Chronik der Kirche von Kledering

Aus der Einladung - 60 Jahre Christkönigskirche Kledering -
Festgottesdienst am 21.November 1993 mit dem Weihbischof Florian Kunter.

Die Statue

Bereits im vorigen Jahrhundert stand an der Klederinger Ortsstraße 
eine Statue des heiligen Johannes von Nepomuk
(Patron u.a. der Schiffer, Flößer, Müller, von Brücken und in Wassergefahren).
Da im Bereiche der ungeregelten Donauzuflüsse im Südosten Wiens
immer wieder Überschwemmungen auftraten,
hatte dieser Heilige für unser Gebiet große Bedeutung.




Die alte Kapelle in Kledering vor 1933Die Kapelle

Nach der Jahrhundertwende wurde um die Statue eine kleine Kapelle mit einem Glockenturm errichtet. Die Glocke stammte aus dem Altkettenhofer Schloß.
Die Kapelle wurde am 28.September 1902 eingeweiht. Am 3.August 1913 wurde anläßlich der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses zum ersten Male in Kledering ein Gottesdienst abgehalten.
Schon damals entstand in der Gemeinde der Wunsch nach einer eigenen Kirche. So wurde in der Folge ein Kommitee gegründet, welches sich die Finanzierung eines Kirchenneubaues zum Ziel setzte.


Die Christkönigskirche

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage gelang es etwa dreißig großherzigen Stiftern - die nötigen Mittel aufzubringen. Die Baukosten betrugen damals 25.000 Schillinge. Man beauftragte die Wiener Architekten Robert Kramreiter und Leo Schmoll mit der Gestaltung einer modernen Kirche. Der Klederinger Baumeister Karl Kruckenfellner übernahm die Bauleitung. Die Grundsteinlegung für die "Christus dem König" gewidmete Kirche fand am 6.August1933 statt. Die Kapelle wurde als Vorraum in den Bau der Kirche einbezogen.

Die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk erhielt an der linken Seite der Kirche einen neuen neuen Platz.

Schon am 22.Oktober 1933, nach nur elf-wöchiger Bauzeit konnte die neue Kirche von Kardinal Dr.Innitzer eingeweiht werden.
Ursprünglich befand sich im Rundbau der Apsis ein Hauptaltar aus Marmor, welcher als Konsole für den Tabernakel diente. Im Sinne der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde in den Sechzigerjahren der Hauptaltar entfernt und durch einen hölzernen Volksaltar ersetzt. Der Tabernakel wurde am linken Seitenaltar errichtet.


Das Pfarrheim

Im Jänner 1950 wurde an die Südseite der Kirche ein kleines Pfarrheim angebaut, welches seither regelmäßig für die Klederinger Pfarrgemeinde und deren Gäste ein Ort der Begegnung ist.
Im Sommer1983 wurde das Heim mit Rannersdorfer Hilfe renoviert und verschönert.

Da der Plafond der Kirche nicht mehr den feuerpolizeilichen Vorschriften entsprach, wurde 1992 eine feuerfeste Decke eingezogen und der Innenraum renoviert. Die Klederinger Feuerwehr und Angehörige der Pfarrgemeinde wendeten dafür mehr als 850 Arbeitstunden auf. Gleichzeitig wurde das Kirchdach, die Blitzschutzanlage und die Heizung erneuert.
Das Kriegsopferdenkmal (errichtet im Herbst 1952) wurde mit einer Grünfläche verschönert und der Platz vor der Kirche mit Platten ausgelegt. 1993 begann die Sanierung der feuchten Mauern im Bereiche des Eingangs und Vorraumes. Anschließend ist die Erneuerung der Fassade vorgesehen.

Die Klederinger Pfarrgemeinde


1933-2008 Kledering: Von der Kapelle zur Kirche

Die alte Kapelle in Kledering vor 1933Im geschichtlichen Rückblick heißt es,
dass 1904 eine Kapelle um die - jetzt noch vor der Kirche stehende - Figur des hl. Johannes Nepomuk gebaut wurde.



In der Zeit der Weltwirtschaftskrise Februar 1933,
fand sich ein Proponenten-Ausschuss zum Bau einer Kirche in Kledering zusammen.
Zu den Namen gehören Zaoral, Hinfner, Biegler, Ebert, Peitl, Kruckenfellner, Bürgermeister Josef Frühwirth und Dechant Anton Rauch.
Der Plan für die Kirche in Kledering aus dem Jahr 1933Die Architektengemeinschaft Kramreiter, Purr und Schmoll legte einen Plan vor, der die bestehende Kapelle als Kircheneingang einbezog.

