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Presse

Rainer Hohberg / 20. Oktober 2010 / OTZ
Überraschung bei Sanierung des Alten Jagdschlosses in Hummelshain
Unter dem Putz wurden Teile des Vorgängerbaus entdeckt


Wenn von einem historischen Bauwerk der Putz entfernt werden muss, finden sich darunter meist Überraschungen - nicht selten negative. Diese Erfahrung machte auch Monica Borggräfe, Besitzerin des Alten Jagdschlosses in Hummelshain bei dessen Sanierung. Zahlreiche Balken des barocken Gebäudes erwiesen sich als morsch und müssen nun in aufwändiger Arbeit erneuert werden. Doch der fallende Putz gab auch den Blick frei auf eine bislang weitgehend unbekannte Epoche der Schlossgeschichte.

Errichtet wurde das schlichte barocke Jagdschloss zwischen 1668 und 1670 unter Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Altenburg. Der Bau entstand nicht auf der grünen Wiese, sondern im Areal des spätmittelalterlichen Hummelshainer Jagdhofes. Über dessen Aussehen gibt es nur wenige urkundliche Nachrichten, so die Erwähnung von Bauarbeiten an einem neuen Haus und Kellern in den Jahren 1541 bis 1544. Bauherr war kein geringerer als Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige, auch Hanfried genannt. Sein Denkmal ziert den Jenaer Marktplatz.

Dieser gründete nicht nur die Jenaer Universität, sondern er war trotz seiner enormen Leibesfülle ein sehr aktiver Waidmann. Allein im Herbst 1516 erlegte er im Hummelshainer Revier 16 Hirsche. Wie er in einem Brief berichtet, hetzte er ein besonders kapitales Tier zu Pferde von Trockenborn bis Hummelshain. Hier sei dieser Hirsch durch das Wirtshaus hindurch und über drei Zäune geflüchtet, bis man ihn am Jagdhaus mit einem Spieß zur Strecke gebracht habe. In diesem Brief wird ein Jagdhaus in Hummelshain erstmalig erwähnt. Über dessen Größe und Aussehen ist jedoch bislang kaum etwas bekannt.

Bei den derzeitigen Bauarbeiten wurde nun bestätigt, dass Teile von Hanfrieds Jagdhaus im heutigen Alten Schloss stecken. Dazu zählen eine aus drei kleinen Tonnengewölben bestehende und mit einem separaten Zugang versehene Kelleranlage sowie der Rundturm. Nach der Entfernung des Putzes sind nun links vom Haupteingang auch Teile der südlichen Fassade des Vorgängerbaues zu sehen.Das war zuerst Mitgliedern des Fördervereins Schloss Hummelshain aufgefallen; jetzt wurde dieser Befund durch Lutz Scherf vom Bauforschungsbüro Scherf-Bolze-Ludwig bestätigt.Die Südwestecke des einstigen kurfürstlichen Jagdhauses ist anhand der markanten Baufuge deutlich auszumachen. Beim Neubau des Schlosses wurden also verwendbare Teile des Vorgängerbaues einbezogen ein damals übliches Verfahren, wie der Bauexperte erläuterte. Jetzt sind er und die Bauherrin gespannt, ob auch an der Parkseite des Gebäudes ähnliche Befunde zu Tage treten werden.

Die heutige Besitzerin des Jagdschlosses baut dieses in eine moderne Wohnanlage mit 20 altersgerecht ausgestatteten Wohnungen um. Es soll ein Haus für Senioren werden, die noch vital sind. Betreiber wird die Volkssolidarität sein.

 


Marlene Köhler/ 12. September 2010/ Mitteldeutsche Zeitung
Bei Hexen und Werwölfen

Im Neuen Jagdschloss wurde der erste deutsche 3D-Film einer unabhängigen Produktionsfirma gedreht.





