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Workshop zum Bau von Sonnenwachsschmelzern ... ein voller Erfolg

veröffentlicht um 18.01.2010 13:16 von Imkerverein Ladenburg   [ aktualisiert 21.01.2010 12:43 von Klaus Gebhart ]

"Darf ich mit zwei linken Händen auch mitmachen?"


Mit diesen und anderen Fragen zeichnete sich in den letzten Wochen ein Workshop ab mit dem Ziel: Einen Sonnenwachsschmelzer bauen!

Am 17. Januar 2010 war es dann so weit: Weit mehr als ein Dutzend Imkerinnen und Imker des IVL hatten sich im Vereinsheim eingefunden, um nach entsprechender Bauanleitung absehbar mittels eigenem Sonnenwachsschmelzer ihre Rähmchen wiederverwendbar zu machen. Vereinsvorsitzender Thaler - bekanntlich ein Mann von Rat und Tat - hatte es sich nicht nehmen lassen, gleich ZWEI Modelle zum Nachbau vorzubereiten. Aber schön der Reihe nach ...

Mit den Bauplänen ausgestattet erhielten wir noch eine Instruktion über die Materialien ..


... und schon konnte es "richtig" losgehen:


Ruckzuck waren die Seitenwangen montiert ... und wenig später schon die Aluwanne eingepasst,

von der später mal das geschmolzene Wachs abfließen soll.


Genial einfach wurde die Aufhängung der Waben gelöst: Zwei passende Löcher gebohrt und Rundstäbe

reingesteckt - zweckmäßiger Weise BEVOR die Seitenwangen zusammengeschraubt werden ... ;-)) ......


... und schon lässt sich - wohlwollend / kritisch beäugt - erahnen, wie der Schmelzer mal im Einsatz ausschaut.



Im Detail wird erkennbar (und fachkundig mit "passt, wackelt und hat Luft" kommentiert), dass des
Meisters Hand da wirklich
Qualität geliefert hat.


Wie bei Vitus Thaler üblich, wird zu fast jedem Bauteil natürlich mit angegeben, wo man das möglichst kostenlos her bekommt.
Was der Vielzahl der unterschiedlichen Quellen / Ressourcen wegen natürlich auch noch mit dokumentiert werden muss ....




Bleibt zur sonnengeneigten Positionierung noch, den Standfuss schön zentriert zu montieren,
- was sich als gar nicht so einfach erweist ...




Zumal Thalers Fundus da einen Vierkantstab enthalten hat, der "spezialpräpariert" sich als
ausgesprochener Hartriegel h
erausstellt. Schon beim Bohren erkennbar ...



... und beim Sägen bestätigt, bedarf es sogar einer Eisensäge, um das Holz(!)stück entsprechend abzulängen.
DIESES Standbein wird das nächste Jahrhundert gewiss unbeschadet überstehen!



Ausgesprochenes Fingerspitzengefühl war dann beim Einpassen der Glasscheibe gefragt, - geübte Handwerkerhände
wissen aber auch damit umzugehen.



Auch die Scharniermontage war "nicht ohne", zumal sich die Abdeckung als ... nun ja .... etwas sperrig erwies.



Aber auch da wussten die Profis nach kurzem Nachdenken, wie dem abgeholfen werden kann,
wenn auch auf den Knien .....



So ging´s flott dem Abschluss entgegen.
Unser Vorstandsgespann stellte beim Nageln unter Beweis, wie "schlagkräftig"  es sein kann.




Zack, - fertig war das gute Stück, allseits gelobt und (siehe Wanduhr) in exakt 1.30 Std. zusammengebaut.
Nebenbei: Der Girlandenschmuck links im Bild hat NICHTS mit unserem Meisterstück zu tun ... reiner Zufall!




Wer jetzt dachte, "das war´s", ... irrte gewaltig.
Denn Vitus Thaler fand - incl. Vorarbeiten - den Zeitaufwand für den Sonnenwachsschmelzer ziemlich groß.
Und bezogen auf seine Wirkung hatte er noch ein "Pilotprojekt" mitgebracht, das den Aufwand minimiert und
den Wirkungsgrad maximiert. Sein Fingerzeig galt aber ...



... zunächst mal der Küche und dem dortigen "Heinzelfrauchen".
Motto:  "
Wer ordentlich schafft muss auch ordentlich essen".



Der Speiseplan verhieß etwas Leckeres quasi als Vorspeise ...


... und Deftigeres für Hinterher.



Das Dessert war verzehrt, bevor der Fotograf seine Qualität dokumentieren konnte ...

So gestärkt widmete sich eine höchst interessierte Schar Thalers Innovation: Dem Tonnenwachsschmelzer (Pat. angem.)




Der Herstellungsgang ist so genial wie einfach: Mit der Flex das obere Drittel der (flach liegenden) Tonne abtrennen,
eine passende Abdeckung drauf schrauben, Abflussbleche und Wabenaufhängung rein, Deckel drauf,  - fertig!

Thaler einziger Vorbehalt: Wissenschaftler- und Beamtenfinger bitte vorsichtig anfassen: Scharfkantig!!!



Anders als bei der lockeren Holzbohrerei vorher war jetzt beim Metall natürlich die volle Manneskraft gefragt ....



Auf Anhieb (die Betonung liebt auf "Hieb") passten die Rähmchen auch an die vorgesehene Stelle ...



... und noch ´was Geniales lässt das Gerät zu, nämlich den Längseinsatz von Rahmen, super!



So viel Innovationsgeist lockte auch unseren Vereins-Finanzboss zur Inspektion. Mit Blick auf die Vereinskasse
werden wir absehbar mal die Vermarktungschancen des Geräts prüfen ...



Schließlich überzeugt die Neuentwicklung nicht nur durch einen höchst bemerkenswerten Wirkungsgrad,
sondern auch eine ausgesprochene Materialästhetik, oder?




Höchst zufrieden mit den Workshopergebnissen - hier noch einmal im Ensemble mit einem klassischen Drehgestell-
Sonnenwachsschmelzer zu sehen - und dem unterhaltsamen Nachmittag stand (unausgesprochen) die Frage im Raum:
Und was bauen wir als nächstes??




Die Antwort gab´s auf der anschließenden Jahreshauptversammlung (siehe andernorts):
Den Schleuderraum auf dem Lehrbienenstand.


Ich kann´s kaum erwarten!

(Jörg Blumenthal)