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Alltagskram

 

Das Mikroteilchensammelgerät

 

Es steht da in seehechtblau,
jeder kennt es ganz genau.
Konstruiert von Meisterhand,
lehnt es lässig an der Wand.

Ach - dies wundervolle Blinken,
es sieht aus, als würd es winken.
alle Damen werden schwach,
schmachtend schauen Blicke nach.

Auch Helene, die zwar ältlich,
wohlgerundet und sehr weltlich
will es haben, kaum erspäht,
das - Mikro-teilchen-sammelgerät.
 
 
 
 
 
 
 
 

Krachgerät

Dort in Schrank steckt ein Gerät,
reine Voltbrutalität.
Nicht aus Abenteuerlust,
hab ich´s heute schon benutzt.

Leider macht es sehr viel Krach,
und mein Mann wurd davon wach.
Sprang vom Lager seiner Ruh,
schmiss erbost die Türe zu.

Mocht nicht sehen wie ich eilte,
stur bei meinem Ziel verweilte.
Hasst das Ding von wegen Lärm,
doch´s Ergebniss sieht er gern.

Welch Gerät, mag das bloß sein ?
Jeder hat es wohl daheim.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kuchensucht

Puddingteilchen, Streuselkuchen,
würde ich sehr gern versuchen.
Schokosahne, Zuckerschnecke,
an den Fingern viel Geschlecke,
Himbeer- und Zitronencrem,
find ich auch sehr angenehm.

Leckereien aller Arten,
wachsen im Gedankengarten.
Wenn man keinen Kuchen hat,
isst man sich in Träumen satt.
Jedenfalls muß er jetzt weg,
dieser lästge Winterspeck.
 
 
 
 
Fenster putzen

Herbstbesonnte Fensterscheiben
mag ich gar nicht gerne leiden,
wenn die Sonne tiefer steht,
Schmierschlier auf die Nerven geht,

leider nun schon lange Zeit.
Doch heut fühl ich mich bereit.
Will die Laune ich benutzen
um die Fenster heut zu putzen.

Wasser, Tücher, Seifenlauge
darauf wartet jetzt mein Auge.
"Schwamm und Leiter kommt herbei"
Ach, könnt ich nur Zauberei.

Heiss das Wasser, kalt die Luft,
meine Laune schnell verpufft.
Fensterputz bei Sonnenschein,
laß dich bloß nicht darauf ein.

Ja, der dicke Dreck ist weg,
auch der schwarze Fliegenkleck,
aber schlierig streifig weiter,
ist das Fenster, -maledeiter....

Einen Berg voll nasser Lappen,
ich steh jetzt in Wasserschlappen,
also putz ich mürrisch weiter,
dazu wackelt noch die Leiter.
<

Schon nach zwei, drei Stunden dann,
ich kann nicht mehr sagen wann,
hab ich endlich es bezwungen.
Meine Arbeit war gelungen.

Schau durchs Fenster mit Genuss,
seh den nächsten Regenguss.

P.S:
Hätt das Sprühzeug ich genommen,
wärs Gedicht nicht vorgekommen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Steuererklärung

Einmal im Jahr ungeheuer
macht mein Ehemann die Steuer
und auch dieses Jahr oh Schreck,
fällt er für mich gänzlich weg.

Vollbepackt mit vielen Akten
Sammelt er die einzneln Fakten.
Tische, Stühle, vollgelegen,
kann mich kaum im Raum bewegen.

Seite K. der Kinder wegen,
müssen wir nicht mehr bewegen.
Legen es hinweg geschwind
weil sie außer Hause sind.

Formblatt eins bis Formblatt vier,
viel Belege fehlen hier.
Sucherei im ganzen Hause,
Flucht in Richtung Dichterklause.

Ohropax in beide Ohren,
fühl ich mich fast neugeboren.
Ziehe mich dann ganz zurück,
fühle fast so was wie Glück.

Hoffe nur, dass es gelingt.
Bis der heißersehnte Ruf erklingt:
"Setz noch deinen Namen rein.
Steuer fertig, das ist fein."