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Aktuelles

Die Freizeitgruppe in Lindlar: Zwei Ruinen, ein Schloss und keine Spur von Hektik

veröffentlicht um 30.05.2012 05:36 von Norbert Bangert   [ aktualisiert 30.05.2012 09:39 von Angela Holtmann ]

In aller Ruhe ließ es am vergangenen Pfingstsonntag die SGV-Freizeitgruppe bei ihrer Wanderung zu den Schlössern und Burgen in Lindlar angehen. Da der Hückeswagener Teil der Gruppe ein paar Minuten zu früh am Startort in Schloss Gimborn angekommen war, beschloss man, zunächst im Schlosshotel Gimborn ein Kühlgetränk zu sich zu nehmen.


Wo dieses nette Ensemble wohl stehen mag…?
Noch gerade rechtzeitig erinnerte eine der Teilnehmerinnen daran, dass man ja noch wandern wolle … und man raffte sich auf – immer entlang des Rundwanderweges A1 zum ersten Ziel: der Burgruine Eibach. Sie liegt unmittelbar neben Gut Eibach, einem größeren Bauernhof in Eibach. Die Anlage wurde im 14. Jahrhundert als Wasserburg mit einer Grundfläche von 15 mal 8 Metern errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1356. In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1782 brannte die Burg aus. Das war auch das Thema der ersten Kurzgeschichte, die aus dem Buch „Burgen und Schlösser rund um Lindlar“ vorgetragen wurde. In der „Kerze des Schicksals“ wurde ein rein fiktives Szenario vorgetragen, wie die Katastrophe sich damals ereignet haben könnte.

(Warten auf das) Kaffeetrinken am Schlosshotel in Gimborn

Nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt liegt die Ruine der Burg Neuenberg. Das war das zweite Ziel der Wanderer. Fachleute datieren den Bau der Höhenburg in das 12. Jahrhundert. Burg Neuenberg gehörte zu den Domänengütern des Landesherrn und war somit im Eigentum der Grafen von Berg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie als Sitz des Amtes Steinbach um 1640 von den Schweden eingenommen und zerstört. Aufgrund der schweren Schäden wurde sie dann um 1662 geschleift. Heute stehen noch Teile der Außenmauern, des Einganges und des Wehrgrabens. Hier wurde dann die Kurzgeschichte „Mitten ins Herz“ vorgetragen. Sie handelt von einem Söldner, der den Auftrag bekommen hatte, die Burg Neuenberg auszuspionieren. Kurz nach einer flüchtigen Begegnung mit einer unbekannten Frau wird er dann von einem Armbrustbolzen getötet.

Von Burg Neuenberg ging es dann zunächst über den A1 und später den A2 wieder zurück zu Schloss Gimborn. Es war seit 1631 Residenz der Grafschaft Gimborn-Neustadt des Hauses Schwarzenberg. Seit 1874 ist die Anlage im Besitz der Freiherren von Fürstenberg zu Gimborn, und seit 1969 dient sie als Tagungs- und Begegnungsstätte der International Police Association (IPA). Gelesen wurde dann die Kurzgeschichte „Aus Stein gehauen“, die das Gefühlsleben eines Schlossbaumeisters bei seiner Tätigkeit beschreibt.

Zum Abschluss der etwa zehn Kilometer langen Wanderung gab es dann zur Belohnung nochmals Kaffee und Kuchen im Schlosshotel.

Auf den Spuren der Burgen in Lindlar

veröffentlicht um 23.05.2012 04:42 von Norbert Bangert

Am Sonntag, 27.05.2012 haben wir eine geführte Wanderung zu den Burgruinen Eibach, Neuenberg sowie Schloss Gimborn geplant. Im Verlauf der Wanderung erfahren die Teilnehmer Geschichtliches und Geschichten zu den Anlagen, basierend auf der Broschüre "Burgen und Schlösser rund um Lindlar". Treffpunkt ist entweder um 14.00 Uhr in Gimborn (bei Marienheide) auf dem öffentlichen Parkplatz vor dem Schloss. Für Teilnehmer aus Hückeswagen und näherer Umgebung Treffpunkt 13 Uhr auf dem Bahnhofsplatz vor dem GBS-Gebäude in Hückeswagen.

