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Family-Camp 2010

Zitate

Ich ging 21 Jahre lang zur Schule und ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals jemand gefragt hätte wie ich mich fühle oder was ich brauche. Statt dessen lehrten sie mich Dinge wie „richtig“ und „falsch“, „gut“ und „schlecht“ um in ein System zu passen, das Menschen anhand dieser Standards bewertet. Ich empfehle das Projekt Giraffentraum® ErzieherInnen, LehrerInnen, Eltern und Kindern als einen Weg, um uns gegenseitig zu helfen, das eine zu tun, was wir alle am Liebsten tun:

Das Leben der Menschen zu bereichern!


Marshall B. Rosenberg

„Ich muss gar nix – ich kann mich entscheiden!
Und außerdem bin ich ein Mensch!“

Elia mit 3 1/2 Jahren

Wenn ich nur darf, wenn ich soll,

aber nie kann, wenn ich will,
dann mag ich auch nicht, wenn ich muss!
Wenn ich aber darf, wenn ich will,
dann mag ich auch, wenn ich soll,
und dann kann ich auch, wenn ich muss!
Denn schließlich:
Die können sollen, müssen wollen dürfen.

 

Johannes Conrad, Schriftsteller und Philosoph

unser buch




Frank Gaschler, Gundi Gaschler

Ich will verstehen, was du wirklich brauchst
Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern - Das Projekt Giraffentraum
Mit einem Vorwort von Marshall B. Rosenberg

Gebundenes Buch, ca. 160 Seiten, 16,5 x 24,0 cm
ISBN: 978-3-466-30756-2
 € 14,95 [D] / SFr 27,30


Auch in Korea!



Kurzbeschreibung

Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg - umgesetzt für das Zusammenleben mit Kindern

Sagen, was mich stört, ohne dabei Vorwürfe zu machen. Offen zuhören, auch wenn der andere laut wird: Mit Einfühlung und Empathie gelingt es, sich auch in schwierigen Situationen aufrichtig auszudrücken und gleichzeitig dem Gegenüber respektvoll zu begegnen.· Eine der erfolgreichsten Kommunikationsformen der letzten Jahre· Konfliktlösung, bei der alle gewinnen· Ein Ratgeber für Eltern, ErzieherInnen, Lehrkräfte 



Pressestimmen

»Dieses Buch vermittelt, wie die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation mit Kindern funktionieren. Das Autorenteam tut dies auf eine informative, aber auch persönliche und Mut machende Weise.«


Leseprobe

Ich will verstehen, was du wirklich brauchst
 
Was Sie in diesem Buch finden
In dem vorliegenden Buch wollen wir darstellen, wie die Beziehungen innerhalb von Familien und Kindergärten auf einer wertschätzenden und lebendigen Basis stehen können. Danach beschreiben wir die Gewaltfreie Kommunikation als eine Möglichkeit, dies zu erreichen (zweites Kapitel), und zeigen, wie in dieser Haltung mit Kindern im Kindergartenalter kommuniziert werden kann (drittes Kapitel). Im vierten Kapitel stellen wir das Konzept »Giraffentraum« als Beispiel vor, wie Gewaltfreie Kommunikation in Kindergärten eingeführt werden kann, und verdeutlichen Bezüge zu den Anforderungen der aktuellen Bildungs- und Erziehungspläne. Im Anschluss finden Sie kurze Beschreibungen weiterer Projekte und Kontaktmöglichkeiten zu zertifizierten Trainerinnen und Trainern im deutschsprachigen Raum.
Dieses Buch ist an vielen Stellen in der Ich-Form geschrieben, da der Prozess der Umwandlung von Erlebtem, Reflektiertem und Erlerntem in Geschriebenes hauptsächlich von mir (Frank) vollzogen wurde. Dennoch ist es mir sehr wichtig, dass wir gemeinsam, Gundi und Frank, als Autoren dieses Buches erscheinen. Ich sehe die weitaus aufwändigere und wichtigere Arbeit darin, gemeinsam diese Schritte gegangen zu sein und weiterhin zu gehen. Die zu Papier gebrachten Sätze sind nur das Ergebnis unseres Austausches, der vielen Gespräche, der gemeinsamen Prozesse und unseres Lebens in der Familie. Ich möchte Gundi damit meine Dankbarkeit dafür ausdrücken, dass sie die Gewaltfreie Kommunikation in unser Leben gebracht hat, meine Wertschätzung dafür, dass sie, trotz all meines Gegenwinds, drangeblieben ist, und zeigen, dass ihr Beitrag für dieses Buch für mich mindestens gleichwertig zu meinem ist.
Zudem schildert das Buch unsere Erfahrungen in der eigenen Familie und will unsere Dankbarkeit gegenüber der Gewaltfreien Kommunikation und damit Marshall Rosenberg ausdrücken. Wir beschreiben darin unsere Sichtweise der Gewaltfreien Kommunikation, wie wir sie heute haben. Die Gewaltfreie Kommunikation stellt sich für uns nicht als ein starres Modell dar, sondern als eine sehr solide Basis, auf der Leben und Beziehungen von Herz zu Herz gelingen können. Gleichzeitig ist sie auch flexibel und bereit zu wachsen.
Mit diesem Buch möchten wir einen Beitrag zur Stärkung der Basis und zu weiterem Wachstum leisten.
Wurzeln und Flügel
Mit der Gewaltfreien Kommunikation entwickeln wir unsere Erziehung hin zu einer einfühlenden Begleitung der Kinder ins Leben.2 Wir wollen ihnen dabei Orientierung und Unterstützung geben, mit ihnen unsere ¬Erfahrungen teilen und ihnen Raum für Entwicklung geben. Schutz und Sicherheit sind dabei genauso wichtig wie Wachstum und Lernen, Liebe genauso wie Freiheit. Mit Goethe gesprochen: »Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.«
Mit der Absicht, Kinder einfühlend ins Leben zu begleiten, dem Bewusstsein, dass es keine »richtige« oder »falsche« Erziehung gibt, und der Haltung, dass wir das Schönste und Beste tun, was uns im Moment zur Verfügung steht, haben wir dieses Buch geschrieben. Eine Beziehung auf Basis der Gewaltfreien Kommunikation stellt einen Weg abseits von ¬Laisser-faire und Zwangsmaßnahmen dar. Vielleicht lässt sich unsere Vision anhand einer Metapher darstellen, in der Vogeleltern ein Nest bauen, das die Kinder wärmt, ihnen Geborgenheit, Sicherheit und Schutz gibt. Später zeigen die Eltern ihren Kindern, wie sie fliegen können, und teilen ihre Erfahrungen über Gefahren und Freuden. Irgendwann lassen sie los – und freuen sich, wenn die Kinder freiwillig kommen und gehen.
Gundi hat einmal gesagt: »Mein großer Wunsch besteht darin, dass die Kinder, wenn sie mal selbst eine Familie haben, sich darauf freuen, mit uns zusammen Weihnachten zu feiern.«
Wenn Sie in den folgenden Kapiteln über die Gewaltfreie Kommunikation lesen, wünsche ich mir, dass Sie dies als Angebote eines Marktplatzes der Möglichkeiten sehen. Bitte probieren Sie all diejenigen Aspekte, die Sie ansprechend finden, aus und wählen Sie anhand der folgenden Fragestellung: Welche Aspekte halte ich für mich und meine Familie, für mich und meine Einrichtung für hilfreich, um eine Beziehung zu den Kindern zu haben, die geprägt ist von Liebe, Nähe, Verständnis, Wärme, Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung, Freiheit, Gemeinschaft, Spaß, Respekt …