Teil 2 - Italien

D-MTWS und D-MVDH 

 

 

3.5.2008:  Der österreichische GAFOR zeigte OOO Bedingungen für die Brenner Route.  Also entscheiden wir uns  für die Route über Innsbruck, Trento und Bozen. Unser erstes Ziel in Italien ist Bedizzole am Südufers des Gardasees.  Innsbruck Turm gibt uns freundlich die Freigabe zum Durchqueren der Kontrollzone „entlang der Autobahn“.

 

 

Auf dem Weg über die Alpen bleibt Zeit die atemberaubenden Ausblicke zu genießen…  

 

  

Oben weiß und unten grün – hier sieht man anschaulich die 1Grad Unterschied pro 100 Höhenmeter.
 

 

Ca. 2,5 h nach dem Start in Schönberg landen wir in Bedizzole. Keine Wolke weit und breit; der Windsack hängt schlapp.
  

 

Tanken auf italienisch: ein Einkaufswagen, Benzinkanister, eine Benzinpumpe, eine Batterie und ein Benzinfilter aus einem Lastwagen. Überall treffen wir auf die sprichwörtlich herzliche italienische Gastfreundschaft. Hier in Bedizzole versorgen uns Angelo (Direttore campo) und  Piedro  (mit 25 jähriger Deutschlanderfahrung als Gastarbeiter bei  VW in Wolfsburg) mit Sprit, Wasser und dem ersten echten  italienischen Espresso. Wir wären gerne länger geblieben; aber unser Ziel ist Venedig…


Der zweite Step des Tages bietet einen krassen Gegensatz: statt in FL 70 – 90 geht es in 1000 ft GND über die weite Landschaft der Po-Ebene weiter zur Bucht von Venedig. Venezia Radar und Turm führen uns über den Pflichtmeldepunkt Chioggia  zu Venedig vorgelagerten Insel Lido.

 


Nach ca. 1,5h im Landeanflug auf den Platz San Niccolo.
 


Venedig - unser erklärtes Ziel haben wir erreicht! Den ereignisreichen Tag beenden wir stilecht in einer gemütlichen Pizzeria auf dem Lido. Ein Ausflug nach Venedig steht am nächsten Morgen auf dem Programm. 
 

 


4.5.2008: Mit dem „Wasserbus“ geraten wir in eine „Straßensperre“: Der Grund ist eine Gondelregatta, die ein farbenprächtiges Bild liefert.
 
 

 

Bei einem Besuch in Venedig darf die Rialtobrücke natürlich nicht fehlen.
 

 


4.5.2008: Sonntags gibt es auf San Niccolo keinen Sprit und Montags ist der Platz geschlossen. Im Avio Portolano finden wir den Platz Valle Gaffaro, unweit von Venedig. Dort soll es Sprit geben. Bis zum Verlassen der Kontrollzone Venezia fliegen wir wieder unter Venezia Radar und genießen den letzen Ausblick auf Venedig. Nach einem wunderschönen Flug über das Po-Delta erreichen wir nach ca. 40 min den Platz. 
 
 

 

Sprit gibt es auf dem Platz entgegen der Beschreibung doch nicht, und so kommen unsere Kanister zum Einsatz. Während Hajo und ich von einem hilfreichen Italiener zur nächsten Tankstelle (20min Autofahrt) gebracht werden, erhalten Dietmar und Karl-Heinz am Platz wertvolle Tipps für weitere Ziele Richtung Süden - Wo gibt es Benzin und leckeres Essen?  Für Letzteres ist die Residence Serristori in der Toscana bekannt, die unser nächstes Ziel wird. Aufgrund der inzwischen fortgeschrittenen Zeit und dem Gebirge auf unserer Route folgen wir bald dem Ratschlag der einheimischen Flieger. Unter Romana II Radar fliegen wir durch die Kontrollzone von Forli (Militärzone) steigen auf 6000 ft, überqueren die Alpe di Benedetto, die Alpe di Serra und sinken in das Tal bei  Arezzo.
 

 

Südlich von Arezzo liegt unser Tagesziel Centro di velo Serristori, das wir gegen 20.00 Uhr lokal erreichen.
  

 

Das Restaurant der Residence Serristori ist an dem Abend für ein geschlossene Gesellschaft reserviert. Kein Problem für unsere Gastgeber; es wird improvisiert. Marcello und sein nettes Team verwöhnen uns mit Spezialitäten der Toscana. Für den nächsten Tag planen wir den nächsten Step nach Salerno, südlich von Neapel.     
 

