Veranstaltungen 2011

Am 23. Oktober 2011, um 15:00 Uhr im Teehaus Hummelshain

Auf Pilzjagd - Heimischen Pilzen auf der Spur

In der ausklingenden Pilzsaison 2011 fand der Vortrag über einheimische Pilze rund um Hummelshain das lebhafte Interessse vieler Besucher, einige von Ihnen waren aus Jena, Gera und sogar Weimar angereist. Es kamen sogar mehr Interessenten als das relativ kleine Teehaus fassen konnte. Diese mussten leider vertröstet werden auf den nächsten Vortrag über Pilze in unserer Flur, der wahrscheinlich im Herbst 2012 gehalten werden wird. Der Referent, Dr. Rainer H. Berthelmann, wurde als vielseitig interessierter Philologe vorgestellt. Dementsprechend stellte Herr Berthelmann gleich zu Anfang klar, dass er nicht als Mykologe oder Pilzberater sprechen würde, sondern als Pilzliebhaber, sowohl was das Suchen, Sammeln, Bestimmen und Fotografieren angeht als auch betreffs des Essens leckerer Pilzgerichte.
In mitreißenden Worten und mit schönen Fotografien beschrieb der Vortragende vor allem die wichtigsten geschützten der ca. 6 000 in Deutschland vorkommenden Pilzarten, darunter Steinpilze, Pfifferlinge, Birkenpilze und Rotkappen, Brätlinge, Reizker, Schafeuterporlinge und Morcheln . Er erklärte auf der Grundlage genauen Sachbuchstudiums sowie anhand mitgebrachter Realien in einfacher, verständlicher Sprache, wie Pilze sich aus Sporen zu den von uns "Pilze" genannten Fruchtkörpern entwickeln. Er beantwortete auch solche oft gestellten Fragen wie: Wie sammelt man Pilze? Wie viele Pilze darf man ernten? Wie unterscheidet man giftige von essbaren Pilzen? Sind Pilze zu sehr durch Schwermetalle oder Radioaktivität belastet als dass man sie überhaupt essen sollte? Wohin wendet man sich bei einer Pilzvergiftung? u.a.m.
Nach dem mit viel Beifall bedachten Vortrag interessierten sich viele der Besucher näher für die vom Referenten mitgebrachten Pilzbestimmungsbücher, Pilzkochbücher und auch literarische Werke, in denen es um Pilze geht. Gezeigt wurden auch Spiele, Kalender u.a. rund um das Thema Pilze. Selbst die kleine Ausstellung frischer Pilze verleitete viele Gäste dazu, die Pilze zu betasten und zu bestimmen.
Danach ließen sich die Gäste die wieder liebevoll von einigen Mitgliedern des Fördervereins vorbereiteten Fettstullen mit Gurke sowie ein Glas Rotwein oder Wasser schmecken. Der Vortrag hatte Appetit gemacht ... auf den gereichten Imbiss, aber vor allem auf die nächste Pilzjagd und den sich anschließenden Pilzgenuss. Ein Besucher meinte sogar: "Der Vortrag hat mir so richtig Lust gemacht darauf, künftig ebenfalls mit dem Fotoapparat auf Pilzjagd zu gehen!"



Am 25. September 2011, um 15:00 Uhr im Teehaus Hummelshain

Der Freiherr vom Rieseneck

Hummelshainer Filmpremiere zwingt zur zweimaligen Aufführung!

Ein junger Filmemacher aus Jena, Herr Uwe Germar, präsentierte an diesem Tag seinen überaus gelungenen Dokumentarfilm "Der Freiherr vom Rieseneck". Der ca. 60minütige Film zeigt das Leben und Schaffen von Herzog Ernst II. rund um und im sogenannten Herzogsstuhl, einem 1916/1917 gebauten idyllischen Wohnturm im Eutersdorfer Forst. Dabei beleuchtete der Film sowohl die adlige Endzeitstimmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts als auch die Familie des Herzogs.
Als "Kulisse" dienten die durch den Eutersdorfer Verein aufopferungsvoll gepflegten ober- und unterirdischen Jagdanlagen Rieseneck mitten im Wald, die dazugehörigen Gebäude des Grünen Hauses und des Blasehauses, aber auch die Jagdschlösser, die den Anlass zu ihrer Errichtuing gegeben hatten: das Alte und das Neue Schloss in Hummelshain, vor allem jedoch das zur Zeit wiedererstehende Wasserschloss "Fröhliche Wiederkunft" (s. Bild) im nahegelegenen Wolfersdorf.
Die Vorsitzenden des Eutersdorfer Vereins, Herr Schmidt, und des Fördervereins Schloss Hummelshain, Herr Hohberg, sowie andere Kenner der Materie, insbesondere ein alter Wolfersdorfer, der den Fürsten noch von Angesicht kannte, trugen viel zur Glaubwürdigkeit der gezeigten und berichteten Informationen über Ernst II. bei.
Die Vorführung wurde mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Gespräche bei den vom Verein traditionell kostenlos angebotenen Fettschnitten
mit Wein rundeten den schönen, erlebnisreichen Sonnentag ab.
Nicht nur das: Bei der ersten Aufführung war das kleine Teehaus bald randvoll mit interessenten Besuchern, sodass rasch zusätzliche Stühle herbeigeholt werden mussten. Aber es standen noch so viele weitere Interessenten vor der Tür ... Was tun? Der Referent und der Verein entschieden sich bald, aufgrund des großen Andrangs die Filmvorführung gleich am selben Tag zu wiederholen. Freundlicherweise ließen sich viele das Warten nicht verdrießen, gingen in den Wald, um Pilze zu suchen, sahen sich das Rieseneck mit eigenen Augen an oder saßen einfach gemütlich bei einem leckeren italienischen Eis in der Gaststätte "Alt-Hummelshain" und kehrten dann zum Teehaus zurück. So kam es, dass um 16:30 Uhr
der Saal noch einmal  fast gefüllt und der Film ein zweites Mal mit viel Interesse aufgenommen wurde.
Der Filmschöpfer war froh, dass er so viele DVDs mit dem Film mitgebracht hatte, denn alle bis auf die letzte wurden ihm gern abgenommen.




