Vorträge 2012

19. Februar 2012

Die Veranstaltung "Vom Hetzgarten herüber ertönte das Lied der Nachtigal" - Wilhelm von Kügelgens "Jugenderinnerungen eines alten Mannes" hatte es in sich. Die Verbindung des wissenschaftlich fundierten Vortrags der Historikerin Frau Dr. Claudia Hohberg und einer Vielzahl visueller und akustischer Darbietungen mit der mitreißenden Lesung ausgewählter Passagen aus dem humorvollen autobiografischen Roman des Malers Wilhelm von Kügelgen übte auf die zahlreich erschienenen Zuhörer eine magische Wirkung aus. Alle Anwesenden folgten dem Vortrag sehr aufmerksam. Er bzw. die Buchlesung wurden lediglich durch häufiges herzliches Lachen über so manch lustige Schilderung des von Rainer Hohberg eindrucksvoll gesprochenen Herrn von Kügelgen unterbrochen.

Aus dem Vortrag konnten die Gäste, von denen nicht wenige den Autoren und sein Buch gut kannten und manche sogar ein altes Exemplar mitgebracht hatten, entnehmen, welch Bestseller im 19. Jahrhundert die "Lebenserinnerungen eines alten Mannes" (der im heute als früh zu bezeichnenden Alter von 65 Jahren bereits verstarb) waren. Mehr als 250 Neuauflagen erlebte dieses Kultbuch! Frau Hohberg wusste darüber hinaus zu berichten, dass erst in jüngster Zeit zwei Hörbücher von diesem unsterblichen Werk produziert wurden. Eine Renaissance der Kügelgen-Forschung und -rezeption?

Die tiefe Bindung Kügelgens an Hummelshain und seine Umgebung, wo er eine wichtige Zeit seines kindlichen Lebens verbracht hat, spricht aus vielen Episoden des Buches, die genau beobachtend und mit herzlicher Anteilnahme farbenfroh beschrieben wurden.

Es ist zu vermuten, so Frau Hohberg, dass dieses Buch sehr viel dazu beigetragen hat, dass Hummelshain bereits Ende des 19. und noch mehr in der ersten  Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem Toristenmagneten wurde. Im Abspann zog der Moderator sogar scherzhaft die Umbenennung unseres Dorfes in "Wilhelm-von-Kügelgen-Dorf Hummelshain" in Erwägung. Doch dazu wird es im "Residenzdorf Hummelshain" dann doch nicht kommen! Der Schlossverein beabsichtigt aber, eine geeignete Stelle im Ort, wahrscheinlich vor dem Alten Schloss, in dem er gewohnt hat, zum Gedenken auch an diesen großen Besucher unseres Dorfes auszuwählen.


22. Januar 2012

Zum Vortrag von Rainer Hohberg "Als Kaiser Wilhelm 47 Sauen schoss" hatten sich bereits vor dem Veranstaltungstaermin mehr als 60 Gäste angemeldet! Das Interesse war derart groß, das zu unserem  Bedauern einige Interessenten nicht eingelassen werden konnten. Sie wurden auf den Wiederholungstermin vertröstet.

Der Vortrag wird am 18. März 2012 noch einmal gehalten werden!

Zu den größten jagdlichen Ereignissen unserer Region zählen die Hummelshainer Kaiserjagden 1891 und 1894. Der jagdbegeisterte Herzog Ernst I. hatte nach Fertigstellung seines neuen Schlosses Kaiser Wilhelm II. zur Hofjagd nach Hummelshain eingeladen. Den Neigungen des als Jäger bewunderten wie gefürchteten Kaisers entsprechend, fanden Pirschjagden wie auch ein großes eingestelltes Jagen statt. Ein glanzvolles Rahmenprogramm gehörte ebenfalls dazu. In seinem Vortrag schilderte Rainer Hohberg, der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Hummelshain e.V., die Geschichte dieser Jagd und geht auch auf die Hintergründe der ungewöhnlichen Abschusszahlen des körperlich behinderten Kaisers ein. Als Bildpräsentation wurden seltene Dokumente wie das prachtvolle Jagdalbum des Herzogs von Sachsen-Altenburg, historische Fotografien und sogar Filmaufnahmen gezeigt.

Der Vortrag, dem auch der Präsident des Thüringer Landesjagdverbands, Herr Steffen Liebig, aufmerksam folgte, erhielt lang anhaltenden Beifall.

Nach dem Vortrag gab es sehr interessante Gespräche mit den Gästen. Unter anderem wurden dem Förderverein von der Familie Dr. Häßner aus Saalfeld interessante Dokumente (Postsachen) aus dem Familienbesitz überreicht, die aus dem Telegraphenamt des Herzogshauses stammen, dessen Postmeister von 1908 bis 1918 Emil Rink gewesen war. Die Dokumente werden im Dorfmuseum von Hummelshain ihren Platz finden.

Auch der zum Schluss traditionell gereichte Rotwein und die Fettschnitten fanden wieder viele Liebhaber. Es war für alle ein interessanter und schöner Nachmittag!