Rainer Hohberg/ 4.September 2010/ OTZ
Sehnsucht nach dem Siebshaus

Mit der historischen Jagdhütte unweit von Hummelshain sind viele Erinnerungen verknüpft

 „Als wir so durch den Wald tippelten, sahen wir auf einmal einen lichten Platz mit dem schönen Haus... Wir waren ganz erstaunt über dieses Stückchen Erde. Es war, als beträten wir ein Heiligtum…“ Der seine erste Begegnung mit dem Siebshaus so gefühlvoll schildert, war kein romantischer Dichter, sondern ein  Metallarbeiterlehrling, der das damals als Wanderheim genutzte Haus im Sommer 1924 besuchte. Nicht anders der greise Erbprinz Georg Moritz von Sachsen-Altenburg, als dieser 1989 nach Hummelshain  kam. Nicht das prachtvolle Jagdschloss wollte er sehen, sondern zuerst unbedingt das Siebshaus. Er sprach von seiner Sehnsucht, da er hier als Kind die schönsten Stunden verbracht habe. Auch andere Besucher bestätigen, dass dieses Haus auf der Waldlichtung eine starke  emotionale Ausstrahlung habe –  etwas, das wir gern den  „Zauber des Ortes“ nennen.

Das ist umso erstaunlicher, als es sich eigentlich um eine schlichte Waldhütte handelt, die einst aus rein praktischen Erwägungen an einer Weggekreuzung  unweit der Sieben-Linden-Straße errichtet worden war.1487 erstmals erwähnt,  war damals vermutlich ein Futterhäuschen oder eine einfache Schutzhütte. Später  befand sich hier eine Anlage, in der Wildschweine lebendig gefangen wurden, um sie den herrschaftlichen Jägern schussgerecht vor die Flinten treiben zu können. Im 18. Jahrhundert  pirschten  am Siebshaus die „Prinzen von Roda“ aus einem „begrünten Schirm“  und nutzten diese als Jagdhütte. Als man ein Jahrhundert später für die fürstliche Jagd  einen großangelegten Tiergarten errichtete, wurden die allabendlich hier  durchgeführten Fütterungen zu einer Attraktion für Gäste aus nah und fern. Viele Reiseführen aus der Zeit um 1900 preisen die Siebshaus-Romantik in höchsten Tönen. Der Trubel fand aber ein Ende, als sich  Herzog  Ernst II. die Hütte 1908 in der jetzigen Gestalt ausbauen lies – angeblich als verschwiegenes Liebesnest für seine außerehelichen Amouren.

Seine wohl lebhafteste Zeit erlebte  das Haus, als es von 1921 bis 1933 ein beliebter Jugendtreffpunkt der  sozialdemokratischen „Naturfreunde“ wurde. Bis zu hundert Jungen und Mädchen sollen hier an machen Wochenenden unter einfachsten Verhältnissen campiert und im benachbarten Teich gebadet haben.  Nach dem II. Weltkrieg bewohnten ein Waldarbeiter und seine Frau das einsam gewordene  Haus. Dann wurde es vom Staatsforstbetrieb als Jagd- und Ferienhaus  hergerichtet und viele Jahre genutzt. Als die DDR 1989 in den letzten Zügen lag, soll eines Nachts ein schlagkräftiges Sicherheitsaufgebot am Siebshaus vorgefahren sein. Irgendwer hatte am Bodenfenster ein verdächtiges Blinken wahrgenommen. Befand sich hier etwa die geheime „Zentrale der Konterrevolution“ mit ihrer Funktechnik? Als Ursache des Leuchtens entpuppte sich aber nur der Antennenverstärker des Fernsehgerätes; enttäuscht zogen  die Sicherheitsleute ab.

