Von der „Eugenik“ zur „Euthanasie“

Die Idee der „Eugenik“ leitet sich von Charles Darwin ab, der (für die Pflanzen und Tiere!) das „Überleben des Stärkeren“ (Survival of the fittest) als oberste Maxime der Natur beschrieben hat.

 

Richtungsweisend für die „Eugenik“ war die 1920 erschienene Schrift

„Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ der Professoren

Dr. jur. et. phil. Karl Binding (Jurist in Leipzig) und Dr. med. Alfred Hoche (Arzt in Freiburg).

 

Hierin wurden die später in der NS-Zeit gebräuchlichen Begriffe

 

„wertlose Menschenhülsen“,

„Ballastexistenzen“ und

„Defektmenschen“

erstmals erwähnt.

 

Eine Kopie von „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ finden hier:

http://staff-www.uni-marburg.de/~rohrmann/Literatur/binding.html

 

Ziel war die Entwicklung einer „perfekten Menschenrasse“ durch gezielte „Ausmerzung“ der vermeintlich „schwachen Elemente“.

 

Dementsprechend wurden in der Sprache der Täter die Opfer nicht getötet, sondern „desinfiziert“.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik

 

Hinweis:

Die Begriffe „Krüppel“, „Idiot“ und „Irrer“ wurden erst durch eine Kampagne der deutschen Behindertenverbände in den 50er Jahren durch das Wort „Behindert“ ersetzt.

 

Aber auch heute noch wird bei genetischen Besonderheiten, zum Beispiel bei der Trisomie-21 (Down-Syndrom), von einem „Gen-Defekt“ gesprochen.

 

Vor dem Hintergrund der oben genannten eugenischen Ursprünge der „Euthanasie“ verbietet sich also der Gebrauch von herabwürdigenden Formulierungen wie „Gen-Defekt“, „Missbildung“, „kann kein normales Leben mehr führen“ (wer bestimmt, was normal ist?).

 

Stattdessen sollte von genetischen oder neurologischen (z.B. bei Zerebralparese) Besonderheiten gesprochen werden.

 

Ebenso ist beim Begriff „lebenswert“ Vorsicht angebracht.

Denn jedes Leben ist „lebenswert“,

jedes Leben ist es „wert“, gelebt zu werden.

Darüber hinaus, hat der Mensch keinen „Wert“, sondern „Würde“!