Frank Paul Ritter

Arbeitsalltag

Taxifahren beansprucht im Unternehmen den Großteil meiner Zeit. Die Betreung der Stammkunden verlangt hier großes Organisations- und Improvisationstalent. Die Fahrten müssen verteilt werden, ohne dass die Fahrer unnötig Kilometer und Zeit verschwenden. Keinesfalls darf ein Kunde zu spät - oder schlimmer noch - gar nicht bedient werden. Im direkten Kundenkontakt fällt zudem die Entscheidung, ob ein Kunde eventuell Stammkunde wird. Hierzu ist eine profunde Menschenkenntnis und ein gehöriges Maß an Einfühlungsvermögen nötig. Im Tagesgeschäft muss nahezu täglich improvisiert werden. Kunden müssen trotz eines akuten Fahrzeugdefekts zeitgerecht bedient werden. Das defekte Fahrzeug muss repariert und eventuell gegen ein Ersatzfahrzeug getauscht werden. Welche Werkstatt ist für diesen Defekt am ehesten geeignet und wie schnell wird dort der Defekt behoben, ist eine Frage, die sich häufig stellt. Im Falle eines Tauschs muss dieser bei der Funkzentrale und bei der zuständigen Ordnungsbehörde gemeldet werden.
 
Organisationsfragen stellen sich im Taxigewerbe im Mehrwagenbetrieb täglich. Und trotz straffer Organisation betrieblicher Abläufe ereignet sich immer wieder etwas, dass das Improvisationstalent der Fahrer und der Geschäftsführung fordert.
 
Die telefonischen Kundenbetreung findet nicht mehr nur im Büro oder der Funkzentrale statt, sondern selbstverständich auch per Handy im Fahrzeug. Denn es kann durchaus vorkommen, dass drei Gespräche hintereinander ankommen, der eine Kunde ein Taxi außer der Reihe benötigt, während ein weiterer Kunde abbestellt und der nächste Kunde seinen Termin für die nächste Woche ändern möchte. Auch in Stresssituationen muss hier der Überblick bewahrt werden.
 
Kommunikation ist das A und O in einem Mehrwagenbetrieb. Alle organisatorischen Änderungen müssen im Betrieb kommuniziert werden. Beim Taxiunternehmen Damnjan Garic haben wir deshalb sogenannte Push to Talk Handys eingeführt. Diese Geräte ermöglichen es,den Fahrern und der Geschäftsführung untereinander in einer n zu n Beziehung zu kommunizieren. So können zum Beispiel dringende Fahrten schneller ohne die Zwischenstation der Funkzentrale vermittelt werden.
 
Beschwerden dürfen im Taxiunternehmen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Unsere Fahrer sind angehalten bei einer leichten Verspätung, was bei immer größerem Verkehrsaufkommen in den Städten vorkommen kann, den Kunden anzurufen und den Kunden aufzuklären. Jeder Anlass zur Beschwerde führt ein Kundengespräch nach sich, in dem auf den Kunden eingegangen wird und berechtigter Beschwerdegrund wird sofort beseitigt.
 
Im Büro werden sämtliche Angelegenheit geklärt, die Fahrer und Fahrzeuge berteffen. Schichten- und Urlaubsplanung sowie Vertetung in Krankheitsfällen sind vordringliche Aufgaben. So findet das Büro auch schon mal telefonisch im Taxi oder abends auf dem Balkon statt. Auch hier ist zuweilen großes Organisations- und Improvisationstalent gefragt.
 
Ein weiterer großer Teil meiner Zeit fällt für die Verwaltung an. Die Schichtzettel und andere Daten der Fahrer werden in eine Datenbank eingepflegt, aus der dann die Daten für die Lohnabrechnung und statistische Daten der Fahrzeuge und Fahrer aber auch die Tageseinnahmen ermittelt werden. Die Datenbank liefert auch die Daten für das Kassenbuch und die Abrechnung mit der Funkzentrale. Zudem müssen im Laufe des Monats die Rechnungen verschiedenster Kunden erstellt werden. Die Überprüfung der einkommenden Rechnungen (Telekommunikation, Reparaturen, Tankarten, usw.) gehört zum Tagesgeschäft.
 
Alles in allem gesehen trifft man im Tagesgeschäft eines Taxiunternehmens auf die verschiedensten Aufgaben, die mit den verschiedensten Mitteln bewältigt werden müssen. Organisations- und Improvisationstalent, Geduld und Ausdauer, Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen, die Kenntnis neuester Kommunikationsmethoden und profunde PC-Kenntnisse im Office-Bereich sind unabdingbar für den Erfolg eines Taxiunternehmens.