Nominierung für den Stückepreis des Karlsruher Sandkorntheaters.

2007 wurde mein Stück Gnadenstoß für den Stückepreis des Sandkorntheaters nominiert.

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Gnadenstoß
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„Ein wichtiges Stück, ein spannendes Stück! Darin verbirgt sich  eine Eiterbeule, die aufgestochen werden muss. Es wird zwar viel über  Juristerei, über Guantánamo, über Gefängnisse in Russland und anderswo, über Äußerlichkeiten und Haftbedingungen gesprochen und geschrieben  –  kaum jedoch über Abläufe im Gefängnisinneren, über den Umgang mit zum Tode Verurteilten oder über das Verhältnis Wärter/Delinquent.

Wie weit kann, darf ein Wärter gehen. Darf er mit den Gefangenen reden, mitfühlen, darf oder muss er sie hassen? Was passiert mit und in den Wärtern, die die Exekution vollstrecken?“

(Dr. Alfred Meschnigg, Regisseur)






Ein Schauspiel
(Fassung von 2008)

7 Personen: 6 Männer, 1 Frau





Inhalt:

Baldwin Stone ist Wärter in einer Haftanstalt in den USA. Er ist ein freundlicher Mann, der wegen seiner Gutherzigkeit bei den Kollegen bekannt und beliebt ist, aber auch belächelt wird. Er beaufsichtigt zum Tode verurteilte Schwerverbrecher.

Sein Leben ändert sich, als er auf den ungewöhnlichen Gefangenen Phillip Hund trifft. Dieser fällt ihm zunächst wegen seiner höflichen und stolzen Art positiv auf. Nach und nach zeigt sich jedoch, dass Hund versucht die Wärter gegeneinander auszuspielen. Stone bemerkt dies zu spät. Er lässt sich auf einen Machtkampf mit dem Gefangenen ein. Dieser wehrt sich jedoch mit einer überraschenden Hartnäckigkeit.

Auf der Suche nach Schwächen von Hund missbraucht Stone seine schier unbegrenzten Kontrollmöglichkeiten über dessen Leben. Er liest dessen Post und ist bei allen Besuchen seiner Frau Jenny zugegen. Je mehr er über Hund in Erfahrung bringt, desto irritierter wird er von dessen widersprüchlicher und tiefgründiger Persönlichkeit. Stone ist hin und her gerissen zwischen Faszination und Abneigung.

Eines Tages erhält er vom Gefängnisdirektor das überraschende Angebot einer Versetzung in den Todestrakt. Hier beaufsichtigt er jene Gefangene, die kurz vor ihrer Hinrichtung ausgesondert werden und führt sie bei der Exekution zum elektrischen Stuhl. Um den endgültigen Sieg über Hund zu erringen, bittet er darum, bei dessen Hinrichtung Dienst haben zu dürfen. Doch die Dinge entwickeln sich anders als geplant.


Über das Stück:

Auf der Suche nach einem neuen Stoff, wurde ich 1999 durch die Nachrichten auf den Fall der Brüder LaGrand aufmerksam. Dieser Fall löste damals allgemeine Empörung in Deutschland aus. Das Bild der USA als moralische Instanz begann zu bröckeln.

Ich befasste mich mit diesem Fall im Besonderen und der Situation der Todesstrafe in den USA im Allgemeinen. Ein Stück hierüber erschien mir als fehlend und wichtig.

Während der Arbeit am "Gnadenstoß" löste ich mich aber mehr und mehr von der historischen Vorgabe und von meiner politischen Motivation. Stattdessen hatte mich das menschliche Schicksal meiner Figuren ergriffen. Es trieb mich die Geschichten von Hund, Stone und Jenny bis zum Ende zu schreiben. Bis zur jetzigen Fassung vergingen fast 7 Jahre. Am Ende wurde aus dem zunächst politisch motivierten Stück ein Psychodrama.

Am 22. November 2004 las das Schauspielensemble des Pfalztheaters Kaiserslautern erstmals öffentlich Szenen aus dem "Gnadenstoß"

Am. 7. Juli 2007 wurden im Rahmen der Verleihung des ersten Autorenpreises des Sandkorntheaters Karlsuhe einzelne Szenen aus dem Stück gespielt. Das Stück war damals mit vier weiteren Stücken in die Endauswahl für den Preis gekommen.



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