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Ein echtes Highlight: Die Celebration Brass Band in der Dörlimatthalle

veröffentlicht um 31.01.2010 01:44 von Walter Pöder   [ 01.02.2010 10:57 wurde aktualisiert. ]
Am Samstag, 30. Januar 2010, war die Celebration Brass Band zu Gast in der Dörlimatthalle Känerkinden. Es war zugleich der Auftakt für die Jahreskonzerte 2010. Mit einem schön gestalten Flyer machte die Band bereits Wochen zuvor auf die Veranstaltung aufmerksam und am Samstag war es nun soweit.

Die Band bot unter dem Motto 'Metamorphosis' (Wandel, Veränderung) ein komplettes und sehr abwechslungsreiches Musikrogramm, welches sie mit Einfallsreichtum mottogerecht präsentierte. Der Moderator kündigte gleich zu Beginn den grössten 'Schatz' des Vereins an: die Rejoice Band, Nachwuchsformation des Vereins. Sie wartete bereits geduldig im Foyer der Dörlimatthalle auf ihren Auftritt.

Bild: Rejoice Band im Foyer der Dörlimatthalle

Ein herzlicher Applaus des Publikums begleitete den voranschreitenden Dirigenten Christoph Liechti und die Rejoice Band auf dem Weg zur Bühne. Unbekümmert, aber mit Engagement und Freude in den Gesichtern, spielten sich die jungen und jüngsten Mitglieder in die Herzen der Zuschauer. Der Name Rejoice kommt aus dem Englischen und bedeutet 'frohlocken'.

Bild: Rejoice Band zum Auftakt des Programms  'Metamorphosis'

Es war einfach nur schön, den jungen Leuten zuzuhören und zuzusehen und man verstand sogleich, dass der Ausdruck 'Schatz' nicht übertrieben ist. Denn ohne Nachwuchs bleibt die beste Band ohne Zukunftsperspektiven. So sieht der Verein in der Förderung der Nachwuchskünstler denn auch seine wichtigste Aufgabe.

Bild: Rejoice Band mit ihren jungen und jüngsten Mitgliedern

Der Übergang zum Auftritt der Celebration Brass Band erfolgte ganz nach dem Motto der Verwandlung. Während die Rejoice Band noch spielte, verliessen nach und nach kleine Grüppchen die Bühne und wurden nahtlos durch Mitglieder der grossen Formation ersetzt.

Bild: Celebration Brass Band mit Dirigent Christoph Liechti

Die Celebration Brass Band begann mit einer weiteren Überraschung. Auf der Bühne hatte sich nur ein Teil der Band eingefunden. In einem musikalischen Wechselspiel wurde sie von Bläsern auf der Galerie ergänzt, welche ihre Töne in die Halle schmetterten, so dass sie wie Fanfaren in den antiken Arenen klangen.

Bild: Ansage zum Höhepunkt des Programms

Dann kündigte der Ansager den Höhepunkt an und führte das Publikum an das Thema heran. Der Titel 'Metamorphosis' (Phillips) stand auf dem Programm. Zur Anregung der Phantasie wurde der Begriff mit der Verwandlung der Larve in einen Schmetterling erklärt. Und dann gaben die Künstler alles. Als würden sie eine Filmsequenz mit diesem Inhalt begleiten, erzeugten sie Stimmungen, die das Publikum spürbar ergriffen.

Bild: Mit dem Titel 'Metamorphosis' setzte die Band zum Programmhöhepunkt an.

Erst begann das Stück mit turbulenten Tonfolgen, als wollte man die spontanen Bewegungen eines schlüpfenden Schmetterlings andeuten, mit viel Dynamik und Akzenten.

Wie wenn der Schmetterling nun wild flattern und unherirren würde, folgten Wechsel von Crescendo über Forte nach Fortissimo und Fortepiano, mal hoch mal tief, bis zur physikalischen Grenze der Instrumente.

Dann fing die Band den Schmetterling mit samtweichen Tönen und lockerem Rhythmus auf, anmutig und leicht, wie das voll entfaltete Insekt.

Es war ein Ohrenschmaus von besonderer Güte, phatasieanregend und aufrüttelnd. Den Musikern war höchste Konzentration ins Gesicht geschrieben. Mal brachten sie mit anschwellenden Sequenzen die Halle zum Vibrieren, mal produzierten sie zarte und schmeichelnde Töne. Schliesslich setzten sie zu einem Grandioso an, an dessem Ende ein tosender Applaus des Publikums folgte.

Bild: Celebration Brass Band spiet Dixie

Dann entführte uns die Band aus dem verschneiten Känerkinden nach New Orleans. Dixie war angesagt. Diese beschwingte Form des Jazz hat ihren Ursprung in den 1920er Jahren, als die Bands spielend durch die Strassen von New Orleans zogen. Papa Jack Laine oder die Original Dixieland Jass Band sind Beispiele für Namen, die diesen Stil prägten.

Bild: Celebration Brass Band 2010, Dörlimatthalle, Känerkinden

In der Mitte des Programms trat das Cornet Quartett mit Fidgety Feet (La Rocca/Shields/Peberdy) auf und setzte einen weiteren Höhepunkt.

Dann folgte Chillout Jazz, schöne weiche Musik zum Entspannen. Sie verzauberte das Publikum, das respektvoll zuhörte und als die Musik leise ausklang, erst gar nicht zu klatschen wagte. Doch schliesslich entlud sich die Freude doch wieder in einem herzlichen Applaus.

Bild: Links: der Dirigent Christoph Liechti bedankt sich beim Publikum

Christoph Liechti bedankte sich ebenso herzlich beim Publikum und leitete zum letzten Stück über. Aber die Formation spielte einfach zu gut und so applaudierten die Gäste die Band in die Verlängerung.

Als die Musikantinnen und Musikanten schliesslich unter anhaltemden Applaus die Bühne verliessen, war ihnen die Freude anzusehen. Es hat allen sichtlich Spass gemacht, den Künstlern wie den Gästen. Auf letztere wartete danach noch ein Dessertbuffet.

Ich fand es besonders schön, von zu Hause aus einfach eine Strasse weiter zu gehen und schon die Konzerthalle betreten zu können. Ein ganz neues Gefühl für Känerkinder Einwohner. Ich hoffe, die Vorsteherin des Departements für Kultur liest meine Zeilen und kann mir mehr solche Highlights bieten. Dafür sitzt mein Geld gerne etwas lockerer.

Das sehr empfehlenswerte Jahreskonzert 'Metamorphosis' findet im Februar ausserdem statt:
  • am Samstag 06. Februar 2010, 20.00 Uhr, in der Stadtkirche Liestal und
  • am Sonntag 07. Februar 2010, 17.00 Uhr in der Pauluskirche (EMK) in Aarau.
Homepage der Celebration Brass Band >>>

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