Antworten auf Taizé-Artikel

Muss ein Christ glauben, dass es eine Hölle gibt?


Gottes Wesen und unsere Beziehung mit Ihm


1. Petr. 1,15-16 Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch euer ganzes Leben heilig werden. Denn es heißt in der Schrift: Seid heilig, denn ich bin heilig.  (3. Mose 19,2)

Gott ist absolut gut. Er ist vollkommen, gerecht, heilig und nichts Schlechtes passt zu Ihm. Er ist die Liebe und nur derjenige kann eine Beziehung mit Ihm haben, der diese Liebe auch mit Liebe beantworten will, indem er nach Gottes Willen lebt. Ein Mensch, der nicht umkehrt von seinem eigenwilligen, sündhaften Leben und sich nicht von seinem Egoismus reinigen lässt, kann nicht mit Ihm zusammen sein.

1. Joh. 1,5-7 Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis leben, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde.


Mk 12,30 ...und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft! (ELB)


Jesus zitiert diese Stelle aus dem Alten Testament (5. Mose 6,5). Gott wollte schon immer diese Form der Beziehung. Er hat den Menschen dazu geschaffen. Seiner Liebe entsprechend hat Er jedem Einzelnen die Fähigkeit gegeben, die Wahrheit über Gott und sich selbst zu erkennen.


1.Tim. 2,3-4 Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.


Die freie Willensentscheidung des Menschen


Zur Liebe Gottes gehört, dass er den Menschen mit einem freien Willen geschaffen hat; das heißt, dass jeder Mensch frei wählen kann, ob er das Heilsangebot Gottes annehmen möchte oder nicht.* Obwohl dieses Angebot für alle gilt, ergreifen nicht alle Menschen diese Chance.


*5. Mose 30,15-20 ... Ich rufe heute den Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch auf: das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen, indem du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst!... (Elberfelder Übersetzung)


Jeder Mensch erhält von Gott viel Hilfe, Ihn zu suchen und zu finden, das Gute zu lieben und das Böse abzulehnen. Durch Jesus hat Gott uns den Weg zu sich gezeigt. Wenn ein Mensch aber alle angebotene Hilfestellung ignoriert, zwingt Gott ihn nicht zur Beziehung. Denn zu einer wirklichen Beziehung gehören beide Seiten. Er akzeptiert die freie Wahl des Menschen.


Die Konsequenzen unseres Lebens für die Ewigkeit


Luk.13,22-28 Auf seinem Weg nach Jerusalem zog er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.


Der Mensch, der zu Lebzeiten keine Beziehung zu Gott gebaut hat, kann sie auch nach dem Tod nicht haben.


Mt. 25,46 Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.


Die Bibel bezeichnet diesen Zustand, dass der Mensch in Ewigkeit von Gott und Menschen getrennt ist, als Hölle und beschreibt diese geistliche Wirklichkeit in verschiedenen Bildern. Wir lesen zum Beispiel von Feuerofen, Heulen und Zähneknirschen, äußere Finsternis, Qual und Pein. Allerdings geht es nicht um das Zufügen von körperlichen Qualen. Die in der Bibel gewählten Begriffe sollen den Zustand verdeutlichen, nämlich das Fern-sein von Gott, den der Mensch, wenn er gestorben ist, als schrecklich empfinden wird. Hölle bedeutet, dass der Mensch entgegen seiner Bestimmung ohne jegliche Beziehung ist. Es gibt auch keinerlei Aussicht auf eine Änderung dieses Zustandes.


2. Thess 1,8-10 ...Dann übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium Jesu, unseres Herrn, nicht gehorchen. Fern vom Angesicht des Herrn und von seiner Macht und Herrlichkeit müssen sie sein, mit ewigem Verderben werden sie bestraft, wenn er an jenem Tag kommt, um inmitten seiner Heiligen gefeiert und im Kreis aller derer bewundert zu werden, die den Glauben angenommen haben...


Schon auf der Erde erfährt der Mensch einen Mangel, wenn er nicht nach Gottes Willen und seinem Gewissen handelt, aber er kann sich noch ablenken durch vielerlei Dinge. Nach dem Tod gibt es all diese irdischen Ablenkungen nicht mehr und der Mensch wird in einer großen Leere enden.


Hölle ist die Konsequenz unserer Sünde und widerspricht nicht der Liebe Gottes, die sich nicht über die Entscheidung des Menschen hinwegsetzt. Wenn wir die offenbarte geistliche Wirklichkeit ernst nehmen, werden wir Gott durch unser Denken und Handeln in der Ehrfurcht begegnen, die Ihm als dem Schöpfer gebührt. Wer die Hölle leugnet, nimmt Gott nicht ernst.


Mt. 10,28 Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.


Alle Bibeltexte, soweit nichts angemerkt ist, sind aus der Einheitsübersetzung zitiert.