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Praxisprobleme
In der Pädagogik konkurrieren unter dem Oberbegriff Kasuistik mehrere Unterbegriffe, die alle mehr oder weniger dasselbe meinen: Betrachtenswerte Ausschnitte der Alltagswirklichkeit von Schule (bei Schulpädagogik), Betrieb (bei Betriebspädagogik) oder Freizeit (bei Freizeitpädagogik) etc. Immer handelt es sich bei diesen Ausschnitten um Daten, Datensätze oder Dateien. Konkret sind es Fotos, Videos, Protokolle, Beobachtungen, Befragungen, Interviews, Statistiken, Beschreibungen, Transkripte, Planungen, Texte, Gegenstände usw.
Wenn wir einen solchen Ausschnitt von Alltagswirklichkeit - oder auch nur einen Teil davon - zum Zwecke der Analyse herausgreifen, sprechen wir von einem Praxisproblem, weil wir bei der Auswahl des Ausschnitts im Grunde seine Problemhaltigkeit bereits erfasst haben. Das heißt, das vorliegende Datenmaterial kann Fallbeispiel, Situationsbeschreibung, Fallgeschichte, oder sonstwie genannt werden. Aber wenn die Analyse beginnt, ist es ein Praxisproblem.
Die Begriffe Praxisproblem und Problemanalyse wurden von W.Klier und E.Schwenk in die Lehrerbildung eingebracht!
vgl.: Grundzüge einer praxisorientierten Seminardidaktik. Uni Oldenburg, ZpB Heft 199/1993
Unsere Begriffe Praxisproblem und Problemanalyse wurden im Praxisfeld Schule und Vorbereitungsdienst entwickelt. Darin liegt denn auch der Grund für unsere Terminologie: Praktiker der verschiedensten Wissenschaften sprechen eher von Praxisproblemen, Theoretiker dagegen von Fällen oder dergleichen.
Die Pädagogik wird dadurch nicht einfacher! W. Brezinka und F. von Cube haben vor Jahren sehr nachdrücklich für mehr Einheitlichkeit in der pädagogischen Terminologie plädiert und in diesem Punkt haben sie recht. Deshalb plädieren wir für eine durchgängige Verwendung des Begriffes Praxisproblem im Vorbereitungsdienst und im schulischen Ausbildungsbetrieb.
Aus der Missachtung dieser Forderung resultiert eine Vermischung der Begriffe, wie sie zum Beispiel in Prüfungsordnungen und deren Ausführungsbestimmungen vorkommt. Ein Beispiel gefällig?
© Eberhard Schwenk |