Wanderzeit incl. Infos ca. 2 - 3 Stunden. Nach der Wanderung besteht Möglichkeit zur Einkehr. Bitte sendet ausnahmsweise eine kurze Rückmeldung, damit die Planung ein wenig leichter fällt, am besten per Email norbert.bangert@googlemail.com.

Zu Besuch beim Rüden – Traumwanderung entlang der Wupper

veröffentlicht um 01.05.2012 10:09 von Norbert Bangert   [ aktualisiert 16.05.2012 09:59 von Angela Holtmann ]

Wenn man glaubt, es geht nicht mehr besser, dann kommt immer die nächste Wanderung der Freizeitgruppe. Dieses Mal hat es uns nach Solingen verschlagen – eine halbstündige Anfahrt, die sich lohnen sollte. Los ging es um kurz nach 14 Uhr am Parkplatz Glüder auf eine zirka 13 Kilometer lange Runde, und das bei prachtvollem Wetter. Wir hatten zwar noch keinen Schritt gelaufen, da hatten die ersten schon ein Eis in der Hand … so sind sie halt! Der Weg führte zunächst wupperabwärts auf dem ersten Teilstück bis nach Rüdenstein.

Balkhauser Kotten
Ankunft am Balkhauser Kotten

Schon direkt zu Beginn war eine ordentliche Steigung zu überwinden. Als wir dann oben an einer Schutzhütte angekommen waren, hatten wir gefühlte fünf Kilometer zurückgelegt, de facto waren es aber nur 2,9. Nach einer kurzen Rast ging es wieder steil bergab vorbei am Landhaus Wupperhof, wo ein Schild „Biersteuer Kontrollstelle“ aus der Vergangenheit erhalten geblieben ist. Allerdings ließen wir den Gasthof rechts liegen, denn unser Ziel für eine „kleinere“ Pause war das Haus Rüdenstein.


Freizeitgruppe in der Nähe des Wupperhofs

Kurz vor dem Zwischenziel machten einige noch den obligatorischen Abstecher zum Rüden. Und dort hörten dann die nicht-bergischen Teilnehmer der Wandergruppe die Geschichte, die schon die Eltern und Großeltern den bergischen Kindern erzählt haben, nämlich die Geschichte von Herzog Robert, der bei einem Jagdausflug stürzte, von der Jagdgesellschaft getrennt wurde und später mit Hilfe des treuen Hundes – eines Rüden – doch noch gefunden werden konnte.

Nach diesem Intermezzo folgte Idylle pur, für einen Alt-68er hart an der Schmerzgrenze. Kurz vor dem Restaurant kamen uns Mädchen in Kommunionskleidern entgegen gelaufen, die dann vergnügt an einem Holzzaun stehen blieben und den im Gras liegenden Schafen und den sich dort tummelnden Lämmern zusahen. Und auf der weitläufigen Gartenterrasse saßen Oma und Opa im Kostüm oder Anzug, die Waffeln mit Kirschen, Eis, Sahne und Milchreis aßen und ein Kännchen Kaffee genossen. Etwas abseits hatten sich die Väter (natürlich auch alle im Anzug, obwohl es in der Sonne brüllend warm war,) zu einem Bier zurückgezogen. Die Mütter standen derweil an einem kleinen Karussell und passten auf die Kinder auf. Die ganze Szene hätte einem schlechten Heimatfilm entsprungen sein können, allerdings wäre der Regisseur mit seinem Drehbuch zurückgewiesen worden, da unglaubhaft. Aber so war es, und wir Wanderer platzten mitten rein und ließen uns nieder. Dass die Waffeln fast eine Stunde gebraucht haben und es sich derweil ein wenig zuzog, war schon fast Nebensache. Die letzte halbe Stunde Wartezeit war begleitet von der ständigen Angst, es könnte anfangen zu regnen und so die bestellten Waffeln aufweichen.

