Inklusion gibt es nicht umsonst: Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern kostet deutschlandweit 660 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr. Das hat Bildungsökonom Prof. Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung errechnet. Für die einzelnen Bundesländer wird der Umbau ihrer Schulsysteme auf inklusiven Unterricht unterschiedlich teuer. Abhängig sind die Kosten von der jeweiligen demographischen Entwicklung. Während in den westlichen Bundesländern im kommenden Jahrzehnt die Schülerzahlen zurückgehen, steigen sie in den meisten östlichen Bundesländern und Stadtstaaten. Die Summe entspricht etwas weniger als zwei Prozent der heutigen Gesamtkosten von Schule. "Inklusion ist notwendig und bezahlbar. Aber sie wird dort scheitern, wo Länder sie als Sparmodell betrachten", sagte Dräger. Das Geld und die Stellen, die an bisherigen Förderschulen frei werden, seien nicht ausreichend, sofern der Umfang der Förderung nicht reduziert werden soll. Eine hinreichende Personalausstattung der Schulen mit Lehrern, Sonderpädagogen, Psychologen und Therapeuten sei – neben dem durchgängigen pädagogischen Prinzip der individuellen Förderung – die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg und die Akzeptanz von Inklusion. Umfragen der Bertelsmann Stiftung in jüngerer Zeit hatten gezeigt, dass bei Lehrern und Eltern die Skepsis gegenüber Inklusion nach wie vor groß ist. "Nur wenn alle Schüler vom gemeinsamen Lernen profitieren, wird inklusiver Unterricht den nötigen Rückhalt erfahren", sagte Dräger. Hessen ist im Ländervergleich eines der Schlusslichter bei der Inklusion. Während im Schuljahr 2010/2011 bundesweit bereits 22,3 Prozent der verhaltensauffälligen, lern- oder körperbehinderten Schüler eine reguläre Schule besuchten, waren es in Hessen lediglich 14,8 Prozent. Allerdings steigt auch in Hessen der Inklusionsanteil. Ein Jahr zuvor waren lediglich 12,3 Prozent der Förderschüler inklusiv unterrichtet worden. Laut Studie würden in Hessen 380 zusätzliche Lehrkräfte benötigt um die Inklusion umzusetzen (jährliche Mehrkosten von 27 Millionen Euro). Mehr Infos: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-8266AD1E-4A9560DD/bst/hs.xsl/nachrichten_111873.htm |