Schuldbekenntnis der Ärzte 2010

Im Jahr 2010 haben sich die beiden Standesorganisationen der am meisten in die Verbrechen der "Euthanasie" involvierten deutschen Ärzte, der Psychiater und der Kinderärzte, erstmals und eindeutig von den Verbrechen und ihren ehemaligen Kollegen distanziert.
 
Diese Schuldbekenntnisse und die Bitten um Vergebung sind ein bemerkenswerte Schritt,
auch wenn er erst über 70 Jahre nach den ersten "Euthanasie"-Morden erfolgt.

"Der Nationalsozialismus hatte Ärzte und Forscher weitgehend von ihrer Verantwortung gegenüber ihren Patienten entbunden, indem er scheinbar höhere Werte und politische Interessen des Volksganzen in den Vordergrund stellte. Wir haben uns der Tatsache zu stellen, dass viele Kinderärztinnen und Kinderärzte nicht die Kraft aufbrachten, den Versuchungen zu widerstehen. Sie haben damit sich und der deutschen Kinderheilkunde schwerste Schuld aufgeladen.
Wir verneigen uns heute in Demut vor den Opfern und ihre Angehörigen und bitten im Namen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin um Verzeihung für das Leid, das Kinderärztinnen und Kinderärzte ihnen in dieser Zeit zugefügt haben."

Prof. Dr. Fred Zepp
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
Potsdam, 18. September 2010

"Im Namen der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde bitte ich Sie, die Opfer und deren Angehörige, um Verzeihung für das Leid und das Unrecht, das Ihnen in der Zeit des Nationalsozialismus im Namen der deutschen Psychiatrie und von deutschen Psychiaterinnen und Psychiatern angetan wurde und für das viel zu lange Schweigen, Verharmlosen und Verdrängen der deutschen Psychiatrie in der Zeit danach."

Prof. Dr. Dr. Frank Schneider (Aachen)
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,
Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
Berlin, 26. November 2010

Im Folgenden finden Sie die Dokumentation zu den beiden Tagungen sowie die Reden der beiden Präsidenten im Wortlaut:

 
26.11.2010
Psychiatrie im Nationalsozialismus - Erinnerung und Verantwortung

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) bittet die Opfer und deren Angehörige, um Verzeihung für das Leid und das Unrecht, das ihnen in der Zeit des Nationalsozialismus im Namen der deutschen Psychiatrie und von deutschen Psychiaterinnen und Psychiatern angetan wurde und für das viel zu lange Schweigen, Verharmlosen und Verdrängen der deutschen Psychiatrie in der Zeit.

Rede des Präsidenten der DGPPN Prof. Dr. Dr. Frank Schneider (Aachen)
http://www.dgppn.de/aktuelles/startseite-detailansicht/article/100/psychiatrie-12.html

die Rede in PDF-Format
http://www.dgppn.de/fileadmin/user_upload/_medien/download/pdf/presseservice-kongresse/2010/kongress-2010-gedenkveranstaltung-rede-schneider.pdf

die Rede zum Anhören
http://webcasts.meta-fusion.com/events/dgppn2010/templ/play.php?id_kongresssession=7

Artikel in der FAZ vom 3. Dezember 2010:
"Wir haben geschwiegen! Deutsche Psychiater haben während des „Dritten Reichs“ aktiv die Sterilisierung und Tötung von psychisch Kranken und körperlich Behinderten betrieben. Das wurde lange Zeit beschwiegen. Jetzt endlich ist das Schuldbekenntnis erfolgt."
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EA788AD5CEDA04A148E68808CF927BD1F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

18. September 2010

Im Gedenken der Kinder.
Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit

Teilnehmer und Gäste der 106. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Potsdam kamen am 18. September 2010 zu einer Gedenkveranstaltung zusammen, um gemeinsam an die Kinder zu erinnern, die Opfer der Medizinverbrechen der NS-Zeit wurden.
http://www.dgkj.de/ueber_uns/geschichte/gedenkveranstaltung_2010/

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) e.V.
Erklärung zur Gedenkveranstaltung am 18. September 2010 in Potsdam
http://www.dgkj.de/uploads/media/DGKJ_Erklaerung_Gedenkveranstaltung_181010_01.pdf

Die Schauspielerin Nadja Uhl las aus der Korrespondenz zwischen den Eltern der Opfer und den Ärzten und Mitarbeitern der Krankenanstalten lesen. Diese persönlichen Schreiben sind bedrückende Zeugnisse der „Euthanasie“ und Menschenversuche an Kindern im Nationalsozialismus.
http://www.dgkj.de/fileadmin/user_upload/images/dgkj/1009_Gedenkveranstaltung_Lesung.pdf