Schließlich hatten wir doch noch Glück, und unsere Bestellung kam. Nun überquerten wir die Wupper und gingen auf der anderen Seite zurück – vorbei am alten Heiler Kotten, wo früher bis zu 60 Schleifer beschäftigt waren (heute Quartier des Solinger Paddelclubs). Schön anzusehen ist die Hofschaft Balkhausen, und kurz vor Ende gelangten wir zum Balkhauser Kotten, einem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäude, liebevoll restauriert und mit einem unterschlägigen Wasserrad ausgestattet. Wochentags gibt es hier die Möglichkeit, dem Schleifer bei seiner Arbeit zuzuschauen. Ein letztes Mal legten wir eine Pause ein. Das Licht in der warmen Abendsonne schimmerte durch die gerade grün werdenden Äste und warf seine kleinen Schatten auf die Gesichter der erschöpften Wanderer, die auf einer kleinen Bank oder den Mahlsteinen des Balkhauser Kottens saßen. Im Hintergrund plätscherte die friedliche Wupper dahin, und die Insekten tanzten diesem herrlichen Frühlingsabend entgegen … Es fehlte nur noch ein Chor, der das Bergische Heimatlied anstimmte, und der Bergische Fuhrmann, der mit einem schallenden „Hü Käswagen!“ vorbeifuhr. Es war eine Wanderung wie aus einem Bilderbuch … und doch hat sie so stattgefunden!

Radtour am Sonntag, 18. März fällt aus

veröffentlicht um 17.03.2012 11:06 von Norbert Bangert   [ aktualisiert 17.03.2012 11:17 von Angela Holtmann ]

Die gemeinsame Radtour am morgigen Sonntag muss leider ausfallen.

Also geht es dann weiter am 29. April
zu einer Wanderung an einen der schönsten Orte im Bergischen: Rüdenstein an der Wupper bei Solingen.

Genaueres folgt dann rechtzeitig.

Mit dem Rad Richtung Marienheide

veröffentlicht um 15.03.2012 01:49 von Norbert Bangert

Die Mitglieder der Freizeitgruppe wollen sich am Sonntag, 18.03.2012, mal aufs Rad schwingen. Treffpunkt ist 13 Uhr auf dem Bahnhofsplatz in Hückeswagen. Dann geht es immer den Radweg entlang Richtung Marienheide. Das Motto lautet: "Mal sehen, wie weit wir kommen". Sollten einige von uns den Drang verspüren, sich ein Eis zu kaufen und die Sonne zu genießen, dem sei gesagt... gute Idee!

Mit dem Moos auf Augenhöhe

veröffentlicht um 26.02.2012 23:58 von Norbert Bangert   [ 27.02.2012 09:10 wurde aktualisiert. ]


Das Zeichen des Wipperfürther Rundwegs:
ein unausgefüllter Kreis

Da staunten die Wanderer der Freizeitgruppe nicht schlecht: Irgendwann auf dem 12,5 Kilometer langen Teilstück des Wipperfürther Rundwanderweges zwischen Vordermühle und Wasserfuhr ging es leicht bergauf über einen Hohlweg. Hier verlief früher die Bergische Eisenstraße. Die alten beladenen Karren hatten ihre Spuren so tief in das Gelände gefräst, dass sich die mit Moos bewachsene Kuppe in Kopfhöhe befand. Und dann folgte der spontane Ausruf „Mit dem Moos auf Augenhöhe…“ – und der Titel der Wanderung war gefunden.

Doch der 26. Februar 2012 begann um 13 Uhr mit einer Herausforderung. Die Aufgabe (gut zu stellen für Mathematikschüler der Klassen 1 und 2): Am Treffpunkt H befinden sich acht Personen. Von den acht Personen sind sechs mit je einem Fahrzeug angereist. Primäres Ziel ist der Zielort Z, sekundäres Ziel der Startort S. Fahrzeuge in ausreichender Anzahl müssen nun nach S und Z gebracht werden. Ermittele erstens, wie viele Fahrzeuge insgesamt gebraucht werden, wenn die Anzahl in Z und S gleich groß sein soll und alle Personen an der Wanderung teilnehmen möchten, und zweitens, ob die Wanderung jemals begonnen wurde! Ja, sie wurde, denn dank einer Mathematikerin, die sich unter den Wanderern befand, konnten wir herausbekommen, dass wir insgesamt vier Fahrzeuge benötigen würden. Die Lösung stellte auch unsere Anne-Rose zufrieden, die dieses Mal die Wanderung organisiert hat.



