Robson Balboa Kajak Alles begann in unserem Schweden-Urlaub 2007. Dort mieteten wir uns einen Kanadier und entdecken, dass Paddeln eine schöne Sportart ist und uns viel Spaß bereitet. Folglich wurde nach dem Urlaub Ausschau nach einem Kajak gehalten. Gekauft haben wir dann ein ca. 30 Jahre altes GFK-Einerkajak. Nach der ersten Probefahrt war sofort klar: Zu eng, zu kippelig, für Anfänger und Wiedereinsteiger ungeeignet und zu gefährlich. Nach dem Testbericht über Einsteigerboote in der Zeitschrift KANUmagazin Ende 2007 entdeckten wir die Firma Robson und deren Einsteigerboot Balboa. Nachdem wir über ein Internetforum einen weiteren Balboa-Paddler kennengelernt hatten und von ihm einen positiven Erfahrungsbericht zum Balboa bekamen, haben wir uns ohne weiteren Test gleich zwei Balboa gekauft. Das Robson Balboa zeichnet sich durch folgenden Daten aus: Länge: 2,90 m Breite: 76 cm Lucke: 90x50 cm Gewicht: 23 kg (selber gewogen) Volumen: 340 Liter Höhe: 38 cm Zuladung: max. 130 kg Es gibt zwei Ausstattungsvarianten, eine mit Abschottung und Gepäcklucke (Expedition) und eine ohne Abschottung und Gepäcklucke (Basic). Wir haben uns damals für die Variante ohne Gepäcklucke entschieden. Der erste Test unserer eigenen Boote erfolgte dann auf dem Datteln-Hamm Kanal: Mittlerweile sind wir nun fast zwei Jahre mit unseren Robson Balboa Kajaks unterwegs und sind bisher ca. 120km gepaddelt. Daher können wir über einige Vor- und Nachteile des Kajaks berichten. Folgende Vorteile sehen wir: + sehr kippstabil: Durch die größe Breite von 76cm ist das Balboa sehr kippstabil und nahezu kaum zu kippen. Dies gibt gerade Anfängern im Kanusport ein sicheres Gefühl. Wir haben selber einen Kipptest durchgeführt und das Balboa bewußt zum Kentern gebracht. Kleine und leichte Personen haben schon fast ein Problem damit, dass Kajak überhaupt zum Kentern zu bringen. Das Boot kam daher auch Leuten anvertraut werden, die noch nie in einem Kajak gesessen haben. Wir haben schon häufig absolute Neulinge mit auf Tour genommen. + komfortabel: Sowohl der gepolsterte Sitz, die Rückenlehne und auch der Platz im Fußraum sind sehr komfortabel. Der Sitz ist im Gegensatz zu allen alten Gebrauchtkajaks, die früher produziert wurden eine wahre Wonne, wenngleich man sagen muss, dass komfortable Sitzanlagen mittlerweile im Wanderkajak-Bereich Standard sind und bei anderen Herstellern gleichwertige und sogar noch bessere Sitze verbaut werden. + Stauraum: Durch das große Volumen hat das Balboa trotz seiner geringen Länge viel Stauraum. Wenn man auf zusätzlich Auftriebskörper verzichtet kann man hinter den Sitz und auch im Fußraum sehr viel Gepäck in Wasserdichten Säcken oder sogar in großen Tonnen mitführen. Einem Campingtrip am Wochenende oder sogar einem Wochentrip incl. Zelt steht nichts im Wege. Dies ist für ein Kajak von nur 2,90 Metern Länge nicht selbstverständlich. Wir haben das Balboa mal Probeweise beladen und können sagen: Zelt, Isomatte und Schlafsack geht locker rein! + Geradeauslauf: Das Balboa läuft erstaunlich gut geradeaus. Man muss keine nervigen Korrekturschläge machen und auch absoluten Anfängern gelingt es bereits auf den ersten Paddelmetern das Balboa auf Kurs zu halten. Dies konnten wir auf Touren mit Freunden beobachten. Es wird zwar in Foren immer wieder geschrieben "Länge läuft", dies mag auch stimmen, aber man muss bedenken, dass das Balboa nur 2,90 Meter lang ist. Für diese Länge hat es einen sehr guten Geradeauslauf. Dies wird vor allem durch die ausgeprägte Kiellinie des Bootsrumpf erreicht. Selbstverständlich kann es nicht so gut geradeaus und