Die Kirche in Kledering 1933 noch ohne Kirchenheim und daher direkten Zugang zur SakresteiAm 6. August 1933 fand die Grundsteinlegung statt.
Der Name "Christkönigkirche" wurde deshalb gewählt,
um sich der in diesen Jahren weltweit durch Papst Pius XI. in der Kirche verbreiteten,
Christusverehrung anzuschließen.














Der 22. Oktober 1933 (!) war der Tag der Kirchenweihe durch Kardinal Theodor InnitzerDer 22. Oktober 1933 (!) war der Tag der Kirchenweihe durch Kardinal Theodor Innitzer.














Die Kirche in Kledering mit der Sicht aufs Kirchenheim1950 wurde an der Südseite ein "Kirchenheim" angebaut, um eine Intensivierung des Gemeindelebens zu ermöglichen.
Die pfarrliche Seelsorge wurde in allen Jahren hauptsächlich von Kaplänen der Pfarre Schwechat durchgeführt: Trpin, Wysoudil, Reidlinger, Birsak, Lijzer, ...


.







Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde der Altarraum gemeindeorientiert umgestaltet, wobei der Altar zum Besucherteil vorgerückt wurde. Den Zelebranten ermöglichte dies den Gottesdienst mit dem Gesicht zu den Anwesenden zu feiern.

Der Altarraum vor dem 2.Vatikanischen KonzilDie Kirche in Kledering 2004 zu Ostern


Unter Kaplan Franz Reidlinger sind dann in den Jahren 1975-1977 die Außenrenovierung und andere wichtige Arbeiten (Kanal, Stromanschlüsse) durchgeführt worden.

Im September 1978 wurde Kaplan Reidlinger Pfarrer in Sollenau. Dadurch hatte die Pfarre Schwechat keinen Kaplan mehr.
Pfarrer Blömeke (Rannersdorf), sorgte dann für die gottesdienstliche und seelsorgliche Betreuung von Kledering.
Eine große Hilfe war ihm dabei Karl Wodak, der dann am 19. Oktober 1991 zum Diakon geweiht wurde.
Die seelsorgliche und organisatorische Trennung Klederings von den Pfarren Schwechat und Rannersdorf erwies dich als umständlich. Daher stimmten die Klederinger Gottesdienstbesucher bei einer Befragung für die Angliederung ihrer Pfarre an Rannersdorf.
Die Verfügung geschah mit 1. Jänner 1988 durch die Erzdiözese Wien.
Die Dankbarkeitsurkunde für die Freiwillige Feuerwehr Kledering von der Pfarre Rannersdorf-Kledering
1992 fand eine große Renovierung des Innenraumes der Kirche statt.
Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr trugen in vorbildlicher Weise und unentgeltlich die Hauptlast der Arbeiten.
Gottseidank fanden sich in den verschiedenen Jahren immer einige Pfarrangehörige, die dafür sorgten,
dass die kleine Kirche sauber, geschmückt und anheimelnd war.
Bei der heutigen Einstellung der Menschen, besonders in religiösen Dingen, ist die Seelsorge in Kledering nicht ganz einfach.
Trotzdem versuchen Diakon Wodak und Pfarrer Blömeke,
ein auf Kirche und Gottesdienst ausgerichtetes Gemeindeleben aufrecht zu erhalten.

Die Kirche in Kledering 2004

Als Kardinal Schönborn bei der Dekanatsvisitation im November 2007 vom 75jährigen Kirchenjubiläum erfuhr,
erklärte er sich spontan bereit, an der Feier teilzunehmen.
So kam es zur Festsetzung des Termins: Am Samstag, dem 25. Oktober 2008, findet in der Kirche die Bischofsmesse statt, anschließend ist ein fröhliches Beisammensein mit dem Kardinal geplant.
Nachdem sich seit der letzten Kirchenrenovierung vor 16 Jahren wieder Abnutzungen und Schäden bemerkbar machten, hat sich in Kledering eine Initiative zusammengefunden, den nunmehr 75jährigen Kirchenbau zu restaurieren.

Die Kirche von Kledering 2008

Diakon Wodak und ich sind diesen Herrschaften für ihren Impuls sehr dankbar. Kledering hat nicht viele bauliche Glanzpunkte aufzuweisen, die kleine Kirche im Ort ist einer. Wir werden versuchen,
die Kirche unseren Nachfahren weiterzugeben wie wir sie von unseren Vorfahren übernommen haben:
Uns Menschen zum Heil, Christus zur Ehr´!

Pfarrer Ernst Blömeke
Kirche Kledering 75 Jahre

Bischofsmasse mit Kardinal Christoph Schönborn

25.10.2008

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