Los ging es in der 1548 erstmals urkundlich erwähnten Ortschaft Vordermühle. Leider setzte pünktlich der von vielen gefürchtete bergische Nieselregen ein. Glücklicherweise besserte sich das im Verlauf der Wanderung. Bis Ende 2006 gab es in Vordermühle eine Bäckerei in einer ehemaligen Wassermühle. Das Gebäude und das Wasserrad sind bis heute erhalten. Es gibt eine weitere Besonderheit in dem Ort: Vordermühle hat einen eigenen Wasserverband, der unabhängig vom städtischen Netz für die Wasserversorgung im Ort verantwortlich ist. Das Wasser wird heute aus einem 70 Meter tiefen Brunnen gewonnen und dann etwa weitere 50 Meter hoch nordöstlich auf einem Berg in einen Vorratsbehälter gepumpt.

Über die 37 Einwohner zählende Hofschaft Dellweg ging es hinauf auf den Steinberg. Auf einer Höhe von 403 Metern befindet sich eine kleine Sendeanlage. Die nächste Station war die Ortschaft Nagelsgaul. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Rittersitz des Freiherrn von Nagel. Über der Haustür des Gebäudes war noch das alte Familienwappen zu sehen. Besonders interessant: der ehemalige Burgstall der alten Wasserburg, der komplett von Wasser umgeben ist. Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Ferienhütte auf einer künstlichen Insel. Pferde, die in der Nähe eines Reiterstalls auf einer Art Koppelwiese standen, regten aufgrund des fehlenden Grünoberfläche des schweren Geläufes zu philosophischen Betrachtungen an, bis Jörg diese jäh mit der Bemerkung unterbrach: „Was, das ist eine Wiese?“


Nagelsgaul

Nun ging es über die ehemalige Bahntrasse Bergisch Born – Marienheide. Die Wuppertalbahn nahm 1876 ihren Betrieb auf, wurde aber 1895 stillgelegt. Erst vor knapp einem Jahr wurde auf dem Teilstück Marienheide-Wipperfürth der neue Radweg eröffnet. Nahe Großfastenrath, einem Ort, der erstmals in den Jahren 1445 in den Urkunden auftauchte, befindet sich die Staumauer der Kerspe-Talsperre. Leider war diese von unserer Wanderroute aus nicht zu sehen. Auf dem Weg zum Ziel in Wasserfuhr befand sich auch noch ein Teilstück der Bergischen Landwehr, die von Wuppertal nach Marienheide verläuft; leider jedoch nicht direkt am Wegesrand, wie Jörg, der sich mit Landwehren bestens auskennt, zu berichten wusste.

Mitte des letzten Jahrhunderts erwarb Peter-Christian Koppelberg die städtische Öl- und Getreidemühle in Wasserfuhr (1443 als „Waterfort“ erwähnt). Einige Jahre später übernahm sein Sohn Josef das Geschäft. 1894 bis 1896 baute dieser zusätzlich eine Gastwirtschaft und ließ einen Park mit einem großen Kahnteich anlegen. Heute wird Haus Koppelberg in der fünften Generation betrieben. Grund genug für uns, dort zum krönenden Abschluss einen Kaffee, ein Stück Kuchen oder eine Waffel mit Milchreis einzunehmen. Fazit der Wanderung: Wieder mal gut!