leicht laufen wie ein Seekajak mit 5 Metern länge. + Wendigkeit: Obwohl das Balboa durch die Kiellinie des Rumpfes gut auf Spur gehalten wird kann es doch enigermaßen wendig bewegt werden. Dies ist vor allem auf seine Länge von nur 2,90 Metern zurückzuführen. Mit dem Balboa lassen sich daher hervorragend Kleinstflüsse und Bäche befahren. Wir haben das Balboa neulich auf der Angel, einem Kleinstfluss getestet. Es hat sich sehr gut bewährt, das Umfahren von Hindernissen wie Bäumen und Sträuchern und sehr engen Kurven war keine Problem. Eine Fahrt mit einem langen Wanderkajak hätte dort nicht mehr funktioniert. Aber auch beim Thema Wendigkeit gilt: Das Balboa erreicht nicht die Wendigkeit von aktuellen Wildwasserbooten. + Preis/Leistung: Das Balboa kann neu für 499 EUR in der Basic-Ausstattung erworben werden. Damit liegt das Kajak nur unwesentlich über den Gebrauchtpreisen von sehr alten Kajaks, die sonst gerne von Anfängern gekauft werden. Bei diesem Preis ist es eindeutig die bessere Wahl. Für die 499 EUR bekommt man viel Geboten, es stimmen Preis und Leistung, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Balboa made in Germany ist und man somit auch noch Arbeitsplätze in Deutschland sichert. Folgende Nachteile sehen wir: - nicht sehr handlich: Die Firma Robson schreibt auf ihrer Webseite zum Balboa, dass es "kompakt" ist. Dies mag auf die Länge von nur 2,90 Metern zutreffen, gilt aber nicht für die Breite des Balboa. Mit 76cm übertrifft das Balboa andere gängige Touren-Kajaks um ca. 14cm. Dies mag nach wenig klingen, ist aber durchaus viel, wenn man zum Beispiel zwei Balboa auf dem Dach eines Kleinwagens unterbringen will. Wir verwenden für diesen Zweck nun Senkrechtstützen. Auch das Tragen des Balboa gestaltet sich durch die Breite nicht unbedingt als einfach, da man sich das Kajak nicht unter den Arm klemmen kann. Stattdessen muss man es sich auf die Schulter hängen, es zu zweit tragen oder am besten gleich einen Bootswagen nutzen. - Gewicht: Das Balboa wiegt je nach Ausstattungsvariante ca. 23 kg. Wir haben für unsere Balboa ein Gewicht von 23 kg ermittelt. Nun mag man sagen, das ist leicht, da lange Touren-Kajaks bis zu 28 kg wiegen. Im Vergleich zu diesen Booten stimmt das auch, aber trotzdem sollte das Gewicht berücksichtigt werden, wenn man häufig das Kajak alleine tragen und aufladen muss. Eine etwas dünnere Bootswand und dadurch vielleicht 2 kg Gewichtsreduzierung wurden vielleicht schon helfen. Natürlich kommt es auch immer auf die eigene Körperliche Verfassung an. :-) Unser Fazit: Betrachtet man die Vor- und Nachteile, so ist das Balboa durchaus eine Empfehlung wert. Für den günstigen Einstiegspreis bekommt man ein komfortables Kajak mit einem durchaus breiten Einsatzspektrum. Es fühlt sich auf kleinen Flüssen, Seen und sogar in küstennahen Bereichen der Ostsee wohl. Es wurde sogar schon mal auf Wildwasser bis Stufe III getestet (Dießensteiner Leite - nicht von uns). Wenn jemand ein günstiges Allorundboot sucht, mit dem die ganze Familie oder auch mal ein Bekannter oder der Nachbar als Kajak-Neuling gefahrlos paddeln kann, dann sollte man das Balboa in die enge Auswahl nehmen! Es kommt immer auf die Erwartungshaltung an. Wer bei den Rahmendaten und dem Preis ein super Sportgerät für alle Disziplinen des Kanusport erwartet oder den "Porsche" unter den Kajaks, der wird enttäuscht sein! Wer sich aber durchaus mit einem "VW Polo oder Opel Corsa" unter den Kajaks anfreunden kann, wird mit dem Balboa viel Freude haben. Dieses, nicht von uns eingestellte Video, verdeutlich nochmal das Fahrverhalten des Balboa: |