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Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Magarei

1357  
 Der Ort wird unter dem Namen „Magare“ das erste Mal erwähnt. Aus der Urkunde, in der diese Erwähnung erfolgt, ersehn wir, dass Bürgesch, Magarei, Schlatt und andere Orte den Brüdern Werus und Stephan, den Söhnen des Grafen Stephan von Alzen,  gehört hatten. Diese einstigen Besitzer seien nun ohne Erben gestorben und die Besitzungen dadurch an den König zurückgefallen. Auf Grund eines Ansuchens werden nun diese Besitzungen vom König einem Adligen, dem Magister Nikolaus, Sohn des Sandur, verliehen. Magarei ist also zunächst eine untertänige Gemeinde.                                                        Ub.II-717-136  
1364
 Bei einer Grenzbegehung von Schlatt, wird die Besitzung „Magaria“ erwähnt.   

 Die „Hospites“ von Magarei werden verhört.                                               Ub.II-816-218

 
 Um 1400 Das erste Mal ist Magarei / „Magaria“ / unter den Gemeinden des Kosder   

 Kapitels / Schenk Kosder Unterabteilung / erwähnt.                                      Arch.13/187

 Um 1500 Magarey“ wird unter die Orte des Leschkircher Stuhles gezählt. Es hat 52  

 Wirte, einen Schulrektor (scolasticus) und 2 Hirten.                                       Kbl.1894/56

Der Ort hat also die Untertanigkeit abgestreift und ist eine freie Gemeinde geworden.

1532 Der Ort ist unter dem Namen „Magaray“ als Bestandteil des Leschkircher    

 Stuhles mit 51 Wirten genannt.                                                                  Qu.Kr.II/282

1650 Birthälm führt vor der Nationsuniversität einen Rechtsstreit mit Abtsdorf und

Magarei. Bewohner dieser beider Orte besaßen Weingärten auf Birthälmer Hattert, wovon sie den Zehnten geben mussten. Der Streit drehte sich um die bei der Verzehntung verwendeten Gefäße und um die Abfuhr des Weines.            Salzer J.M.: Der Markt Birthälm 1881/244

 1662
 Anlegung eines Kirchenbuches.                                      Lokalaugenschein 1969
 1676 Die Nationsuniversität verbietet den Bewohnern von Magarei aus dem Orte wegzuziehen, wer aus Magarei übersiedeln will,  muss alle seine Güter zurücklassen. Er darf nur eine Haue und eine Axt mitnehmen.                                Feutsch G.D.: Sachsengesch.I/530f
 1695 Neben den 22 Hauswirten gibt es 15 aufgelassene Wirtschaften.

                                                                                   Raketenpost vom 1.Oktober 1970

 1756 – 1762 Schon im Mittelalter hatten die Bewohner von Abtsdorf und Magarei Weingärten auf der Hattert von Birthälm angelegt. Dafür bezahlten sie an Birthälm jährlich das „terragium“. Sie hatten also die Weingärten im Fruchtgenuss, aber nicht im Besitz. Als nach dem neuen System der Steueraufteilung,  von den Weingärten Staatssteuern eingehoben werden, wollen 1756 die Abtsdorfer und Magareier das „terragium“ nicht weiter an Birthälm entrichten. Sie wenden sich an die bestehende „Directivkommission“ in

Steuerahngelegenheiten. Diese lässt sich vom Mediascher Magistrat aufklären und entscheidet, dass das „terragium“ weiter an Birthälm zu zahlen ist. 1758 und 1759 zahlen Magarei und Abtsdorf die Abgabe nicht und wenden sich an die Nationsuniversität. Auch diese entscheidet, dass die Zahlung zu leisten ist. 1762 befiehlt der Inspektor des Mediascher Magistrates bis zur Zahlung des „terragium“ die Orte nicht zur Bearbeitung der Weingärten zuzulassen. Die Orte wenden sich wieder an die Nationsuniversität die einen Vergleich durchsetzt dem gemäß die Taxe verringert wird. Bis 1855 wird nun diese Taxe gezahlt.                                                                                    Salzer J.M.:1881/256ff

 1790
 Ein Grossbrand vernichtet einen Teil des Ortes.                  Raketenpost vom 1.Okt.1970
 1814
 Erwähnung einer Kirchenmühle.                                                          Gedenkbuch S.2
 1855 Magarei beginnt einen Hattertstreit mit Birthälm. Von dem Hattertteil Fettendorf                    beansprucht  Magarei 217 Joch vor dem Mediascher Bezirksgericht.

                                                                                               Salzer,Birthälm1881/269

1858
 Das Mediascher Bezirksgericht weist auf die Hattertansprüche von MAgarei Birthälm gegenüber zurück. Magarei appelliert an das  Oberlandesgericht.
                                                                                          
Salzer, Birthälm, 1881/269

                                                                                   

 1863 Der als Gerichtsforum delegierte Hermannstädter Magistrat spricht in dem Hattertprozess abermals ein Urteil gegen Magarei. Magarei appelliert an das königliche Obergericht.                                                                          Salzer, Birthälm, 1881/269
 1864 Das königliche Obergericht bestätigt die Urteile von 1858 und 1862 in dem Hattertstreit zwischen Magarei und Birthälm. Magarei reicht eine „ausserordentliche Revisionsbeschwerde“ beim Obergericht ein.                            Salzer, Birthälm, 1881/269
 1666 Das königliche Obergericht weist im Hattertprozess zwischen Magarei und Birthälm die „ausserordentliche Revisionsbeschwerde“ zurück. Damit findet der Prozess endlich mit der Niederlage Magareis sein ende.                                               Salzer, Birthälm, 1881/270
 1764 Die Kirche wird mit Ziegeln gedeckt.                                                          Inventar 1967
 Gräfen  Der von König Ludwig 1374 zum Lenschkircher Königsrichter ernannte  Salomon von Magarei, ist sicherlich ein Graf gewesen.                                                  Ub.II-1023-417
                                                                                                             Ub.II-1026-426
1406 machen die beiden Töchter des verstorbenen Salomon Ansprüche auf Besitzungen in Vecsérd. Sie werden dabei von einem Bartholomäus von Magarei vertreten, der sicherlich auch ein Graf gewesen ist und der Gatte der Tochter Barbara war.             Ub.III-1575-417
Weitere Kunde über ein Magareier Grafengeschlecht ist uns nicht überliefert.


 Hattertnamen Folgende Hattertnamen sind feststellbar: „Fettendorf, Geiswald, auf der Goldgrube,
 Kesseltal, Aubach, Czopa, Chinekle Mare und Kreutzberg“.

 Ortsnamen Urkundlich sind folgende Ortsbezeichnungen nachweisbar:
1357:          Magare   Ub.II-717
1364:          Magaria  Ub.II-816-217
1374:          Magyar   Ub.II-1023-417
1406:          Magary   Ub.III-1575-417
Um 1500     Magarey Kbl.1894/56

Der Ortsname ist von dem Namen des heiligen Makarius abzuleiten.
                                                                                   Kisch