Nach 1989 fiel das Siebshaus für längere Zeit in einen Dornröschenschlaf, da zunächst Eigentumsfragen zu regeln  waren. Aber der „Zauber des Ortes“ wirkte weiter – und ließ die nun zuständigen Forstamtsleiter nicht ruhen. Trotz knapper Ressourcen sorgten Berhard Zeiss wie schon sein Amtsvorgänger Achim Ramm  mit Unterstützung des zuständigen Ministeriums ab 2006  für notwendige Sanierungsmaßnahmen. Weitere - etwa die Instandsetzung des Sanitärtraktes – sind geplant. Erfreulicherweise kann das denkmalsgeschützte Kleinod nunmehr  auch öffentlich genutzt werden. Durch das Forstamt Stadtroda wird  es an Jagdgäste und Bürger der Region vermietet, um mit den Einnahmen die Unterhaltung mitzufinanzieren. Und am 12. September ab 13 Uhr wird seine schwere, mit einem Eisengitter gesicherte Tür für alle, die es schon immer einmal von Innen sehen wollten, einige Stunden besonders weit offen stehen. Umrahmt von Jagdhornklang und Angeboten vom Holzkohlegrill wird zum Tag des offenen Denkmals die 500-jährige Geschichte des Hauses in einem Vortrag lebendig werden. Erinnerungen und Gefühle inklusive.  

 


Annett Eger
/ 08.05.10 / OTZ
"Jagdfieber" im südlichen Saaletal

Unter dem Motto "Jagdfieber" hat der Tourismusverband Jena-Saale-Holzland auch die Leuchtenburg (hier mit Anne Meinzenbach), den Förderverein Schloss Hummelshain hier mit Dr. Claudia Hohberg und das Wasserschloss Wolfersdorf ins Boot geholt. Mit auf dem Foto außerdem Volker Schmidt vom Freundeskreis Rieseneck und Mark Schmidt, Geschäftsführer vom Tourismusverband.

Dass es das "Echo vom Rieseneck?" tatsächlich gibt, davon können sich Besucher am morgigen Sonntag, 9. Mai, am Herzogstuhl der Jagdanlage selbst überzeugen. Denn diese historische Anlage öffnet gemeinsam mit anderen ihre Pforten.

Kleineutersdorf. Volker Schmidt, Vorsitzender des "Freundeskreises Rieseneck" lädt von 10 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Neben Jagdhornblasen wird er Fragen rund um die Jagdanlage beantworten. Mit dabei ist auch der Kleineutersdorfer Chor, der ab 14 Uhr singen wird. Die Mitglieder der Feuerwehr wollen für eine Stärkung sorgen. Der Herzogstuhl ist dabei nur ein Ausflugsziel, das am Sonntag seine Türen öffnet. Unter dem Motto "Jagdfieber" konnte der Tourismusverband Jena-Saale-Holzland drei weitere Partner gewinnen. So ist der Förderverein Schloss Hummelshain mit im Boot. Ab 14 Uhr laden die Mitglieder zu dem Dorfrundgang "Wo Kaiser Wilhelm 47 Sauen schoss", ein. Schwerpunkt ist die Geschichte der beiden Schlösser und die Jagd im Hetzgarten. Treffpunkt ist am Teehaus der Gemeinde, informiert Dr. Claudia Hohberg vom Verein. Darüber hinaus bieten die Mitglieder in der Zeit von 13 bis 16 Uhr stündliche Führungen im Neuen Jagdschloss an. Wildgerichte werden in den ortsansässigen Gaststätten "Waldmannsheil" und "Alt Hummelshain" sowie im "Kellerberg" in Trockenborn serviert, heißt es. Der dritte Partner im Bunde ist die Leuchtenburg. In der Ausstellung im Museum sind Objekte rund um die Jagd zu sehen, sagt Anne Meinzenbach vom Museum. Neben verschiedenen Waffen ist hier auch "Roland" zu sehen. Es handelt sich dabei um einen präparierten Hundekopf der Jagdhunderasse, die der Herzog einst selbst gezüchtet hat, erklärt sie. Die Ausstellung im Museum ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Offene Türen gibt es am Sonntag von 10 bis 17 Uhr auch im Wasserschloss Wolfersdorf. Stündlich gibt es im Schloss, das Johann Friedrich, der Gründer der Jenaer Universität erbauen ließ, Führungen. Der Tourismusverband hat für diesen Tag ein Informationsblatt erstellt, das einen Lageplan ausweist und geschichtliche Fakten nennt. Wie Geschäftsführer Mark Schmidt informiert, soll die Gemeinschaftsaktion Tradition werden. Gute Erfahrungen gebe aus dem Vorjahr, als zum Tag des offenen Denkmals im September erstmals eine solche Veranstaltung stattfand.


