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(Er)forschung: Alternatives Theater in Südamerika

Das Projekt bietet uns die naheliegende Möglichkeit der Dokumentation von Straßentheater und dessen Geschichte, Funktionsweise und potentielle Einsatzgebiete im sozialen Bereich.

Unter dem Überthema Geschichte untersuchen wir einerseits die Entwicklung, andererseits die Aktualität der Straßentheatergruppen in Südamerika. Anhand von Interviews wollen wir herausfinden, wie die Gruppen organisiert sind, wie sie arbeiten, wie sie sich finanzieren, was wir von ihnen lernen können und wo sie eventuell noch Verbesserungspotential bei sich selbst sehen.

Das Thema Funktionsweise dreht sich um die Fragen nach den verschiedenen Methoden und Zugängen der Durchführung von Straßentheater. Was muss man beachten, wenn man Straßentheater macht, wie erarbeitet man ein Stück, wie erreicht man das Publikum? In diesem Bereich werden wir fremde aber auch unsere eigenen Erfahrungen im Laufe der Reise schildern.

Auch Potentielle Einsatzgebiete im sozialen Bereich sollen untersucht werden. Kann man mit Straßentheater Jugendliche und Kinder von der Straße „weg holen“? Kann man durch Theater Integration und „Aufklärung“ betreiben? Welche Organisationen und Aktionen gibt es bereits in diesem Bereich und wie sind die Ergebnisse?
 
Falls sich die Möglichkeit bietet, möchten wir auch gemeinsam mit den dortigen Theatergruppen kleinere Projekte erarbeiten.
 
„Auf meinen Reisen in Südamerika habe ich viele Straßentheatergruppen aus den „Barrios“ (Armenvierteln) kennenlernen dürfen. Viele haben mir erzählt, dass sie das Theater von den gröbsten Schwierigkeiten in ihrem Viertel weggeholt hat. Theater- oder Musikgruppen in den Barrios haben einen anderen sozialen Status, als die anderen. Ich denke aber, das Wichtige an Theaterprojekten mit „Leuten von der Straße“ ist, sie nicht als „Leute von der Straße“ zu behandeln, sondern als ernst zu nehmende Schauspieler/Künstler. Gemeinsam mit Fernando Prieto haben wir drei Monate lang mit einer Gruppe von Jugendlichen aus den Barrios in Mendoza/Argentinien gearbeitet. Wir haben uns gegenseitig respektvoll behandelt und soweit wie möglich diszipliniert gearbeitet. Der Fokus war das Theaterstück und nicht die „Hilfe“ die wir ihnen geben. Das Thema „soziales Projekt“ wurde nie erwähnt. Das Ergebnis nach wochenlanger, intensiver Arbeit war
en mehrere Aufführungen und eine Reise zu einem Festival in Chile, an dem wir teilgenommen haben.“
 
Erika Büttner