Hier geht es zur öffentlichen Bildergalerie (ohne Personenfotos)

Steckbrief der Freizeitgruppe

veröffentlicht um 30.01.2012 04:31 von Norbert Bangert   [ 30.01.2012 04:37 wurde aktualisiert. ]

Die Freizeitgruppe besteht aus ein paar Leuten im Alter zwischen 30 und 55 Jahren, die sich einmal im Monat treffen, um relativ zwanglos gemeinsam etwas zu unternehmen. Auf dem Programm stehen beispielsweise gemeinsame Wanderungen, Radtouren oder Ausflüge. Oftmals sind auch Kinder mit von der Partie. Treffpunkt ist in der Regel immer am letzten Sonntag im Monat um 14 Uhr in Hückeswagen am Bahnhofsplatz, in den Wintermonaten auch um 13 Uhr. Die aktuellen Termine findet sich hier auf der Homepage, alternativ kann man sich auch in den E-Mail-Verteiler aufnehmen lassen (E-Mail bitte an bangertno@googlemail.com). Vom Prinzip her gibt es keine Altersgrenze, Zielgruppe sind aber Menschen jüngeren oder mittleren Alters. Ziel ist es auch, durchaus mal zu einer Konditionswanderung einzuladen. Es besteht ausdrücklich keine Verpflichtung zu einer Vereinsmitgliedschaft beim SGV, da die Zwanglosigkeit im Vordergrund steht. Natürlich wird auch keiner darin gehindert, dem SGV beizutreten. Keiner muss sich zudem ab- oder anmelden, allerdings erleichtert das den jeweiligen Organisatoren die Arbeit. Organisiert werden die Wanderungen wechselseitig, je nach Lust und Laune.

Spitzen-Wanderung in Nümbrecht: „Dem gelben Kreuz folgend bis zur Talsohle“

veröffentlicht um 30.01.2012 02:14 von Norbert Bangert   [ aktualisiert 12.03.2012 10:34 von Angela Holtmann ]


Blick auf Schloss Homburg

Ziel: Nümbrecht, Rundwanderweg 3 („gelb): Kurpark - Aussichtsturm - Spreitgen - Hexenweiher - Dicke Steine - Holstein-Mühle - Schloss Homburg - und zurück zum Ausgangspunkt.
Angegebene Länge: 6,2 Kilometer, de facto gelaufen, ohne dass man sich verlaufen hätte: 6,3 Kilometer.

Ein altes Hückeswagener Sprichwort besagt: „Die, die nicht dabei waren, haben was verpasst.“ So war es auch bei unserer ersten Wanderung im Jahr 2012. Ziel war die Gemeinde Nümbrecht oder sagen wir besser: die offenkundig aufstrebende Gemeinde Nümbrecht. Sie ist ein heilklimatischer Kurort, und viele Gebäude im Zentrum sind relativ neu. Eine Mitwanderin in der Gruppe meinte: „Dieser Ort ist ganz anders, als ich mir ihn vorstellt habe.“

Los ging es um 13 Uhr am Bahnhofsplatz. Das erste Mal fuhren wir in einem Siebensitzer, der dann auch voll belegt war. Es war ein ganz anderes Fahrgefühl, und dank des umsichtigen Fahrers war es auch ein Gutes! Um 14 Uhr kamen wir dann am Kurpark an der Weiherstraße an. Nun galt es, den Einstiegspunkt zu finden: Wir wollten auf die „gelbe Route“, es gab nämlich auch eine rote und eine blaue. Es gab die Kurwege (dummerweise war einer davon orange), und es gab die SGV-Wege im Dreieck, es gab den A3 usw. usw.) Nach zehn Minuten(!) waren wir uns sicher: „Wir müssen der Route mit dem gelben Kreuz folgen, die bis zur Talsohle reicht.“


Holzturm auf dem „Lindchen“,
341 Meter ü. N.N. und 30 Meter hoch

Die erste Station war der Holzturm auf dem „Lindchen“. Er war über 30 Meter hoch, und einige ließen es sich nicht nehmen, ihn zu besteigen. Das Wetter war etwas diesig, trotzdem konnte man so einiges sehen, zum Beispiel das Schloss Homburg. Am Fuße des Turmes gab es auch ein schönes Café.

