Inklusion - Warum?

Es gibt triftige Gründe für die Einrichtung integrativer Klassen:
  • Kinder können wohnortnah und in ihrem gewohnten sozialen Umfeld beschult werden.
  • Ein nachteiliger Effekt der integrativen Beschulung auf nichtbehinderte Kinder konnte bisher nicht festgestellt werden.
    Im Gegenteil erfreuen sich diese Klassen oftmals großer Beliebtheit. So erhält die (private) Intergrative Schule Frankfurt
    4 Anmeldungen für jeden Regelplatz an der Schule. Bei den integrativen Plätzen sind es 10 Anmeldungen pro Platz pro Jahr
  • Kindergärten sind in dieser Hinsicht bereits viel weiter. Daher ist es ein Jammer, wenn nach einer langjährigen und erfolgreichen
    integrativen Kindergartenzeit mit dem Schuleintritt die Aussonderung und Ausgrenzung von Kindern aufgrund von körperlichen
    oder geistigen Leistungsmerkmalen stattfindet.
Kein anderes Land hat ein so spezialisiertes Schulwesen für den behinderten und beeinträchtigten Nachwuchs wie Deutschland.
Knapp 420000 Kinder besuchen eine Förderschule, wie die ehemaligen Sonder- oder Hilfsschulen heute politisch korrekt heißen.
Das sind rund vier Prozent aller Schulkinder. Die Masse der Sonderschüler gilt im Sinne des 9. Sozialgesetzbuches (April 2004) als „behindert“,
weil ihre geistigen Fähigkeiten „mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen.“
Medizinisch begründet ist diese Einschätzung selten. (Focus-Online, 2007)

Ein zentrales Problem besteht auch darin das die Förderschulen in Deutschland Ihrem Anspruch behinderte Kinder Ihrem Bedarf entsprechend
zu fördern nicht gerecht werden. Theoretisch sollte diese Förderung insbesondere leicht behinderten Kindern ermöglichen den Anschluß an Kinder
auf Regelschulen zu erhalten. Leider besteht die angebliche Durchlässigkeit des hessischen Schulsystems in Bezug auf den Wechsel von einer Förder-
an eine Regelschule (und nicht nur dort) faktisch nur auf dem Papier. Dies ist insofern nicht verwunderlich wenn man bedenkt das Untersuchungen
belegen, dass es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen der Verweildauer eines Kindes auf einer Förderschule und der Abnahme seiner intelligenten
Leistungsfähigkeit. Hamburger Erziehungswissenschaftlers Hans Wocken hat diese Zusammenhänge untersucht und im Interview mit Focus Schule
festgestellt. „Je länger ein Schüler in der Förderschule zugebracht hat, desto schlechter sind sowohl seine Rechtschreibleistungen als auch seine
Intelligenzwerte“. Laut Wockens Berliner Kollegin Jutta Schöler gibt es "keine einzige Untersuchung, die einen Vorteil der Förderschule gegenüber
der integrativen Schule festgestellt hat.“ Leisstungstärkere Schüler bieten Ansporn und Anregung für Schwächeren, und das gemeinsame Lernen
kann die sozialen Fähigkeiten aller Schüler positiv beeinflussen.

Das internationale Recht ist auf unserer Seite

Zwei Jahre nach der Unterzeichnung trat am 26. März 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention auch in Deutschland in Kraft.

"Ziel des Übereinkommens ist, die Chancengleichheit behinderter Menschen zu fördern und ihre Diskriminierung in der Gesellschaft zu unterbinden.
Dabei soll stärker als bisher das kritische Potenzial der Menschenrechte gegen unfreiwillige Ausgrenzungen aus Gemeinschaften oder der Gesellschaft
entfaltet werden.[3] Während im Deutschland noch immer von Integration gesprochen wird, geht die UN-Konvention einen Schritt weiter und
verlangt die soziale Inklusion. Das heißt im vollen Umfang an der Gesellschaft teilzuhaben.... " [Wikipedia]

Eine Trennung von behinderten und nicht behinderten Kindern ab der Einschulung steht somit in krassen Gegensatz zu diesem Ziel.