Anett Eger / 27.04.2010 / OTZ
Förderverein Schloss Hummelshain mit neuer Spitze

Das undichte Dach, der verweigerte öffentliche Zugang zum Neuen Jagdschloss - Kritik hat es von den Mitgliedern des Fördervereins "Schloss Hummelshain" oft gegeben. Dieses Jahr spricht der am Wochenende neu gewählte Vereinsvorsitzende Rainer Hohberg allerdings von einem Wandel.

Hummelshain. Die Situation der Förderobjekte Altes und Neues Jagdschloss in Hummelshain habe sich verändert. Fest macht er dies gleich an mehreren Punkten. So habe sich beim Neuen Schloss die Eigentümerstruktur verändert. Aus der Aphasat Communication GmbH sei die Immobilien- und Grundvermögensgesellschaft (IGV) ausgegründet worden, um das Schloss halten und verwaltet zu können, sagt Hohberg. Er spricht von einer sinnvollen Entscheidung und begründet dies mit ersten sichtbaren Zeichen. Das Dach ist definitiv dicht, sagt er und verweist auf ein Problem, das zuletzt das Denkmalamt des Landkreises moniert hatte. Sicher, es ist nur eine Notreparatur. Sie sorgt aber dafür, dass kein Wasser mehr ins Dach gelangt, sagt er. Gesorgt werde außerdem für eine professionelle Parkpflege. Den Einbau einer neuen Toilettenanlage im Erdgeschoss des Schlosses und die neue Bestuhlung im Festsaal wertet Hohberg als positiv. Dass die Zusammenarbeit noch besser wird, erhofft er sich durch den Beitritt IGV in den Förderverein, der zur Versammlung vollzogen wurde.

In Kontakt steht der Verein auch mit Monica Borggräfe, der Bauträgerin des Alten Schlosses. Mit den Bauarbeiten vor Ort nehme das Konzept Betreutes Wohnen im Schloss bereits Gestalt an, erklärt er.

Die Aktivitäten in beiden Schlössern beschreibt er als kleine, aber realistische Schritte in die richtige Richtung. Dass dies auch in der Bevölkerung so gesehen werde, würden Einträge im Gästebuch auf der Internetseite des Vereins bestätigen. Kritik sei dort aber zum Park geäußert worden. Besonders der Abschnitt, der der Gemeinde gehöre, sei in einem schlechten Zustand, berichtet Hohberg, der dieses Projekt ins Rollen bringen will.

Fortsetzen will der Verein 2010 seine Vortragsreihe. Los geht es zum Tag des offenen Denkmals im September. Mit dem Forstamt in Stadtroda soll das Siebshaus geöffnet werden. Die Idee Wohnen im Schloss wird ebenfalls ein Vortragsthema sein. Weiterhin werden Ernst II., Wappenkunde und das Thüringer Porzellan Beachtung finden.

Dr. Reiner Ehrig, bisheriger Vereinschef, arbeitet weiter als Stellvertreter im Vorstand mit. Zur Schatzmeisterin wurde Margrit Ehrig, zum Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit Dr. Rainer Berthelmann gewählt. Hanna Ludwig kümmert sich um Veranstaltungen. Dem Verein gehören derzeit 22 Mitglieder an.