|
Am 14.12.2007 wurden auch in Halle Stolpersteine für Opfer von „Euthanasie“-Morden verlegt:
Alfred Löwe Wolfgang Brühl Hugo Adler Friedjof Wagner Erna Hummel Otto Hummel Kurt Hummel
Beispielhaft folgender Auszug aus der Dokumentation:
„Georg-Cantor-Straße 33 (ehem. Henriettenstraße) Hier wohnte Friedjof Wagner Friedjof Wagner wurde am 14.11.1903 in Halle geboren und am 22.6.1935 in die Landesheilanstalt Altscherbitz eingewiesen. Zusammen mit 49 weiteren Patienten wurde er am 28.11.1940 aus Altscherbitz abgeholt und noch am selben Tag in der Tötungskammer der „Heil- und Pflegeanstalt“ Bernburg mit Autoabgasen ermordet. Um den Mord zu tarnen, teilte man seiner Mutter mit, er sei am 11.12.1940 in der Anstalt Grafeneck (Schwäbische Alb) verstorben. In der „Saale-Zeitung“ erschien eine Todesanzeige, die - zwischen den Zeilen - die Zweifel der Mutter an den offiziell verkündeten Todesumständen erkennen läßt:
Gestern bekam ich die Nachricht aus der Landesanstalt Grafeneck in Württemberg, daß am 11. Dezember mein lieber kranker Sohn Friedjof Wagner im Alter von 37 Jahren dort plötzlich gestorben und schon eingeäschert sei. Aber er ist nun in der oberen Heimat und darf schauen, was er geglaubt hat. Das ist mein Trost. Margarete Wagner geb. Knak Halle (S.), am 17. Dezember 1940, Henriettenstraße 33
Da ähnliche Todesanzeigen auch in anderen Zeitungen erschienen, wurde die Veröffentlichung solcher Anzeigen verboten.“
Die Lebensgeschichten der weiteren Opfer finden Sie hier: http://www.zeit-geschichten.net/visuals/stolpersteine07.pdf
Hinweis: Nur wenige Stunden nach der Verlegung der Stolpersteine wurden diese von unbekannten Tätern wieder herausgerissen und gestohlen. Trotzdem wurde die Aktion „Stolpersteine“ fortgesetzt. Rosen und Kerzen an den klaffenden Löchern zeugten tagelang von der Empörung der Bevölkerung. Inzwischen wurden sie neu verlegt, aber danach wieder aus dem Boden gerissen. Von den bislang verlegten „Stolpersteinen“ erging es „nur“ bislang 30 ebenso!
|