Weiter ging es durch ein Dorf namens Spreitgen. Dort erregte eine Haltestelle der Historischen Postkutsche unsere Aufmerksamkeit. Auf seiner Fahrtroute von Nümbrecht nach Wiehl und zurück hält dort der Original-Nachbau der kaiserlichen Postkutsche um 1871. Allerdings wollten wir nicht bis zur nächsten Kutsche warten, denn die wäre im Mai 2012 gefahren ,und so lange hätten die mitgeführten Pausenbrote nicht gereicht.

Also sind wir zu Fuß weiter zum Hexenweiher. Dort gab es angeblich „Hexenproben“. Die Hexen wurden geschwemmt, d.h., sie wurden an Händen und Füßen gefesselt und in einen Teich geworfen. Gingen sie unter, galten sie als unschuldig. Meist hieß es aber: „Sie sind artig geschwommen.“ Dann war ihr Schicksal aber auch besiegelt. „Wirklich zwei tolle Alternativen“, möchte man da sagen. Tatsächlich haben auf Schloss Homburg Hexenprozesse stattgefunden. Leider (oder Gott sei Dank) haben wir weder eine Hexe noch den Teich wirklich gesehen.

Dann kamen wir an den Dicken Steinen vorbei. Dabei handelt es sich um Quarzit-Härtlinge aus der Devon-Zeit (Alter ca. 350 Millionen Jahre). Die Steine wurden in der Tertiärzeit vor ca. 60 bis 70 Millionen Jahren durch Erosion aus dem weicheren Meergestein freigewaschen. Das waren schon zwei riesige Brocken, die da in der Landschaft herumlagen. Gute Gelegenheit also für ein Foto.

Nun machten wir einen Abstecher zur Holstein-Mühle. Sie gilt als eines der ältesten Gebäude im Oberbergischen Kreis. Es war die ehemalige Mühle der früheren Wasserburg „Holstein“. Sie wurde im Januar 1270 von Graf Gottfried, dem ersten Grafen von Sayn aus dem Haus Sponheim gekauft. Heute Hotel und Ausflugslokal. Nun, die Betonung liegt wohl auf Hotel und Ausflugsplatz. So richtig ursprünglich erschien der Komplex nun wirklich nicht mehr, allerdings gab es ein großes Wasserrad. Aber auch dieses nahm ein mitgereister Mühlenexperte (natürlich nur verbal) auseinander. Er erklärte uns den Unterschied zwischen einem oberschlächtigen und einem unterschlächtigen Wasserrad und, dass die Holstein-Mühle wohl keines von beiden hat. Eine andere Mitwanderin vermutete sogar einen Elektromotor dahinter. So also verpuffen Illusionen. Fazit: Wenn man nur einen Nachmittagskaffee trinken will, ist man dort bestens aufgehoben.


Wandergruppe bei den Dicken Steinen

Schnell ging es also weiter zur „Mutter aller Ziele“ in Nümbrecht: zum Schloss Homburg. Wobei das Wort „schnell“ relativ zu sehen ist, denn die Steigung von der Mühle hinauf zum Schloss war schon ganz ordentlich. Die alte Höhenburg wurde 1276 erstmals urkundlich erwähnt. Die Schlossanlage wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Gottfried I. zu Sayn erbaut; vermutlich auch aus Steinen und an Stelle der ehemaligen Wasserburg „Holstein“, von der eben nur noch die Mühle übrig geblieben ist. Uns „erwartete erwartungsgemäß“ eine große Baustelle. In diesem Jahr braucht man das Schloss als Freizeitziel nicht mehr anzusteuern, es sei denn, man interessiert sich für den Fortgang der Bauarbeiten. So konnten wir leider auch nicht auf den Innenhof, um die Arbeiten mal ganz aus der Nähe zu betrachten. Auffällig viele Bauaktivitäten waren auch an den Nebengebäuden zu sehen. Nun, das Ergebnis wird man sehen. Werden sich die großen Investitionen gelohnt haben? Burgen- und Schlösserfreunde werden sich auch sicher an den großen Glasanbau gewöhnen müssen, der dort entsteht.

