Osnabrück

Gertrud David

http://www.osnabrueck.de/stolpersteine/28980.asp

Kurzbiografie Gertrud David

Gertrud David wurde am 21. Juni 1898 in Osnabrück geboren. Sie war die jüngste Tochter des Kaufmanns Abraham David (gestorben 1915) und seiner Frau Auguste David. Ihr Bruder Otto war Inhaber der Manufakturwarenhandlung Samson David in der Krahnstraße 1/2, wo sich auch das Wohnhaus der Familie befand. Nach der weitgehenden Zerstörung in der Pogromnacht im November 1938 wurde das Haus im Frühjahr 1939 zwangsweise verkauft.

Seit 1914 war Gertrud David in den Alsterdorfer Anstalten wegen Kinderlähmung und Epilepsie untergebracht und von dort 1919 in die Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück überwiesen worden. Am 21. September 1940 wird sie gemeinsam mit acht jüdischen Patienten in eine Anstalt bei Wunstorf verlegt und am 27. September 1940 mit 158 weiteren jüdischen Patienten aus 25 Anstalten Norddeutschlands über Berlin nach Brandenburg transportiert. Dort wurde Gertrud David in der sogenannten "Landespflegeanstalt Brandenburg" auf dem Gelände des Alten Zuchthauses vergast. Gertrud David ist im doppelten Sinne Opfer: als Euthanasieopfer und als Jüdin.

 

Wilhelmine Rojahn

http://www.osnabrueck.de/stolpersteine/32979.asp

Kurzbiografie Wilhelmine Rojahn

Wilhelmine Rojahn, geborene Hackmann, wurde am 14. April 1884 geboren. Ihr Vater war Inhaber des Hotels Hackmann an der Alten Münze 1. Sie besuchte das Oberlyzeum in Osnabrück, war vielseitig begabt und erhielt Klavierunterricht. Wie es damals üblich war im gehobenen Bürgertum, erhielt sie keine Berufsausbildung. Sie war eine hübsche, lebenslustige, mittelgroße Frau mit braunen Haaren und zierlichem Körperbau. Nach ihrer Eheschließung mit Albert Rojahn ließ sie sich ihr Erbteil auszahlen und zog mit ihrem Mann nach Düsseldorf. Dort bewegte sich das Ehepaar in mondänen Kreisen. Die Ehe blieb kinderlos und endete, als sich der Mann anderen Frauen zuwendete. Ein Selbstmordversuch - sie hatte sich aus dem Fenster gestürzt - führte sie wieder nach Osnabrück, wo ihre Familie sie betreuen konnte. Nach einem Krankenhausaufenthalt wurde sie 1931 in die Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück aufgenommen. "Tante Mine", wie sie in der Familie genannt wurde, war bis zu ihrer Deportation in der Lage ihre Familie zu besuchen und sich zu unterhalten. Wie andere Patientinnen wurde sie zur Mitarbeit (unter anderem als Putzkraft) in der Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt herangezogen.

Wilhelmine Rojahn wurde am 24. April 1941 nach Eichberg deportiert. Von dort gelangte sie mit 118 weiteren Menschen am 10. Juni 1941 nach Hadamar. Da in der Regel die Patienten eines solchen Transportes am selben Tag noch vergast wurden, ist dies wahrscheinlich auch das tatsächliche Todesdatum. Frau Rojahn ist auf dem Hasefriedhof bestattet.