|
Foto der Villa in der Tiergartenstrasse 4 Text auf der Gedenktafel in der Tiergartenstrasse 4, der Zentrale der „Euthanasie“-Aktion, in Berlin: Ehre den vergessenen Opfern An dieser Stelle, in der Tiergartenstraße 4, wurde ab 1940 der erste nationalsozialistische Massenmord organisiert, genannt nach dieser Adresse Aktion T4. Von 1939 bis 1945 wurden fast 200.000 wehrlose Menschen umgebracht. Ihr Leben wurde als "lebensunwert" bezeichnet, ihre Ermordung hieß "Euthanasie". Sie starben in den Gaskammern von Grafeneck, Brandenburg, Hartheim, Pirna, Bernburg und Hadamar. Sie starben durch Exekutionskommandos, durch geplanten Hunger und Gift. Die Täter waren Wissenschaftler, Ärzte, Pfleger, Angehörige der Justiz, der Polizei, der Gesundheits- und Arbeitsverwaltungen. Die Opfer waren arm, verzweifelt, aufsässig oder hilfsbedürftig. Sie kamen aus psychiatrischen Kliniken und Krankenhäusern, aus Altenheimen und Fürsorgeanstalten, aus Lazaretten und Lagern. Die Zahl der Opfer ist groß, gering die Zahl der verurteilten Täter. Anmerkung: Die Gedenktafel wurde erst im Jahr 1989, also 50 Jahre nach Unterzeichnung des „Euthanasie“-Erlasses, auf Betreiben von engagierten Bürgern angebracht.
Heute ist an diesem Platz eine Bushalte-Stelle. So wird Geschichte -im wahrsten Sinne des Wortes- mit Füßen getreten.
Es gibt Bestrebungen des "Runden Tisches T4", hier ein würdiges Denkmal zu errichten.
Jedes Jahr am 1. Samstag im September wird an dieser Stelle der Opfer gedacht. Darüber hinaus wird auf die "Euthanasie"-Anstalten verwiesen, die ebenfalls in Gedenkstätten umgewandelt wurden.
|

