Willard und seine Bowlingtrophäen.
Ein grotesker Kriminalroman
von Richard Brautigan
Kritik-Replik
Polly, put the kettle on!
(Der Kritikeur hats schweur)
So, so, Herr Reinhard Helling aus Hamburg ist enttäuscht. Wie schade. Ich dagegen bin überrascht. Wenn der Kritiker einer neuen Brautigan-Übersetzung sich nicht dazu durchringen kann, eine spezielle Informationsseite zu ebenjener Neuübersetzung zu lesen, auf Deutsch oder Englisch, sich die im Netz zu findenden Audiodateien nicht einmal anhört - ja, man muss Brautigan wirklich hören bzw. laut lesen!-, dann kriegt er die Kritik natürlich nicht gebacken. Auch dazu hätte er einiges im Vorfeld meiner Website entnehmen können. So jedoch ahnt er nichts von den für Brautigan so typischen durchaus beabsichtigten Wort- und den Klangwiederholungen, die ich nachgeahmt habe, er weiß nicht, dass es Synonyme gibt, die man beim Übersetzen für einen bestimmten Kontext bewusst wählt, noch dass viele Wege nach San Francisco bzw. zum Tee führen, sondern hält das, was ihm nicht geläufig ist, für holperig. Nun ja. Jedenfalls gibt er dies vor. Gern würde ich ihn zum Tee einladen, dann können wir abwechselnd Teewasser aufsetzen und -stellen, vielleicht stellen wir dann ja tatsächlich gemeinsam einen Unterschied fest?
Und dann unterhalten wir uns mal über Synonyme und die tausend Möglichkeiten, einen einzigen Satz zu übersetzen. Und vielleicht sogar mal über Rhythmus und Satzmelodie und Brautigans Metaphernmix - zum Beispiel wooden gold - und seine lyrische Prosa.
Der von Helling inkriminierte übersetzte Satz
In einem Punkt weiß ich mich mit Helling allerdings vollkommen einig:
"Bei jeder Übersetzung fliegen Späne. Umso wichtiger ist es, die Wortdiamanten des Autors so lange zu polieren, bis sie auch in der Zielsprache glänzen. Die ursprüngliche Farbe sollte sich dabei nicht verändern." (Reinhard Helling)
Das haben Sie wirklich sehr schön ausgedrückt, Herr Helling - ah, wie das funkelt! Nur ziehe ich einen anderen Schluss daraus. Nothing lost, nothing gained.


