem Lehrer Rujing.
Katto "Katto" bedeutet wörtlich "Pfeilwurz und Glyzinie". Beide sind Kletterpflanzen, welche wachsen, in dem sie sich um etwas herumschlingen. Im Sprachgebrauch wurden sie im Sinne von "Verknotungen", "Anhaftungen" und "Komplikationen" benützt, mit einer eher negativen Färbung. Meister Dogen erweitert die Verwendung dieses Begriffes, um etwas Positives zu beschreiben: die Weitergabe des Dharmas in Form der vielschichtigen Verbindungen zwischen Lehrer und Schüler sowie das Verwoben- und Verbundensein von allem, was lebt. Yuibutsu Yobutsu Ein weiterer, von Dōgen nicht datierter Text, der gerade für uns Laien auf eine sehr direkte Weise veranschaulicht, worum es in unserer Übung geht: die gesamte Erde, welche nichts anderes ist als unser Körper, als diesen in jedem Augenblick zu erfahren und dass „Alle Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gemeinsam mit jedem Menschen üben“. Wir müssen wenig dafür tun, eher sein lassen und: schauen, sehen, - erkennen ... Zanmai ō zanmai Im Japanischen gibt es verschiedene Arten von „Samadhi“. Es gibt ein Samadhi des Fischens zum Beispiel oder ein Samadhi des Teetrinkens. Hier ist vom „König der Samadhis“ die Rede: Zazen. Fukan Zazen-gi Dogen schrieb Fukanzazengi zwischen Oktober und Dezember 1227, nach seiner Rückkehr aus China. Fukanzazengi entstand vor den ersten Kapiteln des Shobogenzo. Der Titel, wie so oft bei Dogen Zenji, kann auf mehrere Arten übersetzt werden und enthält bereits eine Botschaft: "Universelle Aufforderung zum Zazen", "Allgemeine Anleitung zum Zazen", "Wie jeder sitzen kann" - um nur einige zu nennen. Fukanzazengi ist ein sehr eindrückliches Kapitel, das sich auf den ersten Blick weitaus zugänglicher zeigt als andere Schriften Dogens. Und doch steckt es voller Andeutungen und man könnte über jeden Satz lange sprechen. Er wird sich jenen, die Dogens Erfahrungen auf dem Kissen teilen, von Mal zu Mal, von Jahr zu Jahr, besser erschließen.
in Vorbereitung:
Ikka no myōju, Tsuki, Bendowa |

