Hilfe, ich bin ein Vampir!
„Rot! Ich liebe rot! Schon als Kind hat mich diese Farbe magisch angezogen. Aber in einer anderen Art und Weise, als Ihr vielleicht denkt, denn mein liebstes rot ist das tiefe dunkle rot pulsierenden Blutes. Seit geraumer Zeit spielt die Farbe rot und vor allem Blut eine wahnsinnig große Rolle in meinem jämmerlichen Dasein… meinem Untoten Dasein, um ganz ehrlich zu sein. Mein Name ist Acissej, ich bin eine Blutsaugerin…eine VAMPIRIN! Nun sitze ich hier, mitten in der Nacht auf dieser Bank in unserem Stadtpark, neben diesem wunderbar schmackhaften Wesen, dass sich Mensch nennt! Ich lechze nach seinem Blut, dass ich durch seine Haut scheinen sehen und aus jeder seiner Poren riechen kann. Aber ich will diesem Menschen doch gar nichts Böses…, ich habe einfach nur riesigen unstillbaren Hunger. Jede Nacht, immer und immer wieder, bis zu meinem zweiten unwiderruflichen und endgültigem Tod! Den ich aber wahrscheinlich niemals freiwillig erleben werde, auch wenn ich nicht gerne Vampir bin, aber noch weniger gerne wäre ich tot! Hier sein will ich aber auch nicht, dieser junge Mann an meiner Seite gefällt mir und ich will Ihm nicht wehtun. Er soll auch nicht sein Leben in vielen bunten Bildern an sich vorbei ziehen sehen, während ich mich von Ihm ernähre und er in meinen Armen immer mehr erschlafft und schließlich stirbt. Wenn ich mich doch nur beherrschen könnte, so wie die anderen in meinem Clan. Aber ich kann nicht, ich bin noch zu jung um meine Gier zu kontrollieren und Ihm kaum schaden zuzufügen. Er heißt Ben und ist gerade mal 17 Jahre alt und ich würde es mir niemals verzeihen, wenn ich Ihn töte. Er hat sein ganzes Leben noch vor sich und egal wie es verlaufen wird, er hat ein Recht darauf es zu leben. Jeder Mensch sollte sein Leben leben dürfen. Mir war ein sterbliches Dasein in dieser Welt leider nicht vergönnt gewesen, meine Sterblichkeit wurde mir einfach so genommen, ohne wenn und aber. Ich wurde aus meinem Leben gerissen, so schnell und unauffällig, wie diese leere Papiertüte vor meinen Füßen vom Winde verweht wird. Ben sieht mich mit seinen Rehbraunen Augen an und ich kann die Hoffnung in seinem Blick erkennen, dass aus diesem Treffen vielleicht mehr wird und mir kommen die Tränen. Da ist es wieder, dass Blut… ich weine blutige Tränen… um einen Menschen… um DIESEN Menschen. Um Ben. Gleich wird er mich fragen, ob alles okay ist, weil ich mein Gesicht von Ihm abwenden muss um meine rot verschmierten Wangen zu verbergen. Es sind noch andere Vampire in der Nähe, ich kann sie spüren und riechen. Niemand von Ihnen darf sich in Bens Nähe wagen. Sie dürfen Ihm nichts tun, dafür werde ich sorgen. Verteidige ich hier gerade etwa einen Menschen? Einen Jungen, den ich vor Hunger zu meiner Mahlzeit auserkoren hatte!? Hilfe, ich bin ein Vampir! Ein Vampir mit Gefühlen! Verdammt! Wie komme ich da nur wieder raus? Ich könnte Ihn hier und jetzt beißen, Ihn einfach brutal aussaugen… die ganze Orgie würde noch nicht mal mehr zwei Minuten dauern. Dann wäre schon alles vorbei. Für Ihn… nicht für mich! Mir würde er für Jahrzehnte im Gedächtnis bleiben, mich quälen und jede Nacht aufs neue daran erinnern, was für ein Monster ich bin und immer sein werde. Ein Monster bin ich schon jetzt, aber was wäre ich nur für eine unbarmherzige Kreatur, wenn ich einen meiner eigenen Nachfahren töten würde!? Genau das ist Ben, der Sohn meines Neffen…er gehört zu meiner Familie. Ich bin ein Gewissenloses Etwas, schon alleine deswegen, dass ich überhaupt hier in seiner Nähe bin und ihn gefährde. In Gefahr wird er immer sein, wenn ich mich in seine Nähe wage. Wir Vampire sollen unser sterbliches Leben hinter uns lassen und nicht mehr zurück blicken. Immer nur in die Zukunft sehen. Aber nicht jeder von uns will und kann das. Ben wird leben. So lange bis seine Zeit gekommen ist. Er muss raus aus meinem Jagdrevier, er sollte nach Hause gehen.
Vielleicht habe ich in dieser Nacht, hier zusammen mit Ben, gelernt was es heißt sich zu kontrollieren und zu beherrschen. Er wird mich nie mehr zu Gesicht bekommen, doch ich werde immer bei Ihm sein. Versprochen!" Meinung zum Text: das ist sehr schön und einfühlsam geschrieben und beleuchtet die andere Seite des "Vampirseins". Ein Vampir mit Gewissen, mit Mitleid und erfüllt von Hoffnung. Ein Vampir, der versucht, gegen seine wahre Natur anzukämpfen und der den Sieg davon trägt. Zumindest dieses eine Mal. Mir hat das sehr gut gefallen und es sind nur ein paar kleinere Schreibfehler in dem Text. von Beate B. ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Deine Geschichte gefällt mir ganz gut. Ich finde, daraus geht deutlich hervor, wie schwer es für einen Vampir ist den Blutdurst zu kontrollieren und das sie trotz allem doch eine menschliche Seite haben und niemanden verletzen wollen. von Tanja Schickt mir doch auch Eure Meinungen zur Geschichte! Würde mich sehr darüber freuen zu erfahren, wie meine Kurzgeschichte oder auch meine Leseprobe so ankommen! |