Am 20. Februar 2011, um 15:00 Uhr im Teehaus Hummelshain

Vom Jagdschloss zum Wohnschloss

Ansturm bei „Vom Wohnschloss zum Seniorenschloss“

 Trotz zusätzlich herbeigeschaffter Stühle mussten am Sonntag etliche Besucher unverrichteter Dinge gehen. Das Hummelshainer Teehaus war zum 37. Vortragsnachmittag des Fördervereins Schloss Hummelshain e.V. bis zum letzten Platz gefüllt. Selbst Bürgermeister Stephan Tiesler hatte nur noch einen Stehplatz abbekommen. Dafür wurden er und die rund 90 Gäste mit einer Fülle spannender Informationen über den Umbau des alten herzoglichen Jagdschlosses in eine Wohnanlage für Senioren reichlich entschädigt. Der Bogen spannte sich von der Schlossgeschichte (Vortrag durch Rainer Hohberg) über die laufenden Bauarbeiten bis zu den künftigen Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten.

Zunächst war einiges über illustre Persönlichkeiten zu erfahren, die einst in dem altehrwürdigen Haus geweilt hatten. Dass Goethe zu ihnen zählt, überraschte niemanden; umso mehr aber, dass neben anderen Geistesgrößen und gekrönten Häuptern selbst Kaiserin Alexandra von Russland und der griechische König Otto I. Gäste der Sommerresidenz waren.

Dass die Jahrhunderte an der Bausubstanz des Hauses indes nicht spurlos vorbeigegangen sind, stellte Schlossbesitzerin Monica Borggräfe in einem sehr emotionalen Vortrag dar. Die Schäden, die beim Entfernen des Putzes und der Fußböden sichtbar wurden, dürften der erfahrenen Bauunternehmerin mehr als nur eine schlaflose Nacht bereitet haben. Rund ein Drittel der Fachwerksubstanz musste erneuert, die Westfassade völlig neu aufgebaut werden. Nun läuft bereits der Innenausbau auf Hochtouren. Alle 17 Wohnungen werden barrierefrei sein, mit ebenerdigen Duschen, die mit Rollstuhl zu benutzen sind, wie Lars Schönball von der gleichnamigen Eisenberger Installationsfirma erläuterte. Über den Einbau des Fahrstuhls in die Fachwerkkonstruktion sowie die ausgefeilte Schall- und Wärmeisolierung sprach Dipl.-Ing. Norbert Spehr, der Bauleiter. Das denkmalgeschützte Schloss so zu dämmen, dass es den Anforderungen der neuesten Energieeinsparverordnung entspricht, lautet sein Ziel. Nutznießer seien die künftigen Mieter, deren Betriebskosten sich auf rund 1 Euro pro Quadratmeter beschränken sollen. Mit welchen Mietpreisen man für die Appartements und 2-Zimmerwohnungen der Seniorenwohnanlage zu rechnen habe, interessierte die Gäste natürlich ebenfalls. Darüber sowie über die vorgesehenen Betreuungsangebote gab Rolf Bartholomé, Geschäftsführer der Volkssolidarität Ostthüringer als künftiger Betreiber Auskunft. Die Miete werde voraussichtlich bei 7 Euro pro Quadratmeter liegen. Hinzu komme eine Servicepauschale für Leistungen wie den Hausnotruf und die Gemeinschaftsräume. Nach Wunsch können hauswirtschaftliche Dienstleistungen, Mahlzeitenservice sowie die Kultur- und Freizeitangebote des Hauses genutzt werden. Ebenso ist an einen Fahrdienst und eine regelmäßige Hausarztversorgung gedacht.

Besonders glücklich, einen Platz bei der informativen Veranstaltung im Teehaus bekommen zu haben, dürfte Reinhard Bernstein aus Leipzig gewesen sein. Der hatte im Oktober 2010 während einer Rast am Hermsdorfer Kreuz zufällig einen OTZ-Artikel über den Schlossumbau gelesen. Kurz entschlossen änderte er damals seine Fahrtroute, besuchte Hummelshain, um sich das künftige „Seniorenschloss“ anzuschauen. Genau so etwas, in reizvoller Landschaft gelegen, hatte er gesucht - und war einer der ersten, der sich bei der Volkssolidarität verbindlich eine Wohnung reservieren ließ. Jetzt konnte sich der im Ruhestand lebende Endfünfziger nochmals genau über alle Details informieren und freut sich auf den Einzug im Herbst dieses Jahres.