Der Kiesabbau in der Gemarkung Angerstein
Im Jahr 1967 wurde von der Firma Klöppner erstmalig auf einer Größe von ca. 2 ha auf dem Flurstück 124, der Flur 6 der Kiesabbau beantragt und genehmigt.
(Der jetzige kleine Teich mit den alten Kiesaufbereitungstrichtern)
Mit der Insolvenz des Unternehmens im Jahr 1979 ruhte der Abbau.
In den Jahren 1980 bis 1985 wurde ein Raumordnungsverfahren bei der Bezirksregierung Braunschweig eingeleitet und abgeschlossen. Zuständige Genehmigungsbehörde für den Naturschutz sowie Wasserrecht ist der Landkreis Northeim.
In den Jahren 1985 bis 1990 wurden von der Firma A. Oppermann / Hedemünden die Antragsunterlagen für den Kiesabbau Angerstein erstellt, beim Landkreis Northeim eingereicht und durch diesen mit dem wasserrechtlichen Planfeststellungsbeschuss abgeschlossen.
Die Abbaufläche umfasste damit 113 ha,
in den Grenzen:
Osten: die Weende
Westen: die Leine
Süden: Gemarkungsgrenze Bovenden
Norden: die Leine und die Weende
Abraumstärke: durchschnittlich 2 m = 2,3 Mio. cbm. Abraum
Kiesmächtigkeit: durchschnittlich 10 m = 11,3 Mio. cbm Kies
Abbauabschnitte: 7 (zwischen 4 – 10 ha)
Im Jahr 1985 wurde von der Fa. Oppermann über die Leine eine Brücke sowie einen Hin- und Zufahrtsstraße für den Kiestransport gebaut.
1987 beginnt der Kiesabbau auf dem Grundstück der Realgemeinde, dem Gänseanger. Im Jahr 1989 ist der Kiesabbau auf dem gesamten Anger beendet, der Gänseanger verfüllt und rekultiviert, der Kuhanger bleibt als Wasserfläche dem Naturschutz vorbehalten und ist mit Wildenten, Fischen, Fröschen etc. besetzt.
Der derzeitige Abbau fand bis Ende 2011 im Norden des Plangebietes statt. Dieser Nordbereich, begrenzt sich durch die Leine im Westen und Norden, durch die Weende im Osten und durch die Zufahrtsstrasse im Süden, soll wieder für die Landwirtschaft hergestellt werden.
(siehe Skizze Kiesabbaugebiet Angerstein, Rekultivierungsplan) Kiesabbau-Bilder
Ging man bei der Abbauplanung noch davon aus, das für den Straßenbau, Wirtschaftsbau und andere Baumaßnahmen große Mengen Kies gebraucht würden, ist durch Verwendung von anderen Materialien, wie Kalkstein, Betonrecycling sowie durch nicht umgesetzte und ausgeführte Baumaßnahmen mit einer deutlich geringeren Abbaumenge zu rechnen.
Die Firma „A.Oppermann/Hedemünden“ ist mit der Kiesgrube Angerstein für unsere Region damit zwar kein mehr so bedeutender Wirtschaftsfaktor, ist aber durch die seinerzeitigen Planungen und Vorhaben einer der größten Grundbesitzer in unserer Gemarkung.
Der Einsatz des Unternehmens mit der Verbundenheit zu unserer Gemeinde, insbesondere für örtliche Belange, wie Dorffeste, Sponsoring für Vereine und andere Maßnahmen ist jedoch immer gegeben.
Sollte der Abbau/Absatz aus der Grube Angerstein in den nächsten Jahren nicht wieder deutlich ansteigen, werden die Angersteiner jedoch wesentlich länger auf ihre „Angersteiner Seenplatte“ warten müssen oder es wird wohl ein Traum bleiben.
gez. Berndt Sievert