Nach dem offiziellen Höhepunkt der Wanderung folgte der inoffizielle: das Winterfest am Park-Hotel Nümbrecht. Es gab Lagerfeuer, Bratwurst, heiße Waffeln, heißen Kakao und Glühwein! Genau das Richtige nach einer Wanderung bei Minusgraden. Ein tolles Fest; allerdings war uns unklar, wo die Probleme der Blechbäser-Band lagen. Waren es wirklich die tiefen Temperaturen, die den Tonerzeugungskünstlern den einen oder anderen schiefen Ton entlockten, oder war es doch die fehlende Übung? Nun, bei dem sechsten Lied und nach Beendigung des Verzehrs von Waffeln und Glühwein war das Urteil gefällt. Ausgerechnet von der bekannten auch in Hückeswagen wirkenden Persönlichkeit Johann Heinrich Jung-Stilling stammt der Spruch: „Übung macht den Meister.“

Fazit: Eine tolle Wanderung, auf der es unheimlich viel zu sehen gab. Und wenn dann zum Abschluss noch ein Fest wartet, ist das ein Glücksfall.


Hinweis: Als Anhang findet Ihr den aufgezeichnet Track. Die Strecke hatte eine Länge von 6,3 Kilometern.

29. Januar 2012: Winter-Event-Wanderung nach Nümbrecht

veröffentlicht um 25.01.2012 03:33 von Norbert Bangert   [ aktualisiert 28.01.2012 07:51 von Angela Holtmann ]

Hier ist das Programm für die nächste Wanderung der Freizeitgruppe am Sonntag, 29. Januar 2012:

13 Uhr: Treffpunkt Hückeswagen, Bahnhofsplatz vor dem Glaspalast, Bildung von Fahrgemeinschaften: Abfahrt nach Nümbrecht.

14 Uhr: Ankunft und Beginn der Wanderung im Kurpark. Dort geht es auf den "Rundwanderweg gelb". Die Länge beträgt relativ schlappe 6,2 Kilometer. Es geht zu einer Schutzhütte und zu einem Aussichtsturm (Holzturm "Auf dem Lindchen"). Er ist 30 Meter hoch und bei gutem Wetter kann man bis zum Siebengebirge schauen. Weiter geht es zu einem romantischem Dorf namens Spreitgen, danach geht es zum Hexenweiher. Dort gab es angeblich "Hexenproben", dazu dann mehr auf der Wanderung. Wir kommen an "Härtlingen" aus der Devonzeit vorbei und auch an Schloss Homburg. Es gibt also genug zu sehen.

16.30 Uhr: Zurück am Ausgangsort, dann geht es auf eine Stippvisite zu einem Winterfest, dem "Winterfest am Weiher". Der Veranstalter ist das Park-Hotel Nümbrecht. Es gibt Lagerfeuer, eine Hotel-Hausführung, es spielt eine Band, es gibt Bratwurst und heiße Waffeln... und Glühwein! Beim Glühwein können wir uns dann ja mal unterhalten, wie wir die weiteren Ideen "abarbeiten".

18 Uhr:  (oder bei Bedarf oder nach Lust länger) Rückfahrt

Bei ganz schlechtem Wetter können wir ja bei Wanderungsbeginn in die Eisdiele flüchten.

Nächste Wanderung am 29. Januar?

veröffentlicht um 23.01.2012 01:16 von Norbert Bangert   [ aktualisiert 28.01.2012 07:54 von Angela Holtmann ]

Zur Zeit läuft eine kleine Umfrage per E-Mail, ob wir am 29. Januar um 13 Uhr wandern wollen. Spätestens am Mittwochabend, 25. Januar gibt es hier auf der Homepage weitere Details. Wer noch keine Mail bekommen hat oder auch Interesse hat mitzulaufen, bitte noch bis einschließlich Mittwoch eine kurze Mitteilung an bangertno@googlemail.com. 

Falls sich genügend Interessierte finden, wollen wir anschließend auch bei einer schönen Tasse Kaffee ein bisschen Planung für 2012 machen. Ideen gibt es ja schon einige!

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