 


Am Morgen regnet es und auf unserer geplanten Route sind Gewitter vorhergesagt.  Also verlängern wir unsere Zimmerbelegung. Den Tag verbringen wir in Cortona, einer imposanten mittelalterlichen Stadt. Versteckt in einem Innenhof entdecken wir eine kleine Trattoria. Das Essen ist einfach „schnabbulös“. Erst beim Rausgehen bemerken wir die Bewertungen des „Michelin“ der letzten Jahre; an den Preisen war das nicht zu bemerken.
 
 

 

Am nächsten Morgen starten wir bei sonnigem Wetter Richtung Salerno. Wir folgen in einem breiten Tal der Autobahn A1.  Es geht über Neapel vorbei am Vesuv. Nach über 3h Flugzeit erreichen wir Salerno. Das Personal am Platz ist wieder ausgesprochen hilfsbereit bei der Suche nach einer Unterkunft. Wir entscheiden uns für ein zentral gelegenes Hotel in der Stadt.
  


Nach über 3h Flugzeit erreichen wir Salerno. Das Personal am Platz ist wieder ausgesprochen hilfreich bei der Suche nach einer Unterkunft. Wir entschieden uns für ein zentral gelegenes Hotel in der Stadt.
 
 

 


Beim Tanken werden unsere Fluggeräte mit den Worten begutachtet: „Oh, what a little nice toy!“ Um so mehr beeindruckt, dass wir damit aus „Germany“ kommen.
 

 

Den Nachmittag verbringen wir in Salerno (Uferpromenade, Marina und Altstadt).  
  


In Italien liegen Hektik und Ruhe nahe beieinander.
 

 

Am nächsten Tag übernehmen wir um 8.00 Uhr einen Fiat Panda und folgen der Küstenstraße von Salerno über Amalfi nach Massa Lubrense. Nach jeder Kehre tun sich neue Aussichten auf, jede einzelne ein Postkartenmotiv wert.  
  


Von  Massa Lubrense aus lassen wir uns mit einem Motorboot  nach Capri übersetzen. Der Skipper hat einen rasanten Fahrstil. Auf Capri geht es zunächst zu Fuß steil bergauf bis zur Sesselliftstation. Von dem Monte Solaro bietet sich eine herrliche Aussicht auf den Ort Capri und die drei charakteristischen Felsformationen (Faraglione di Fuori, di Mezzo und di Terra).
 
 

 

Die Rückfahrt am Abend bietet herrliche Stimmungsbilder. 
  

 


Am 8.5.2008 geht es wieder Richtung Norden nach Serristori. Auf dem Rückflug planen wir jedoch einen Tankstopp in Celsetta bei Rom ein.
 

Wieder gibt es entgegen den Angaben im Portolano am Platz keinen Sprit und wieder treffen wir auf Hilfe, die uns zur nächsten Tankstelle fährt.
  

 


Wir erreichen unser Ziel  am nachmittag. So bleibt vor dem Abendessen noch Zeit für einen Sprung in den Pool – einfach traumhaft!  
 


9.5.2008 : Wind calm; GAFOR OOO in der gesamten Alpenregion.  Der Rückweg führt über den Appenin, den wir in 8000 ft (!) überqueren, um danach in die Po-Ebene abzusteigen. In ca. 1000 ft GND folgen wir dem Flusslauf vorbei an Florenz und Bologna. Bei Verona nehmen wir Kurs auf Bedizzole. Dort werden wir schon von Angelo und Pietro mit einem „Komme gut Pisto 04“ über Funk erwartet. Nachdem Tanken starten wir zur Alpenüberquerung.   
 
 

 


9.5. 2008: Alpenüberquerung
Da es direkt nach Tannheim gehen soll, durchfliegen wir die Kontrollzone Innsbruck über Whiskey und November und verlassen die Alpen über Garmisch Partenkirchen, vorbei an der Zugspitze.
Am nächsten Tag verbinden wir den Heimflug über die Schwäbische Alp und den Schwarzwald noch mit einem Ausflug in das Technikmuseum in Speyer, bevor wir am späten Nachmittag wieder Marl-Loemühle bzw. Borkenberge erreichen.
Fazit: Nach diesen uneingeschränkt positiven Erfahrungen, würden wir jederzeit wieder in Italien fliegen. Italien ist abwechslungsreich, spannend und lecker.