Kardiolab News on Overuse of Procedures and Devices

Autor: Dr. med. Michel Romanens. Fragen an info@kardiolab.ch 
  • Auf dieser Website finden Sie die hier folgenden Kommentare sowie eine Präsentation, welche am Kantonsspital Olten am 26. April 2010 gehalten wurde. 
  • Stentomanie Website: sites.google.com/site/stentomania/




  • Hospitalisierung wegen Hirnschlag (TIA, STROKE) ziehen eine Reihen weiterer Abklärungen nach sich.
  • Rund 15% der Hirnschläge sind kryptogen, d.h. man findet keine eigentliche Ursache. Tatsächlich wurde in einer unbekannten Zahl dieser Fälle die Ursache zu wenig intensiv gesucht.
  • NIcht selten sind jedoch "kryptogene" Ereignisse mit einer Koagulopathie verbunden. 
  • Das PFO ist kein Risikofaktor für STROKE, wie populations-basierte Studien eindeutig belegt haben. 
  • Es existiert keine wissenschaftlich einwandfreie Evidenz, dass der Verschluss des PFO bei kryptogenem Stroke indiziert ist. 
  • Die FDA hat deshalb 2007 diese Devices aus der Liste gestrichen. Unter dem Druck der invasiv tätigen  Kardiologen wird jedoch in Europa diese Indikation uneingeschränkt bezahlt. Dies ist unverständlich.
  • Neuerdings findet auch off-label Gebrauch statt mit Device-Verschluss von kleinen Vorhofseptumdefekten.
  • Weitere randomisierte Studien sind im Gange. 
  • Die Suche nach einem PFO ist nur sinnvoll, wenn der Patient anschliessend randomisiert wird in Studien welche DEVICE+ASA versus ASA (Aspirin) alleine vergleichen. 
  • Häufig sind all die Abklärungen ohne therapeutische Konsequenzen, z.B. die Suche nach aorto-arteriellen Emboliequellen.
  • Die Closure I Studie ist die erste mit Randomisierung bei PFO. Gemäss AHA /ACC Meeting 2010: der Verschluss des PFO bringt gegenüber einer optimalen medizinischen Therapie keinen statistisch signifikanten Vorteil. Quod erat demonstrandum. Im Gegenteil: häufiger vaskuläre Komplikationen, häufiger Vorhofflimmern durch den invasiven Eingriff / Stent!
  • Die neuen amerikanischen Richtlinien empfehlen ebenfalls keineswegs, bei cryptogenic stroke ein allfällig vorhandenes PFO zu schliessen, siehe
  • http://stroke.ahajournals.org/cgi/content/abstract/STR.0b013e3181f7d043v1
  • http://www.theheart.org/article/1149945.do
  • Originalpublikation Closure I NEJM 2012



  • Die Ursachensuche sollte "von oben nach unten" erfolgen:
    • die häufigsten Ursachen finden sich im Kopf, sei es intrazerebral und im Bereich der Karotiden
    • Wird man dort nicht fündig liegt offenbar keine relevante Atherosklerose vor, denn Personen mit Karotis-Atheromen haben häufig auch anderswo Plaque, Personen ohne Karotis-Plaque haben in der Regel keine generalisierte Atherosklerose.
    • Die Karotis-Atheromatose weist somit eine sehr hohe Sensitivität für die Atherosklerose als Ursache eines Hirnschlages auf.
    • Häufig gelingt der Nachweis eines PFO auch transthorakal (bis 95% Sensitivitität), zudem ist es nicht leicht, mit dem Schlauch in der Speiseröhre ein Valsalva-Test durchzuführen - probieren Sie selbst!
    • Die TEE ist als Untersuchung nur sinnvoll, wenn die transthorakale Echokardiographie nicht weiter hilft. 
    • Die TEE ist eine teils äusserst unangenehme, semi-invasive Untersuchung und wird zu häufig eingesetzt. 
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Michel Romanens,
14.03.2012 23:58
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Michel Romanens,
16.03.2012 05:29

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