„Faktische Euthanasie“ in der „3. Welt“

Situation von Kindern mit Behinderungen in den sogenannten Entwicklungsländern

 

In den sogenannten Entwicklungsländern gibt es eine Art „faktischer Euthanasie“.
Man könnte diese auch „Armuts-Euthanasie“ oder „Mangel-Euthanasie“ nennen.
 
Aufgrund von Aberglauben, wegen fehlender Medikamente oder einfach wegen schrecklicher materieller Not werden hunderttausende von Kindern mit Behinderungen ihrem Schicksal überlassen.
 

So sterben zum Beispiel über 70% der Kinder, die erblinden, innerhalb eines Jahres. Jede Minute erblindet ein Kind! Dies sind ca. 500.000 Kinder pro Jahr.

  

In den sogenannten Entwicklungsländern leben über 150 Millionen Kinder mit Behinderungen, die akut vom Tode bedroht sind.

Die „Faktische Euthanasie“ stellt also selbst die NS-„Euthanasie“ zahlenmäßig weit in den Schatten - und das hier und heute.

 

Beispielhaft hier der Bericht einer Mutter, Elfenbeinküste:

,,Ich bin 35 Jahre alt und habe 7 Kinder, von denen das älteste 16 Jahre ist. Heute lebe ich getrennt von meinem Mann, wegen eines Kindes, das behindert ist.

Meine Geschichte ist schnell erzählt und geht zurück auf das Jahr 1985, als ich ein Mädchen zur Welt brachte, dessen Arme und Beine bei der Geburt verstümmelt waren. Drei Monate nach der Geburt dieses Kindes haben der Chef und die Ältesten des Dorfes meines Mannes, in dem wir damals lebten, auf einer

Versammlung des Ältestenrates entschieden, dem Leben meines Kindes ein Ende zu setzen oder mich mit meiner behinderten Tochter aus der Dorfgemeinschaft auszuschließen. Man hat mir die Entscheidung des Ältestenrates damit begründet, daß mein behindertes Kind Schuld an dem ausbleibenden Regen und der zu erwartenden Mißernte sei.“

(aus: ZBDW 2/1998)

www.zbdw.de

 

Zur Linderung dieser „Armuts-Euthanasie“ gibt es einige spezialisierte Hilfsorganisation für Menschen mit Behinderungen wie z.B. die Christoffel Blindenmission oder Handicap International.

 

www.cbm.de

www.handicap-international.de