Residenzdorf Hummelshain - aus der Geschichte Ortsmitte von HummelshainSeit dem Mittelalter durch die herrschaftliche Jagd geprägt Der Ort Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis liegt auf etwa 350 m Höhe inmitten eines der größten zusammenhängenden Waldareale des Thüringischen Holzlandes. 1350 wurde der Ort erstmals erwähnt. Bereits im ausgehenden Mittelalter beherbergte er einen Jagdhof der sächsichen Kurfürsten. In der Wittenberger Kapitulation von 1547 wird Hummelshain als "ein Jagd-Haus und Dorf daran" beschrieben. In der Tat wurde die dörfliche Entwicklung seit dem Mittelalter maßgeblich durch die Bedürfnisse des herzoglichen Jagdschlosses und der späteren sachsen-altenburgischen Sommerresidenz geprägt, die den Ort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch zu einer beliebten Sommerfrische werden liess. Nach dem Ende der Fürstenherrschaft 1918 behielten die Schlösser trotz veränderter Rahmenbedingungen ihre dominierende Bedeutung. Als große soziale, kulturelle und medizinische Einrichtungen genutzt, waren sie nunmehr bis Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts die wichtigsten Arbeitgeber im Ort. Festsaal des Neuen Schlosses Historische Schätze des Ortes schlummern im Verborgenen Im "Land der Residenzen" gehört Hummelshain zu jenen Orten, in denen es noch mancherlei zu entdecken gibt. Zwar ist das monumentale Neue Jagdschloss überregional bekannt, gilt es doch als herausragendes Zeugnis des Historismus in Thüringen, gar als letzter Neubau eines Residenzschlosses in Europa. Auch die steinerne Jagdanlage am Rieseneck, ein in Deutschland einzigartiges "Freilichtmuseum" des Weidwerks im 17. und 18. Jahrhundert, ist ein Publikumsmagnet. Andere historische Schätze des Ortes im Saale-Holzland-Kreis aber schlummern im Verborgenen.Manchem aufmerksamen Besucher von Hummelshain fällt auf, dass einige Gebäude nicht in das erwartete dörfliche Bild passen. Es sind noch alte Hausnamen erhalten, vergessen aber sind durch Eigentumsänderungen und Umnutzungen über die Jahre ihre Geschichte und Funktion in der über die Jahrhunderte gewachsenen herzoglichen Jagd- und Sommerresidenz. Dazu zählen das aus einem kurfürstlichen Jagdhaus hervorgegangene Alte Schloss ebenso wie der im 19. Jahrhundert aus dem herzoglichen Tier- und Hetzgarten geschaffene Schlosspark, das Jagdzeughaus (Marstall) und die herzogliche Schmiede, der Gutshof und das Forstamtsgebäude, ein Teehaus und das Hofgärtnerhaus, das Brau- und das Waschhaus, ja sogar die einstige herzogliche Telegrafenstation und das Dampfmaschinenhaus der Schlosswasseranlage. (Selbst das moderne Senioren- und Pflegeheim am westlichen Ortseingang sind in die Geschichte eingebunden, ist es doch als Ersatzneubau für das vormals im Alten Schloss untergebrachte Seniorenheim entstanden.) Teehaus im Schloßpark"Wo Kaiser Wilhelm 47 Sauen schoss" Nicht nur zwei Schlösser, sondern darüber hinaus ein nahezu komplett erhaltenes Schlossensemble geben dem Ort seinen originellen Charakter als thüringisches Residenzdorf. Gern zeigen wir Ihnen dies alles bei einer unterhaltsamen Führug unter dem Motto "Wo Kaiser Wilhelm 47 Sauen schoss". Residenzdorfführung Das 1716 errichtete Jagdzeughaus, später als Marstall genutzt |



