- Hospitalisierung wegen Hirnschlag (TIA, STROKE) ziehen eine Reihen weiterer Abklärungen nach sich.
- Rund 15% der Hirnschläge sind kryptogen, d.h. man findet keine eigentliche Ursache. Tatsächlich wurde in einer unbekannten Zahl dieser Fälle die Ursache zu wenig intensiv gesucht.
- NIcht selten sind jedoch "kryptogene" Ereignisse mit einer Koagulopathie verbunden.
- Das PFO ist kein Risikofaktor für STROKE, wie populations-basierte Studien eindeutig belegt haben.
- Es existiert keine wissenschaftlich einwandfreie Evidenz, dass der Verschluss des PFO bei kryptogenem Stroke indiziert ist.
- Die FDA hat deshalb 2007 diese Devices aus der Liste gestrichen. Unter dem Druck der invasiv tätigen Kardiologen wird jedoch in Europa diese Indikation uneingeschränkt bezahlt. Dies ist unverständlich.
- Neuerdings findet auch off-label Gebrauch statt mit Device-Verschluss von kleinen Vorhofseptumdefekten.
- Weitere randomisierte Studien sind im Gange.
- Die Suche nach einem PFO ist nur sinnvoll, wenn der Patient anschliessend randomisiert wird in Studien welche DEVICE+ASA versus ASA (Aspirin) alleine vergleichen.
- Häufig sind all die Abklärungen ohne therapeutische Konsequenzen, z.B. die Suche nach aorto-arteriellen Emboliequellen.
- Die Closure I Studie ist die erste mit Randomisierung bei PFO. Gemäss AHA /ACC Meeting 2010: der Verschluss des PFO bringt gegenüber einer optimalen medizinischen Therapie keinen statistisch signifikanten Vorteil. Quod erat demonstrandum. Im Gegenteil: häufiger vaskuläre Komplikationen, häufiger Vorhofflimmern durch den invasiven Eingriff / Stent!
- Die neuen amerikanischen Richtlinien empfehlen ebenfalls keineswegs, bei cryptogenic stroke ein allfällig vorhandenes PFO zu schliessen, siehe
- http://stroke.ahajournals.org/cgi/content/abstract/STR.0b013e3181f7d043v1
- http://www.theheart.org/article/1149945.do
- Originalpublikation Closure I NEJM 2012
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- Die Ursachensuche sollte "von oben nach unten" erfolgen:
- die häufigsten Ursachen finden sich im Kopf, sei es intrazerebral und im Bereich der Karotiden
- Wird man dort nicht fündig liegt offenbar keine relevante Atherosklerose vor, denn Personen mit Karotis-Atheromen haben häufig auch anderswo Plaque, Personen ohne Karotis-Plaque haben in der Regel keine generalisierte Atherosklerose.
- Die Karotis-Atheromatose weist somit eine sehr hohe Sensitivität für die Atherosklerose als Ursache eines Hirnschlages auf.
- Häufig gelingt der Nachweis eines PFO auch transthorakal (bis 95% Sensitivitität), zudem ist es nicht leicht, mit dem Schlauch in der Speiseröhre ein Valsalva-Test durchzuführen - probieren Sie selbst!
- Die TEE ist als Untersuchung nur sinnvoll, wenn die transthorakale Echokardiographie nicht weiter hilft.
- Die TEE ist eine teils äusserst unangenehme, semi-invasive Untersuchung und wird zu häufig eingesetzt.
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Literatur
Ċ ď Michel Romanens, 14.03.2012 23:58
Ċ ď Michel Romanens, 16.03.2012 05:29
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