Heftiges Klopfen an unserem Zimmerfenster.
Eine atemlose Stimme: „Zimet, avete sentito?! Die Nachrichten … am Radio: Alle Juden in Italien sollen inhaftiert, enteignet und nach Deutschland deportiert werden!“
Als ich an diesem kalten, nebligen Morgen des 30. November 1943 erwachte und die besorgten Gesichter meiner Eltern sah, wusste ich, dass es kein Alptraum gewesen war, der mich aus dem Schlaf gerissen hatte.
Eine atemlose Stimme: „Zimet, avete sentito?! Die Nachrichten … am Radio: Alle Juden in Italien sollen inhaftiert, enteignet und nach Deutschland deportiert werden!“
Als ich an diesem kalten, nebligen Morgen des 30. November 1943 erwachte und die besorgten Gesichter meiner Eltern sah, wusste ich, dass es kein Alptraum gewesen war, der mich aus dem Schlaf gerissen hatte.
Beunruhigt sass ich beim Frühstück meinen in Gedanken versunkenen Eltern gegenüber. Plötzlich pochte es an die Tür. Vater öffnete - und stand zwei Polizeibeamten gegenüber. „Buongiorno, Signor Zimet! Unser Kommandant bittet Sie, sich unverzüglich mit Ihrer Frau Rosalia und Ihrer Tochter Regina auf dem Polizeiposten von Serina einzufinden!“ Aufgewühlt und von dunklen Vorahnungen erfüllt, machten wir uns Minuten später auf den Weg. Bangen Herzens betraten wir nach kurzem Fussmarsch das düstere Gebäude. Ein Polizist führte uns in das Amtszimmer des Kommandanten. Dieser hiess uns freundlich, Platz zu nehmen und meinte daraufhin mit bekümmerter Miene: „Wie Sie vielleicht bereits vernommen haben, müssen auf Befehl der faschistischen Regierung alle Juden in Italien inhaftiert und enteignet werden. Ich sehe mich deswegen gezwungen, Sie zu verhaften und Ihr Besitztum zu beschlagnahmen. Zudem befürchte ich, Sie demnächst nach Bergamo überführen und dort den Deutschen ausliefern zu müssen. Glauben Sie mir, ich bedaure dies zutiefst!“ (...) Abbildung: In diesem Haus in Serina wohnte die Familie Zimet. |
